Zukunft der Gastronomie im Bürgerhaus Dudenhofen ist Frage des Geldes: 450.000 Euro Jahresumsatz erreichbar?

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    • 14.06.12
    • Rodgau
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Ein Bier im Jahr ist zu wenig

Dudenhofen - Konnte das gut gehen? Bei Veranstaltungen im Bürgerhaus Dudenhofen hat jeder Besucher 2011 durchschnittlich nur ein einziges Glas Bier getrunken. Auch die Gaststätte ließ sich nicht lohnend betreiben. Seit März ist sie zu. Von Ekkehard Wolf

© Pelka

Still und verlassen ist die Gaststätte des Bürgerhauses Dudenhofen. Ende Februar wurde der Pachtvertrag auf Wunsch des Pächters aufgelöst. Über die Zukunft der Gastronomie muss nun die Stadtverordnetenversammlung entscheiden.

Für die Zukunft der Gastronomie im Bürgerhaus stellt der Magistrat sechs Modelle vor - von der Vollversorgung aus einer Hand bis zur endgültigen Schließung der Gaststätte.

Die Getränkestatistik wirft ein Schlaglicht auf ein Problem der Bürgerhaus-Gastronomie. Der Bierumsatz im Saal lag 2011 demnach bei knapp 30 Hektolitern. Im gleichen Zeitraum hatten die Saalveranstaltungen rund 11.000 Besucher. „Umgerechnet bedeutet dies einen Konsum von 0,27 Liter Bier pro Besucher“, rechnet der Magistrat. Aus gesundheitlicher Sicht klingt der geringe Bierkonsum erfreulich - aber finanziell bereitet er den Verantwortlichen Kopfschmerzen. Die Stadt muss nämlich einen alten Biervertrag erfüllen. Sie hatte sich verpflichtet, im Bürgerhaus innerhalb von zehn Jahren 1400 Hektoliter „Glaabsbräu“ auszuschenken. Tatsächlich war der Umsatz geringer.

Mit rund 60.000 Litern Bier im Rückstand

Als der Vertrag am 31. Juli 2011 auslief, lag die Stadt mit rund 60.000 Litern im Rückstand. Neuerdings wird auch der Umsatz im Bürgerhaus Nieder-Roden und ein Teil des Umsatzes im Strandbadkiosk angerechnet. Der Erfolg: Zum Jahreswechsel schuldete die Stadt „nur“ noch die Abnahme von 45.802 Liter. Der Vertrag bevorzugt Bier vom Fass. Flaschenbier wird nur zu 50 Prozent angerechnet, alkoholfreie Getränke zu 20 Prozent.

Ein Beispiel: Zwei „Halbe“ entsprechen 20 kleinen Fläschchen Mineralwasser (à 0,25 Liter). Die muss man während einer Veranstaltung erst mal verkaufen. Der bisherige Pächter kritisierte gegenüber der Stadt, nicht alle Nutzer des Saals hätten sich an die Vorschrift gehalten, Glaabsbräu-Produkte über einen bestimmten Händler zu beziehen. Dies sei auch bei Privatveranstaltungen zu beobachten gewesen.

Wirtschaftliche Erfolg im Bürgerhaus

Der wirtschaftliche Erfolg im Bürgerhaus hängt nicht nur vom Getränkeumsatz ab. Auf 104 Seiten stellt die städtische Gebäudewirtschaft sechs verschiedene Betreibermodelle dar. Das Spektrum reicht von der gastronomischen Vollversorgung bis zur Schließung der Gaststätte. Die Gastronomie im Bürgerhaus muss vielen Anforderungen gerecht werden: Das reicht vom Jahrgangstreffen der Senioren über das Bier nach der Singstunde bis zur Familie, die am Sonntag preiswert und gut essen möchte.

Eine Gaststätte im Haus ist aber auch ein wichtiger „Wohlfühlfaktor“ für Besucher von Kulturveranstaltungen. In einer Marktanalyse im Auftrag der Stadt hat Rainer Plappert (Dietzenbach) „eine Marktnische für einen attraktiven und modern ausgestatteten Gastronomiebetrieb“ gefunden. Der wirtschaftliche Erfolg hänge aber vom Geschick des Pächters ab. Notwendig seien eine ganztägige Nutzung, ein wechselndes Angebot während des Tages, hohe Produktqualität und Angebote für jedes Alter. Bei der Entscheidung muss das Stadtparlament auch ans Geld denken. Die Umbaukosten des Restaurants (bis zu 350.000 Euro) müssen durch den Pächter wieder hereinkommen. Dadurch steigt die monatliche Pacht von bisher 950 Euro auf knapp 4000 Euro. Dazu kommen Nebenkosten von 2000 Euro. Nach Berechnungen des Gutachters ist dazu ein Jahresumsatz von 450.000 Euro notwendig.

Quelle: op-online.de

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Wie sieht die Zukunft der Gastronomie im Bürgerhaus Dudenhofen aus? Sechs mögliche Varianten:

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  • 1 von 6

    Variante 1: Wirt versorgt auch den Saal

    Räume: Tagescafé, Restaurant auch für kleine Veranstaltungen, flexible Theke im Foyer.
    Vorteile: Versorgung aus einer Hand, Gastronomie passt sich an jede Veranstaltungsgröße an.
    Risiko: Betreiber muss sehr qualifiziert sein und wirtschaftlich erfolgreich arbeiten.
    Umbaukosten: 350.000 Euro.
    Pacht ab 3. Jahr: 47.200 Euro.

  • 2 von 6

    Variante 2: Restaurant renovieren

    Räume: Restaurant und Thekenraum werden renoviert, aber ohne neue Aufteilung.
    Vorteil: Versorgung aus einer Hand, Umbaukosten geringer als beim ersten Modell.
    Risiko: Räume sind weniger flexibel als bei Variante 1.
    Umbaukosten: 250.000 Euro.
    Pacht ab 3. Jahr: unklar

  • 3 von 6

    Variante 3: Catering ohne Restaurant

    Räume: Kein Restaurant, Küche bleibt erhalten.
    Vorteil: Professionelle Bewirtung ohne Risiken des Restaurantbetriebs.
    Risiko: Neue Nutzungsrichtlinien sind erforderlich, um die Gebäudeausstattung zu schonen.
    Umbaukosten: 150.000 Euro.
    Pacht ab 3. Jahr: 27.100 Euro.

  • 4 von 6

    Variante 4: Vereine als Betreiber

    Räume: Kein Restaurant, Küche bleibt erhalten.

    Vorteil: Getränkeversorgung komplett durch Vereine, Catering bei Veranstaltungen möglich.
    Risiko: Stadt kann Umbaukosten nicht durch Pachteinnahmen refinanzieren.
    Umbaukosten: 150.000 Euro.
    Pacht: –

  • 5 von 6

    Variante 5: Vereinsbetrieb ohne Umbau

    Räume: Restaurant und Thekenraum wie bisher ohne neue Aufteilung.
    Vorteile: Kein Umbau, Vereinstreff in Eigenregie, Thekendienst durch Vereine.
    Risiko: –
    Umbaukosten: –
    Pacht ab 3. Jahr: –

  • 6 von 6

    Variante 6: Gastronomie schließen

    Räume: Keine Bewirtschaftung, keine Verpachtung.
    Vorteil: Bisherige Restauranträume werden für eine andere Nutzung frei.
    Risiko: Sinkende Attraktivität des Bürgerhauses.
    Umbaukosten: unklar
    Pacht ab 3. Jahr: –

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