Kräppel-Café

Die Zwiebelfrau und der Heiner

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Waltraud Schuck erfreut beim Kräppelnachmittag des katholischen Frauenkreises als Zwiebelfrau.

Klein-Zimmern - Es ist voll im Haus Barbara. Der Frauenkreis der katholischen Kirche Klein-Zimmern hat passend zur Jahreszeit zum Kräppel-Café geladen. Von Ulrike Bernauer 

Alle sechs bis acht Wochen veranstalten die Frauen um Jutta Borger ein Café im Kirchendomizil, einfach zum Treffen und für zwanglose Gespräche. An diesem Dienstag gibt es statt des normalerweise üblichen Kuchens Kräppel-Variationen und mit Liebesperlen bestreute Schaumküsse. Zudem dürfen die Besucher auch noch zwei „Büttenreden“ lauschen. Walter Götz hat seinen Heiner reaktiviert. Früher stieg er regelmäßig mit seinem Kollegen Werner Roth in die Bütt, dabei gab Götz den Heiner, Roth den Louis. Das Besondere, Götz verliest seine Witze nicht von einem gewöhnlichen Blatt Papier. Aus einem Brotkasten hat er sozusagen einen Wortleierkasten gebaut, in dem der Text an ihm vorbeirollt. Mit seinen Witzen erfreut er die Anwesenden.

Walter Götz mit seinem Wortleierkasten.

Außerdem haben sich bis auf einen weiteren Geschlechtsgenossen nur Frauen zum Kräppelnachmittag getraut. Götz erzählt von einem Gläubigen, der sich dem Pfarrer anvertraut, weil ihm sein Fahrrad gestohlen wurde. Den Vorschlag des Pfarrers, dass dieser in der Predigt die Sünden aufzählen werde und der Bestohlene genau beobachten soll, wer bei der Erwähnung des Diebstahls zusammenzuckt, hat Erfolg. Allerdings anders als gedacht, dem „Bestohlenen“ fällt beim Thema Ehebruch nämlich endlich ein, wo er das Fahrrad in der betreffenden Nacht hat stehen lassen.

Waltraud Schuck hingegen kommt als Zwiebelfrau ins Haus Barbara. Sie preist die Zwiebel als Allheilmittel. Bei Hühneraugen helfe das Allzweckgemüse, aber auch bei Winden im Magen und Gedärm. „Hoste Leibweh un Erbreche, weil du warst zulang mal zeche, steck in die Nas e Zwiewelscheib un du lebst uff am ganze Leib“, ist ihr Rat, vor dem sich so mancher doch wohl grausen mag. An diesem Nachmittag fürchtet sich allerdings keiner. Die Rednerin erhält einen donnernden Applaus, als sie zum Schluss ihrer unterhaltsamen Rede eine Zwiebel triumphierend in die Luft hält.

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