Schottland-Abend in der evangelischen Kirche

Whisky und Schauergeschichten

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Speisen, der Musik lauschen und die ein oder andere Schauergeschichte hören, konnten die Gäste des schottischen Abends in der evangelischen Kirche.

Groß-Zimmern - Lothar Eckmayer traut sich was. In der evangelischen Kirche spielte er am Freitagabend herz- und ohrenzerreißend Dudelsack. Der schottische Abend war eine rundum gelungene Benefiz-Veranstaltung. Von Ulrike Bernauer

Dudelsackspieler Lothar Eckmayer pustet in sein Instrument. Und das, obwohl Sängerin und Schauspielerin Sabrina Faber vorher erzählt hat, was schottischen Dudelsackspielern passieren kann, wenn sie eine englische Lady heiraten: Lady Victoria hat ihren schottischen Lord Alister Mawhinney – genervt vom Dudelsackspiel – mittels der „Gabe“ des Pfeilgiftfrosches ins Jenseits befördert. „Bei dir ist die Gefahr nicht so groß, deine Gattin sitzt heute im Publikum, sie wird dir vor so vielen Zeugen ja wohl nichts tun“, mutmaßt Autor, Leser und Moderator des Abends, Hans-Josef Rautenberg. Zusammen mit Pfarrer Michael Fornoff hat er die Gäste vor der ersten Geschichte begrüßt.

Die evangelische Kirche bot am Freitagabend ein ungewöhnliches Bild: Die Stühle waren in Reihen an fein gedeckten Tischen angeordnet und auch einen Whisky-stand hat man wohl noch nie im Gotteshaus gesehen. Einen unterhaltsamen Multimedia-Abend bot die Benefiz-Veranstaltung „Schottland: Highlands, Whisky, Liebe & Mord“ am Freitag. Damit nicht genug, denn Whisky und auch Guinness durfte natürlich verkostet werden. Und damit die alkoholischen Getränke den Besuchern nicht so schnell in den Kopf stiegen, gab es auch noch ein Menü. Das kam bei der Vorspeise recht konventionell daher, zum Lachs wurde Bridies, eine Fleischpastete, gereicht. Die Hauptspeise bestand aus Haggis – Schafsmagen, der mit Herz, Leber und Lunge des Tieres gefüllt ist.

Fast alle Plätze waren trotz des Eintrittspreises von 49 Euro belegt. Das Publikum freute sich an diesem Abend nicht nur über das ungewöhnliche Menü, sondern auch über einige schauerliche Geschichten, die die schottischen Highlands, Whisky und Liebe – oder deren Schwinden – sowie Mord zum Thema hatten.

Die trockenen Stories, die mehr hintergründig und mit einer große Portion „schwarzen Humors“ daherkommen, stammten von Hans-Josef Rautenberg und entlockten den Zuhörern meist nicht nur ein Schmunzeln, sondern viel Gelächter.

Über die Multimedia-Leinwand flimmerten die passenden Bilder, unter anderem von der Schlossruine Carnasserie Castle. Auch über ein Foto des todbringenden Pfeilgiftfrosches durften sich die Zuschauer amüsieren. David Fornoff begleitete den Abend mit seiner Videokamera und so konnten die Besucher das Geschehen aktuell auf einer zweiten Leinwand beobachten.

Musikalisch sorgte nicht nur Dudelsackspieler Eckmayer für schottische Stimmung, sondern auch Jasmin Fritsch mit ihrer Querflöte. Wer einen richtigen Whisky probieren wollte, konnte an unter 13 verschiedenen Sorten wählen.

Der Erlös des Abends ging an den Groß-Umstädter Hospizverein. Die Vorsitzende Elisabeth Fischer saß im Publikum und hatte doppelten Anlass zur Freude. Zum einen lachte sie über das Dargebotene, zum anderen freute sie sich über die Zuwendung für ihren Verein, die neben dem Eintrittspreis noch mit weiteren Spenden der Zuhörer angereichert wurde. Zu den Diensten des Vereins zählt nicht nur die Sterbebegleitung, sondern auch Trauerberatung und -begleitung für Angehörige.

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