Unterkunft in der Angelgartenstraße

Wohnraum für Flüchtlinge

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Die Bagger rollen: Mit den Bauarbeiten für die Flüchtlingsunterkunft in der Angelgartenstraße wurde in dieser Woche begonnen.

Groß-Zimmern - Die Bauarbeiten für eine Flüchtlingsunterkunft in der Angelgartenstraße haben begonnen. Die Investoren Katja und Willi Hartmann planen für rund 1,3 Millionen Euro ein zweigeschossiges Gebäude in Modulholzbauweise. Von Ursula Friedrich 

Spätestens am 1. August diesen Jahres soll die Einrichtung für 54 Bewohner bezogen werden, erklärt Willi Hartmann auf Anfrage unserer Zeitung. Das besondere am Konzept der Eheleute ist, dass auch nach Fertigstellung der Immobilie Sorge um das Wohl der in Groß-Zimmern lebenden Asylbewerber getragen wird. Das Paar, das mit dem Projekt in Groß-Zimmern nun mehrere Flüchtlingsunterkünfte im Landkreis Darmstadt-Dieburg geschaffen hat, beschäftigt zwei Hausmeister und bringt sich auch persönlich für die Belange der Menschen ein. Mit Sandra Bruckmann, die seit dem 1. März mit einer Vollzeitstelle für die soziale Betreuung der Flüchtlinge in Groß-Zimmern zuständig ist, hat Willi Hartmann bereits Kontakt aufgenommen.

Beim Startschuss für den Neubau ergab sich allerdings eine ungeplante Verzögerung. Das rund 1 000 Quadratmeter große Areal erhält zunächst eine zusätzliche Betonstützwand sowie eine Zugangsstraße, für das verbleibende, rückwärtige Areal der Gemeinde. In der kommenden Woche wird mit den Tiefbauarbeiten, nämlich dem Guss der Bodenplatte für das Haus begonnen.

Anfang Juni soll das Gebäude hochgezogen werden, das innerhalb weniger Tage stehen wird. Dies ist mittels fertiger, bis zu 15 Meter langer Holzmodule möglich, die mit Spezialtransportern nach Groß-Zimmern geschafft werden. „Dann geht es an den Innenausbau, Wasser, Strom, Elektrik, Estrich, Sanitäranlagen“, listet Hartmann auf.

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Insgesamt werden 650 Quadratmeter Wohnraum geschaffen, die später einmal, je nach Bedarf, auch als Sozialwohnungen nutzbar sein könnten. In den sechs Wohnmodulen stehen den Asyl suchenden Menschen je vier Doppel- und ein Einzelzimmer zur Verfügung. Die Immobilie verfügt außerdem über sechs separate Hauseingänge.

Für Willi und Katja Hartmann ist die Flüchtlingsunterkunft in der Angelgartenstraße die vorerst letzte auf ihrer Agenda. „Wir haben dann insgesamt 170 Menschen untergebracht“, so die Unternehmer, deren Engagement über das eines Bauträgers hinausreicht.

„Wir haben eine soziale Verantwortung für die Menschen, die in unser Land kommen. Wir müssen sie integrieren, statt nur eine Wohnung und Geld zu geben“, lautet ihr Credo. In den vergangenen Tagen vermittelte Hartmann eine junge Albanerin in eine Stelle als Krankenpflegerin, ein junger Afghane arbeitet jetzt im Personenschutz.

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