Nach acht Jahren des Leerstands kommt Leben in das alte Konviktsgebäude. Es soll eine Zweigstelle der Bischof-Ketteler-Schule in Klein-Zimmern werden, die wiederum dem Jugendhilfezentrum St. Josephshaus angegliedert ist. Allerdings wird die Einrichtung in Dieburg eine besondere Prägung erhalten, wie Peter Eckrich, der geschäftsführende Heimleiter des Theresien- Kinder- und Jugendhilfezentrums Offenbach, mit dem das St. Josephshaus kooperiert, den Stadtverordneten am Donnerstagabend erläuterte.
Bis aber die Einrichtung eröffnen kann – die Baugenehmigung wird für August erwartet, der Betrieb soll im Sommer 2013 aufgenommen werden – ist noch viel zu tun: Michael Peters vom Architekturbüro Möller aus Bad Nauheim erläuterte die wichtigsten baulichen Maßnahmen, die bereits mit dem Denkmalschutz abgestimmt sind. Der zentrale Eingangsbereich soll auch optisch verdeutlichen, um welches Projekt es sich handelt. Dort wird eine modere Terrasse angebaut mit einer metallischen Tafel, die einen Durchschlupf bietet. Dieses „Gesicht“ der neuen Schule soll Geborgenheit, aber auch Freiraum in festgesetzten Grenzen vermitteln.
Im Osten bekommt das Gebäude, das laut Peters als Ganzes wie ein „da liegender Luxusliner“ wirkt, einen Anbau. Im Erdgeschoss sind Schulräume, ein Musikraum und die Mediathek untergebracht. Fensterfronten werden teilweise bis nach innen durchgebrochen, um mehr Licht zu gewinnen. Da die Haupträume des ehemaligen Priesterseminars nach Norden gehen, verschwenkt man die langen Flure. Jede Gruppe – immer fünf Schüler und ein Lehrer – bekommt Räume, die sich über zwei Etagen erstrecken. Das soll ebenso Identität vermitteln wie ein eigener Gruppen-Name und die dazu gehörigen T-Shirts.
Was soll aber mit dem großen Dachraum geschehen? Diese Frage hatte die Planer lange beschäftigt. Peters stellte die Ergebnisse der Überlegungen vor. Dort werden Stahlträger eingezogen, so dass ein großer Raum für rund 80 Menschen entsteht. „Hier können Theateraufführungen und Workshops stattfinden“, so der Architekt.
Ob es denn eine Eingrenzung mit Mauer wie in Klein-Zimmern geben werde, wollte beispielsweise Gertrud Meyer-Sauerwein (SPD) wissen. Dem erteilte Eckrich eine klare Absage: „Nein, wir bauen mit Sicherheit keine Mauer. Wir setzen vielmehr auf eine gute Kooperation mit der Nachbarschaft.“
„Wir werden uns doch vor 33 vielleicht etwas schwierigeren Schülern nicht fürchten oder sie gar in einem Ghetto ausgrenzen“, meinte Fraktionschef Ferdinand Böhm. Es sei doch positiv, dass auf dem zugewucherten Gelände nach so langer Zeit endlich etwas passiere.













