Geschäftsführerin der Frankfurter Brotfabrik

Kultur und Nachtleben

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Die diplomierte Übersetzerin Antje te Brake will ihre Projekterfahrungen aus dem Literaturbetrieb einbringen.

Frankfurt - Zum Jahreswechsel hat Antje te Brake ihre neue Position als Geschäftsführerin der Brotfabrik übernommen. Sie will das Kulturzentrum im Frankfurter Westen interdisziplinär weiterentwickeln. Von Detlef Kinsler

„Wir suchen einen Menschen, der eigene Ideen mit dem bestehenden Profil verschränken, als Schnittstelle die verschiedenen Fäden in der Hand halten und das Team mitnehmen kann. Gemeinsam möchten wir das soziokulturelle Zentrum als lebendigen und vielfältigen Ort in der Stadt gestalten und erhalten.“ So wandte sich das Kulturprojekt 21 e.V. im Sommer an potentielle Nachfolger für die zum 30. Juni ausgeschiedene Geschäftsführerin Martina Birkelbach. Sie hatte die Brotfabrik in Frankfurt-Hausen seit 2011 geleitet und gemeinsam mit dem Team zwei Jahre später den Spielstättenprogrammpreis gewonnen. Rund 60 Bewerbungen gab es für die attraktive Stelle, der Verein ließ sich Zeit, sie in Ruhe zu sichten. Fünf Kandidaten kamen in die Endauswahl, Antje te Brake machte das Rennen.

„Es ist ein lebhaftes Veranstaltungshaus, wo etwas passiert, ein superspannender Ort, gerade durch die Mischung mit internationalen und lokalen Künstlern, die man fördern sollte. Das ist mir wichtig“, formuliert te Brake, was für sie den besonderen Reiz der Spielstätte in der Bachmannstraße ausmacht. „Ich habe das Gefühl, da werde ich an der Schnittschnelle zwischen Kultur und Nachtleben arbeiten können.“ Dafür steht die Mischung aus Konzerten, Partys und Lesungen. „Es gibt ja ein gutes, laufendes, funktionierendes Programm“, weiß die 36-Jährige. Dem will sie neue Impulse geben. „Das sehe ich als meine Aufgabe an.“

Da sie zuletzt im „Haus des Buches“ bei der Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V., kurz Litprom, als Projektmanagerin u.a. für die Frankfurter Buchmesse den „Weltempfang“ mit Lesungen und Podiumsdiskussionen internationaler Autoren betreute, wird sie diese Erfahrungen in ihre Arbeit in der Brotfabrik einbringen. „Ich habe mich schon immer für fremde Kulturen interessiert, vor allem für Afrika“, bekennt te Brake. Gleich nach dem Abi war sie mit einer Gruppe in Südafrika. Das schlug sich dann beim Studium in einer Diplomarbeit über „Die Folgen der Kolonialisierung für die Sprachwahl afrikanischer Autoren und deren Umsetzung in der deutschen Übersetzung“ nieder. „Die Literatur, mit der ich in den letzten Jahren zu tun hatte, war oft problembelastet, Da ging es um Bürgerkriege, Terrorregime wie die Rote Khmer“, erzählt die diplomierte Übersetzerin. „Tolle Bücher, schwere Kost“, resümiert sie. Da kann man schon mal auf die Idee kommen, „etwas über die Literatur hinaus zu machen“.

So wirkt Musik auf unseren Körper

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Auch wenn sie befürchtet, damit in ein Klischee abzurutschen., spricht sie ihren Wunsch gelassen aus. „Ich wollte näher am Menschen dran sein.“ Zumal ihr auch Musik sehr wichtig ist. „Ich gehe total gern tanzen, nicht unbedingt zu Salsa, obwohl ich in der Brotfabrik mal einen Schnupperkurs gemacht habe“, ist sie bekennender Reggae- und Dancehall-Fan. Beim zukünftigen Nutzen ihrer Netzwerke geht es te Brake deshalb nicht um „klassische Wasserglas-Lesungen“, sondern eher um Interdisziplinäres. „Das steht tatsächlich in meiner Bewerbung“, lacht sie. „Mir gefällt es gut, wenn unterschiedliche Künste zusammen kommen.“ Dafür ist ein Ort wie die Brotfabrik mit ihren Räumlichkeiten, ihrer Atmosphäre und dem umtriebigen Umfeld bestens geeignet.

Quelle: op-online.de

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