Stunde der Gartenvögel

Wer zwitschert denn da so schön?

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Wer zwitschert da an der Waldschule? Zehn Vogelliebhaber nahmen am Sonntag am bundesweiten Nabu-Forschungsprojekt „Stunde der Gartenvögel“ mit Ferngläsern und gespitzten Ohren teil. sie sahen unter anderem den Kleiber.

Groß-Zimmern - Wer zwitschert da am Waldesrand? Drei Tage waren Vogelfreunde in Deutschland aufgefordert, die heimische Vogelwelt zu erforschen. Von Ursula Friedrich

An der Waldschule folgten Hobbyornitologen dem Aufruf des Naturschutzbund (NABU) Deutschland zur Mitmachaktion „Stunde der Gartenvögel“. Obwohl überwiegend Laien an dem landesweiten Forschungsprojekt teilnehmen, das bereits zum zehnten Mal veranstaltet wurde, münden hieraus viele Erkenntnisse und Daten, die in die Wissenschaft einfließen. Seit Beginn der Aktion zählten Vogelfreunde aus 270.000 Gärten rund zehn Millionen Vögel unterschiedlicher Arten.

Das Trällern und Zwitschern verschiedener Meisenarten, Buchfinken, Amseln und Co. wurde rund um die Waldschule sofort herausgehört, Kleiber, Ringeltaube, Stare und Schwalben gesichtet. „In Hessen gibt es gut 180 Vogelarten“, sagte NABU-Chef Lothar Jacob, rund einhundert kämen im Landkreis Darmstadt-Dieburg vor. Leider, dies ist ein Ergebnis des NABU-Forschungsprojektes, sind typische Siedlungsvögel wie Mehlschwalbe und Mauersegler um bis zu 30 Prozent zurückgegangen. Ein massiver Einschnitt in den Lebensraum der heimischen Vogelwelt bedeutet der Rückgang an Streuobstwiesen. „Zwischen 1930 und 1990 sind 90 Prozent dieser Wiesen aufgrund des Siedlungsdrucks verschwunden“, so Jacob. Auch Groß-Zimmern ist mit seinen jüngsten Entwicklungen betroffen. Manche Vögel haben sich mit dem Anwachsen der Spezies Mensch arrangiert. Der Grünspecht, Vogel des Jahres 2014, ist Groß-Zimmern treu geblieben und in manchem Garten auf Insektenjagd. Die Beobachtungen von Vogelliebhabern liefern dem NABU wichtige Daten, um im Rahmen der Möglichkeiten solchen negativen Entwicklungen Hilfe für die gefiederten Freunde entgegenzusetzen.

Dass sich die Damen des Buchfinken in der kalten Jahreszeit hier jedoch verdrücken, ist ein ganz natürliches Verhalten. „Die männlichen Buchfinken bleiben in ihrem Revier“, berichtete Jacob über ein Forschungsergebnis der „Stunde der Gartenvögel“. Grund: Die Männer haben mehr Fettreserven, während die frierenden Weibchen lieber in wärmere Gefilde ausschwärmen. Wissenswertes rund um die heimische Vogelwelt und aktuelle Forschungsergebnisse nach der „Stunde der Gartenvögel“ liefert die Homepage des Nabu.

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