1000 Gäste in der Kulturhalle

Afrika-Fest: Trommeln zu exotischen Gerichten

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Münster - Bereits zum siebten Mal lud der Ghana-Hilfe-Verein „Nima“ zum Afrika-Fest in die Kulturhalle der Gemeinde Münster. Vor sieben Jahren hatte es seine „Uraufführung“ und startete im Foyer der Halle. Von Peter Panknin

Im Jahr darauf ging es bereits in die Halle selbst, um sie Jahr für Jahr mehr mit Besuchern zu füllen. Im Foyer begrüßte eine schön gemalte Kulisse mit afrikanisch anmutendem Motiv die Gäste, die dann von Geräuschen und Gerüchen in die obere Etage gelockt wurden. Für afrikanische Verhältnisse ziemlich pünktlich startete das Fest mit den Beiträgen des Chors der John-F.-Kennedy-Schule, der sich auf der in afrikanisches Sonnenlicht getauchten Bühne versammelt hatte.

Kunstvoll bearbeitete Skulpturen zeigte Papé Sidinkoma beim Fest.

Die Kinder trugen ihre Gesänge mit viel Elan vor, um sich dann von David Arthur Hagan vor die Bühne locken zu lassen. Hagan ist Tänzer und Trommler aus Afrika. Er veranstaltete mit den kleinen Chorsängern ein rasantes Tanzspiel vor der Bühne. Hellauf begeistert und leicht außer Atem (nein, nein, nicht „Atemlos“ – das kommt aus einer anderen Welt) wurden die Kinder von rhythmischen Klängen afrikanischer Trommeln abgelöst, die nicht aus dem Urwald, aber von der Bühne herab dröhnten. Verursacher der neuen Geräusche war die Gruppe Akrowa, deren mitreißende Musik die anwesenden Gäste begeisterte. In die Klänge mischte sich allmählich ebenfalls rhythmisches Hämmern und Klopfen.

Verursacher war der afrikanische Holzbildhauer und Trommler Papé Sidinkoma, der vor den Augen interessierter Besucher aus einem groben Buchenklotz eine Plastik herausarbeitete. Mitgebracht hatte er – neben seinen beiden Kindern – bereits fertige Skulpturen aus Mahagoni und Ebenholz, die auch käuflich zu erwerben waren. Manch ein Besucher war aber auch mit den abgeschlagenen Spänen des Buchenholzes zufrieden, um sie zu Dekorationszwecken daheim zu verwenden. Eine eindrucksvolle Tanzperformance bot die Gruppe Capoeira Sao Salvador aus Darmstadt. Capoeira ist eine in Brasilien ausgesprochen beliebte Kunst-Kampfsportart, deren Wurzeln aus Afrika stammen. Capoeira ohne Musik ist undenkbar. So erfüllten die typischen Klänge des Berimbau die Kulturhalle. Der Berimbau besteht aus einem gebogenen Holzstock, an dessen beiden Enden ein Draht als Saite befestigt ist. Hinzu kommt ein aufgeschnittener, ausgehöhlter Flaschenkürbis, der als Resonanzkörper am unteren Drittel des Bogens über Saite und Bogen befestigt wird. Neben der sehenswerten Gruppenleistung im Tanz zeigten einzelne Tänzer und Tänzerinnen unterschiedlichsten Alters – von Kindergarten über Jugendliche bis zum Erwachsenen – ihren jeweils erreichten Leistungsstand.

Bibel, Beach und Busch - Ostafrika à la carte

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Weniger Bewegung war an den verschiedenen anderen Attraktionen des Festes angesagt. Vom Kinderschminken über Basteln, das Angebot des Weltladens Eppertshausen mit einer Auswahl aus Fair-Trade-Produkten, eine Dia-Show mit schönen Bildern aus den verschiedenen Projekten des Vereins Nima in Ghana war für fast jeden etwas dabei. Selbst wer nur seine Kaumuskulatur beanspruchen wollte, wurde zufriedengestellt. Mit exotischen Gerichten, Früchten oder schlicht Kaffee und Kuchen gab es für alle Geschmäcker etwas. Ein achtköpfiges Organisationsteam um Anna Zaaki, der Vorsitzenden des Vereins Nima, und etwa 80 Helfern, verhalfen der Veranstaltung zu einem reibungslosen Ablauf. Im Laufe des Tages besuchten mehr als 1 000 Menschen die Veranstaltung.

Moderator Günter Frey begrüßte zu Beginn Bürgermeister Gerald Frank als Schirmherrn der Veranstaltung und die Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück; beide würdigten die Arbeit des Vereins Nima mit kleinen Gaben. Günter Frey betonte die Bedeutung der Arbeit des Vereins Nima. Mit seinen verschiedenen Projekten in Ghana versucht der Verein, Ursachen für die Welle von Flüchtlingen vor Ort zu bekämpfen. Leider reichen die Aktivitäten des Vereins nicht aus, denn Nima kann nicht überall präsent sein. Hilfreich sind in jedem Fall aber Menschen, die Nima bei der Bekämpfung von Fluchtursachen und Menschen, die in der Flüchtlingsbetreuung aktiv tätig sind, unterstützen.

Quelle: op-online.de

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