Kinder lernen, was im Notfall zu tun ist

Osterferienspiele bei der Feuerwehr

+
Die Kerze wollen alle Kinder mal anzünden, gefahrlos unter der Aufsicht des stellvertretenden Stadtbrandinspektors Marcus Paschke.

Groß-Zimmern - Langeweile in den Ferien muss für Kinder in Zimmern nicht sein. Die Kinder- und Jugendförderung sorgt auch zur Osterzeit für lehrreiche und unterhaltsame Beschäftigung. Von Ulrike Bernauer 

Die Ferienspiele in Zusammen-arbeit mit der der Feuerwehr in der ersten Osterferienwoche sind gut besucht. Dicht gedrängt stehen die Kinder neben Feuerwehrmann Martin Fritsch. Der holt einen Ausrüstungsgegenstand nach dem anderen aus dem Einsatzfahrzeug, zeigt ihn den jungen Besuchern und erklärt gut verständlich den jeweiligen Verwendungszweck. Bei manchem Gerät muss er nicht erläutern, worum es sich handelt, beispielswiese bei einer Axt. Aber eine Schlauchaufwickelmaschine haben die Kinder noch nie gesehen.

Feuerwehrmann Martin Fritsch zeigt den Kindern ein Strahlrohr, das zur Ausrüstung eines Feuerlöschfahrzeuges gehört.

Während eine Gruppe der 24 Kinder sich um Fritsch schart und Erklärungen zum Be- und Entlüfter lauscht – „Der wird benötigt, um stark verqualmte Räume wieder schnell vom Rauch zu befreien“ – bespricht der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Marcus Paschke im Schulungsraum mit einer anderen Gruppe die Grundlagen der Feuerwehrarbeit. Seine Erläuterungen für die Sechs- bis Zehnjährigen beginnen ganz weit vorne. Nachdem die Strukturen der Feuerwehr und auch das korrekte Absetzen eines Notrufes abgehandelt sind, ist das Feuer selbst an der Reihe. „Wie entsteht Feuer, und was braucht es zum Brennen?“, das sind die Fragen, die Paschke den Kindern stellt. Die wissen schon viel: Sauerstoff, hohe Temperatur und ein brennbarer Gegenstand werden benötigt, damit es lichterloh brennt. Wieviele Atemzüge man von dickem schwarzem Rauch einatmen kann, bevor man erstickt, erstaunt allerdings nicht nur die Kinder, sondern auch die Vertreterin der Presse. „Es sind gerade mal zwei“, sagt Paschke, der den Kindern auch erklärt, wie man sich in einem verqualmten Raum verhälten sollte. Dicht am Boden müsse man bleiben, weil der Qualm dort nicht so stark und die Lichtverhältnisse besser sind, damit man sich zum Ausgang hin orientieren kann.

Am Vormittag hatten die Kinder das Feuerwehrhaus besichtigt. Sie durften in den Funk- und in den Umkleideraum, wo sie die schweren Uniformen bestaunten und was in der Atemschutzwerkstatt vor sich geht, wurde ebenfalls erklärt. Auf die Teilnehmer wartet noch einiges an Informationen über die Retter und Helfer in der Not. Sie dürfen im Verlauf der vier Tage aber auch selbst tätig werden. Am morgigen Freitag sollen sie dann in der Lage sein einen Brand zu löschen, der auf dem Außengelände simuliert wird. Die dafür notwendige Ausrüstung werden sie von der Kinderfeuerwehr erhalten, von den Löschzwergen. Aber schon jetzt sind die Kinder Feuer und Flamme und arbeiten gut mit. Eine Kerze mit Streichholz oder Feuerzeug wollen alle mal anzünden, auch wenn Paschke selbst hierbei manchmal einschreiten muss. Einem Jungen führt er die Hand, damit er sich nicht die Finger verbrennt. Bei der anschließenden Übung werden alle ein wenig rot. Die Mädchen und Jungen sollen ausprobieren, wie lange sie die Luft anhalten können. Das ist notwendig, um einen verrauchten Raum zu verlassen.

Noch etwas erfahren die Kinder: im Schlaf ruhen auch die Nase und der Geruchssinn, weshalb Rauchmelder so immens wichtig sind. Als Paschke fragt, wer zu Hause in den Räumen Rauchmelder hängen hat, gehen fast alle Hände nach oben. Alle freuen sich schon jetzt auf die Übung, bei der die Kinder ihr in einer Woche erworbenes Wissen auch anwenden können. Bereits zum fünften Mal veranstaltet die Feuerwehr Ferienspiele zusammen mit der Kinder- und Jugendförderung. Anfänglich erhoffte man sich, dass einige Kinder anschließend der Jugendfeuerwehr beitreten würden. Das habe sich so leider nicht ergeben. Dennoch wird die Veranstaltung alle zwei Jahre durchgeführt. Denn wichtig sei ja auch, dass junge Bürger mehr darüber erfahren, wie man sich im Brandfall verhalten sollte.

600 Kinder feiern Ende der Ferienspiele

Kommentare