Sondersitzung des Stadtparlaments am 28. Juli

Kein grünes Licht für Gestaltung des Rathausplatzes

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Eingearbeitete Änderungsvorschläge für die Platzgestaltung präsentierten die Planer.

Groß-Zimmern - Der rote Platz und der Parkplatz am Rathaus sollen neu gestaltet werden. Darin ist man sich seit einiger Zeit einig. Nach einem Architektenwettbewerb (wir berichteten) hatte das Büro Exedra einen Entwurf vorgelegt. Von Gudrun Fritsch 

Im Anschluss hatten die Fraktionen und der Kerbverein als wesentlicher Nutzer des Platzes Gelegenheit, Änderungsvorschläge einzureichen. Die wurden weitestgehend eingearbeitet und das Ergebnis am Montagabend im Planungsausschuss präsentiert. Zu einer abschließenden Einigung kam es jedoch nicht. Da weiterer Diskussionsbedarf bestehe, soll eine neue Frist für Vorschläge bis zum 14. Juli gelten und eine Sondersitzung des Parlaments am Donnerstag, 28. Juli, über die endgültige Gestaltung entscheiden.

Landschaftsarchitekt Kai Müller erläuterte ausführlich, welche Anregungen aufgegriffen wurden. Ob die Halterung für den Kerbbaum bleiben kann, müsse mit der Feuerwehr geklärt werden. Dem Wunsch, sechs Feststände mittels Bodentanks mit Strom und Frisch- sowie Abwassermöglichkeiten zu versorgen sei sinnvoll, aber teuer. Mit 6 000 Euro pro Anschluss müsse gerechnet werden. Aktuell wurden die zunächst sieben geplanten Parkplätze nahe dem Ärztehaus in der Kreuzstraße auf zehn erhöht, obwohl es den Planern nicht behagte, da dies die „Bäume als raumgliederndes Element auf dem Vorplatz“ zurückgrängt.

Ausführlich wurde über pflegeleichtes Pflaster und die Abgrenzung der Mehrzweckhallengastronomie an der Kreuzstraße diskutiert. Bei der Gestaltung der Kulturfläche (Parkplatz) gab es weniger Kritikpunkte. Dem Wunsch, für fünf der gut Stellplätze Elektro-Kabelzugschächte vorzusehen, könne entsprochen werden, insgesamt würden Mehrkosten von rund 6000 Euro entstehen. Mit Skepsis wurde die Wahl der Bäume aufgenommen. Nicht überzeugt schienen viele Parlamentarier davon, dass der ortsfremde Schnurbaum, Gleditschie oder Feld-ahorn tatsächlich am besten geeignet sein sollen. Hausbesitzer, die am Rand der Fläche wohnen, sehen die Gefahr der Verschattung ihrer Fenster und wollen die Baumpflanzung verhindern.

Wie ein Wunschkonzert klang die Beschreibung fontänenartiger Wasserspiele für den Platz, denn die würden mit mindestens 130.000 Euro zu Buche schlagen. Fast alle hatten an den geplanten Betonbänken etwas auszusetzen. Müller hielt ein beherztes Plädoyer für die Sitzgelegenheiten. Gegenüber anderen Materialien wie Holz oder Metall sei Beton wesentlich wartungsärmer, zudem sei es formvariabel und stabil. Weitere Vorteile bestünden in der angenehmen Haptik und Temperatur. Bewegt werden könnten diese Bänke aufgrund ihres Gewichtes jedoch nicht. Im Wesentlichen stimmte dem der Vorsitzende des Kerbvereins, Mark Pullmann, zu. „Wir finden es eher von Vorteil, dass die Bänke massiv und standfest sind. So sind sie auch als Stehplätze geeignet. Der Kerbverein ist mit den geänderten Plänen sehr glücklich“, formulierte er kurz und prägnant.

Nicht ganz so positiv sahen es jedoch die Parlamentarier. Janek Gola (Zimmerner Liste) und Christian Hader (SPD) forderten zu vielen Einzelpositionen konkretere Kostenkalkulationen ein. Die Planer sollten zudem Alternativen zu den „amöbenförmigen“ Sitzgelegenheiten aus Beton vorstellen. Über den Standort für das Kerbdenkmal, das aus einem Brunnentrog von vier Metern Durchmesser herausragen soll und von Skulpturen-Künstler Hermann-Josef Klober vorgestellt wurde (Bericht folgt) wird man ebenfalls noch diskutieren. Den vorgesehenen Platz in einer baumumstandenen Nische südlich des Rathauses findet Klober nicht angemessen.

Die beliebtesten Grünpflanzen

Der Ausschussvorsitzende Jost Scharna schlug vor, die Fraktionsmitglieder kurzfristig vor der Gemeindevertrersitzung am Dienstag (12.) zusammenzurufen, um weitere Fragen zu klären. Die SPD sei dazu nicht in der Lage und benötige mehr Zeit, monierte deren Sprecher Christian Hader, der kurz zuvor die zeitraubenden „Versäumnisse der Vergangenheit“ bemängelt hatte. Dabei drängt die Zeit für die Planung sehr. Das Projekt, das zunächst auf 350.000 Euro taxiert wurde, zu denen inzwischen voraussichtlich bereits 280.000 Euro hinzukommen, könnte noch aus Mitteln des auslaufenden Programms „Soziale Stadt“ gefördert werden. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass eine detaillierte Planung beschlossen ist und mit dem Bau noch vor Jahresende begonnen wird. Bauamtsleiter Klaus Keller zeigte sich angesichts der weiteren Verzögerung sehr skeptisch. Letztlich wurde vereinbart, bei der Parlamentssitzung am Dienstag (12.) eine Sondersitzung der Gemeindevertretung für den 28. Juli zu beschließen.

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