Dieburg: Sonderausstellung über eine mehr als 600 Jahre lange Tradition öffnet im September

    • aHR0cDovL3d3dy5kYS1pbW5ldHouZGUvbG9rYWxlcy9sb2thbG1lbGR1bmdlbi9kaWVidXJnL2p1ZWRpc2NoZXMtbGViZW4tbGVidC13aWVkZXItNDI3NTAyLmh0bWw=427502Jüdisches Leben lebt wieder0true
    • 03.08.09
    • Dieburg
    • Drucken

Jüdisches Leben lebt wieder

Dieburg -   Am Mittwoch, 2. September, eröffnet Bürgermeister Dr. Werner Thomas die Sonderausstellung „Jüdisches Leben in Dieburg“ im Museum Schloss Fechenbach. Die als Wanderausstellung konzipierte Schau, die auch an Schulen und weitere Institutionen entliehen wird, soll die Bedeutung von über 600 Jahren jüdischen Lebens in der Stadt Dieburg veranschaulichen.

© Stadt Dieburg

New Jersey im April diesen Jahres: Siegbert und Marjorie Lorch erhalten Besuch vom Dieburger Filmclub. Sie werden von Hanna Haibach (von links), Nina Schepp, Paul Huttarsch und Peter Liste für den Film „Jüdisches Leben in Dieburg“ interviewt. Siegbert Lorch stammt aus der Metzgerei Max Lorch II. in Dieburg.

Sie spannt den Bogen von der urkundlichen Ersterwähnung eines „Judenbürgers“ aus Dieburg im Jahre 1328 bis zur Ausrottung der blühenden jüdischen Gemeinde 1943, ohne den Neuanfang nach 1945 und die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Dieburg zu vergessen. Zudem möchte sie überlebenden jüdischen Bürgern und ihren Familien Anlass sein, noch einmal in ihre Heimatstadt Dieburg zu kommen oder die Wurzeln der Familie zu erforschen.

Die in Zusammenarbeit von Stadtarchiv, Filmclub und Stadtjugendring als Film aufbereiteten Zeitzeugeninterviews ergänzen das 1993 von der Stadt Dieburg publizierte Lebenswerk des Amtsgerichtsdirektors Günter Keim, der sich gemeinsam mit der Stadt Dieburg seit 1978 intensiv um Kontakte zu den Überlebenden bemühte. Ihm ist die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Dieburg zu verdanken.

© Stadt DieburgBereits 1946 kommt Herbert Hain, der 1936 Deutschland verlassen konnte, als amerikanischer Soldat und Journalist für „Stars & Stripes“ zurück in seine Heimatstadt Dieburg. Die Aufnahme zeigt ihn in der beschädigten Synagoge, die polnische „Displaced Persons“ jüdischen Glaubens 1947 wieder einweihten.

Für die Ausstellung kann Stadtarchivarin Monika Rohde-Reith auf unzählige Dokumente und Bilder aus dem städtischen Archiv zurückgreifen: „Die Akten zeigen uns dabei ein einseitiges Bild, denn die positiven Aspekte und das Miteinander sind selten dokumentiert.“ Dabei hat es auch diese gegeben. Noch 1929 war die Einweihung der neuen Synagoge ein gesellschaftliches Ereignis in Dieburg. Und auch im Mittelalter waren Dieburger Juden als Kreditgeber für den Kurfürsten durchaus gefragt. Die Ausstellung dokumentiert die Jahrhunderte lange Bedeutung der jüdischen Gemeinde in Dieburg, und sie dokumentiert das Leben der Bürger jüdischen Glaubens, die mit ihrem Engagement, ihren Geschäften und Unternehmen, ihrer Mitgliedschaft in Vereinen oder als Politiker die Stadt geprägt haben. Sie zeigt aber auch die Ausgrenzung der jüdischen Bürger ab 1933, die Vertreibung, den Terror und die Deportation von über 40 Dieburgern in den Tod.

Die Sonderausstellung wird vom 3. September bis 6. Januar im Museum Schloss Fechenbach gezeigt.

Helen Hansi Kleban geborene Lorch aus Dieburg konnte rechtzeitig aus Deutschland fliehen. Als Zeitzeugin stand sie ebenso wie Herbert Hain, Harry (Hans) Lorch, Siegbert Lorch, Bernd Strauss und Deborah Vlock, die Enkelin von Nelli Lehmann, vor der Kamera des Dieburger Filmclubs. „Ihre Erinnerungen, ihre Botschaft an uns und nachfolgende Generationen sind jetzt auch digital dokumentiert und werden für die Ausstellungsbesucher von Paul Huttarsch, Peter Liste und dem Team des Filmclubs aufbereitet“, so Rohde-Reith. Außerdem dürfen sich die Besucher auf ein eigens für die Ausstellung angefertigtes Bild der Dieburger Künstlerin Sue Hénon freuen. Auch das Modell der Dieburger Synagoge von 1929, das durch eine Spende des Vereins „Freunde und Förderer Museum Schloss Fechenbach“ mit Unterstützung durch die Jubiläumsstiftung der Sparkasse Dieburg für das Museum angeschafft werden konnte, ist in der Ausstellung erstmals zu sehen.

