70-Jahr-Feier der CDU Münster

„Adenauer war ein Glücksfall“

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70 Gäste feierten 70 Jahre CDU Münster, worüber auch eine kleine Ausstellung (Hintergrund) informierte. - Fotos: Dörr

Münster - Genau sieben Jahrzehnte: So lange gibt es nun schon die Christlich Demokratische Union Deutschlands. Anlass für eine Feier mit Rückblicken. Von Jens Dörr

Noch im selben Jahr, als sich die CDU 1945 gründete, startete auch der Ortsverband Münster mit seiner überwiegend lokalpolitischen Arbeit. Das 70-jährige Bestehen der heimischen Christdemokraten feierten eben jene am Mittwochabend im Foyer der Kulturhalle. Im Zentrum des Abends stand dabei der Festvortrag von Prof. Dr. Christian Schwarz-Schilling.

Schwarz-Schilling, geboren in Innsbruck, aufgewachsen unter anderem in Ost- und Westberlin sowie in Hamburg, 1957 nach Büdingen gekommen und am Mittwoch aus Neu-Isenburg nach Münster gefahren, war von 1982 bis 1992 Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen sowie die Telekommunikation. Mitte der 60er bis Mitte der 70er saß er zudem für die CDU im Hessischen Landtag. Als Unternehmer führte er von 1957 bis 1982 zudem die Geschäfte eines Büdinger Batterieherstellers. Der 84-Jährige, dekoriert mit etlichen nationalen Verdienstorden, übernahm zudem eine Professur für Politische Wissenschaften.

Prof. Dr. Christian Schwarz-Schilling hielt den Festvortrag.

Entsprechend präzise und differenziert fiel dann auch seine Festrede in Münster aus, in der er nicht nur durch die vergangenen 70 Jahre im politischen Deutschland streifte, sondern schon vorher – im Zweiten Weltkrieg –einstieg. Nach der braunen Diktatur der NS-Zeit erlebte er eine kürzere in der „Roten Diktatur der Kommunisten“ im Osten Berlins, ehe seine Familie mit dem damaligen Teenager nach Westberlin zog: „Dort musste man vor der Polizei keine Angst mehr haben. Das war für mich der Beginn des Lebens.“ In dem entwickelte sich neben seiner persönlichen Laufbahn auch die CDU – national, im Land, im Kreis, in der Kommune, in der Jungen Union ebenso wie in der der Frauen, erst im geteilten Deutschland, dann im vereinten. Immer wieder stellte Schwarz-Schilling nicht nur wichtige Entwicklungen, sondern auch Persönlichkeiten heraus. Eine ganz besonders: „Konrad Adenauer war ein Glücksfall für unsere Geschichte“, sagte er über den ersten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. „So einen gibt es einmal in 100 Jahren.“

Die Christdemokraten insgesamt habe neben vielem ausgezeichnet, dass sie sich über die Jahrzehnte hinweg immer wieder wandlungsfähig gezeigt hätten. Als recht aktuelle Beispiele nannte er die Abschaffung der Wehrpflicht und den Ausstieg aus der Atomenergie. Diesen Wandel habe die CDU „immer gemacht“. Für ihn stehe nun besonders Angela Merkel.

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Vor dem Festvortrag Schwarz-Schillings hatte zunächst Thomas Heinz, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands, die – passend zum gefeierten Jubiläum – 70 Gäste begrüßt. Unter ihnen waren die Ex-Bürgermeister Walter Blank und Karl Grimm, auch der amtierende Rathaus-Chef Gerald Frank (SPD) und in Manfred Pentz der hessische Generalsekretär. Immer wieder für eine klangstarke Unterbrechung sorgten die Swinging Saxophons mit Bläsern des Orchesters der Freiwilligen Feuerwehr Altheim, die musikalisch gemeinsame Sache mit den Schaafheimer Orchesterkollegen macht.

Heinz’ Stellvertreter Peter Waldmann befragte in einer kleinen Gesprächsrunde außerdem die CDU-Mitglieder Waltraud Thomas (viele Jahre lang Vorsitzende der Gemeindevertretung, sorgte unter anderem für ein Rauchverbot in den Sitzungen), Winfried Gehrlein sowie – für die jüngere Generation – Marcus Agnes, auch er Stellvertreter von Heinz. Langjährige Mitglieder zeichnete die CDU Münster ebenfalls aus: Seit 70 Jahren ist Karl Steinmetz dabei, seit 60 Heinz Müller, seit 50 Josef Beck, Winfried Gehrlein, Erich Haus und Otmar Maurer, seit 40 Jahren Walter Blank, seit 30 Harald Schramm und Vincenz Tulezi sowie seit 25 Jahren Margarete Beck.

In einer kleinen Ausstellung, die Inge Eckmann, Walter Blank, Peter Waldmann und Günter Willmann zusammengetragen hatten, konnte man im Kulturhallen-Foyer anhand von Plakaten, Texten und Zeitungsausschnitten zudem 70 Jahre CDU-Arbeit vor Ort Revue passieren lassen.

Quelle: op-online.de

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