zurück zur Übersicht: Dieburg

Kommentare

Kommentar verfassen
49.898208,8.837915

Karte wird geladen... Karte wird geladen - Downloadanzeige

Aktuelle Fotogalerien

Dreiecksrennen in Dieburg

Dreiecksrennen in Dieburg
weitere Fotogalerien:

Meist gelesene Artikel

  • Heute
  • letzten 7 Tage
  • letzten 30 Tage
  • Themen
Wieder Höhepunkt des Dreiecksrennens: Die tollkühnen Fahrer und ihre nicht weniger mutigen Beifahrer der historischen Renngespanne. - Fotos: Thomas Meier

Legende erfolgreich belebt

Dieburg - Wer an Tinnitus litt, dem versprach des Dreiecksrennen am Samstag Linderung: Beim ohrenbetäubenden Röhren der Rennmaschinen hatte der „kleine Mann im Ohr“ keine Chance. Dieburg war wieder einmal im Dreieicksrennfieber – und die Legende ist nach wie vor (NSU-)quicklebendig. Von Lisa HagerMehr...

Sturm aufs Landratsamt

Dieburg - Die Überraschung ist ihm gelungen: Statt sich 2017 aufs Altenteil zu begeben, geht der parteilose Dieburger Bürgermeister Dr. Werner Thomas als Landratskandidat für die CDU ins Rennen. Von Lisa Hager Mehr...

SPD bleibt auf Schellhaas-Kurs

Dieburg -  Derzeit ist viel die Rede vom Landratskandidaten der CDU, dem parteilosen Dieburger Bürgermeister Dr. Werner Thomas. Von Lisa Hager Mehr...

Wieder Höhepunkt des Dreiecksrennens: Die tollkühnen Fahrer und ihre nicht weniger mutigen Beifahrer der historischen Renngespanne. - Fotos: Thomas Meier

Legende erfolgreich belebt

Dieburg - Wer an Tinnitus litt, dem versprach des Dreiecksrennen am Samstag Linderung: Beim ohrenbetäubenden Röhren der Rennmaschinen hatte der „kleine Mann im Ohr“ keine Chance. Dieburg war wieder einmal im Dreieicksrennfieber – und die Legende ist nach wie vor (NSU-)quicklebendig. Von Lisa HagerMehr...

Zum Dreiecksrennen-Revival halten Filmstudenten das Geschehen im Film fest. Es werden noch Sponsoren gesucht. Drehen am Renntag einen Film übers Dreiecksrennen-Revival (v. l.): Marc Tressel-Schmitz, Nicolas Kronauer, Matthias Kreter, Philipp Drehmann und Max Seipel. Rechts Rennleiter Rainer Wieshoff.

Bewegte Bilder vom Renntag

Dieburg - Das Revival des legendären „Dieburger Dreiecksrennens“ aus der Nachkriegszeit findet nur alle paar Jahre statt – erstmals 2005, dann 2009, in diesem Jahr (13. September) sogar erst nach fünfjähriger Pause. Von Jens DörrMehr...

Genug Plätze für Edeka-Markt

Dieburg - Bislang waren die Stellplätze das Problem beim Projekt des Edeka-Markts an der Groß-Umstädter Straße: Die Fläche reichte nicht für alle erforderlichen aus. Von Lisa Hager Mehr...

Westlich der Frankfurter Straße und der Bahnlinie Richtung Münster (Mitte) soll auf den Brach- und Ackerflächen (links oben im Bild) das neue Gewerbegebiet „Auf die Allmendländer“ entstehen.

Verkehrsanschließung für Gewerbegebiet

Dieburg - Das I-Nord ist ein Industriegebiet mit Tradition: Schon seit Jahrzehnten sind hier viele Firmen ansässig. Demnächst soll es über die Frankfurter Straße und die Bahnlinie Richtung Münster hinweg nach Westen hin noch mehr Platz für Gewerbe geben. Von Lisa Hager Mehr...

Kontakt

Redaktion Dieburg
Mühlgasse 3
64807 Dieburg
Tel: 06071 82794-50
Fax: 06071 82794-55
red.dieburg@DA-imNetz.de

Redaktion Groß-Zimmerner Lokal-Anzeiger
Mühlgasse 3
64807 Dieburg
Tel: 06071 82794-53
Fax: 06071 82794-55
red.gross-zimmern@DA-imNetz.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.