Dieburgs Werkstatt für behinderte Menschen realisiert Kegelbahn

Alle Neune für Senioren-Projekt

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Gut Holz für die Senioren im Gersprenz-Heim Münster: Die Mitarbeiter der Dieburger Werkstätten für behinderte Menschen bauten ihnen eine formidable und behindertengerechte Standkegelbahn.

Münster - Beschäftigte der Dieburger Werkstätten für behinderte Menschen bauten den Bewohnern des Seniorenheims Gersprenz in der Wilhelm-Lehr-Straße eine Standkegelbahn. Von Thomas Meier 

Das große, seniorengerecht ausgebaute Spielgerät kam bei den älteren Bewohnern schon bei der Vorstellung bestens an. Zur kleinen Einweihung hatten sich die Bewohner der Seniorenanlage erwartungsvoll im großen Gemeinschaftsraum versammelt. Andreas Koch, Werkstattleiter in Dieburg, und Alexander Schuck vom Vorstand der Seniorendienstleistung Gersprenz, freuten sich mit der Leiterin des Hauses in Münster, Michaela Hauf, die formidable Konstruktion vorzustellen und von den Senioren „einrollen“ zu lassen. Hauf und Schuck erläuterten, dass es nicht das erste Projekt sei, das man gemeinsam verwirkliche. Und weiteren stünde dank des hervorragenden Verständnisses untereinander auch nichts im Wege.

Die Konstruktion der mobilen Kegelbahn stellte Werkstattleiter Koch genauer vor. Das Spielgerät wurde für ältere Menschen, die in der Regel nicht sehr mobil sind, angepasst. Selbst Rollstuhlfahrer können bequem mitmachen beim Kegeln um alle Neune. So wurde die Höhe der Bahn (94 Zentimeter) mit Rollstuhlfahrern aus der Werkstatt im Vorfeld ausprobiert und den Bedürfnissen entsprechend angeglichen. Die Kegelbahn ist 2,40 Meter lang und geht in der Breite von schmalen 72 auf 113 Zentimeter auf. Koch: „Die Kunststoffplatte wurde in unserer Schreinerei zugesägt, der Metallbereich hat vier Aluminiumstücke zu 15-Grad-Winkeln zurechtgebogen. Die Feinarbeiten – schleifen und mit wetterbeständigem Klarlack lackieren – haben Beschäftigte des Berufsbildungsbereiches unter Anleitung ausgeführt.“ Die Kegelbahn selbst wurde schließlich auf ein Gestell auf Rollen aufgesetzt, das man zum Transport auseinandernehmen kann.

Gehandycapte Mitarbeiter des Berufsbildungsbereiches

Die gehandycapten Mitarbeiter des Berufsbildungsbereiches hätten es sehr spannend empfunden, an einem solch großen Auftrag mitzuwirken, sagte Koch: „Sie waren mit sehr viel Begeisterung bei der Sache.“ Das Projekt kam zustande, weil die Mutter einer Beschäftigten aus der Werkstatt auch Mitarbeiterin bei der Gersprenz gGmbH ist. Sie hatte die Idee, Beschäftigte der Werkstatt für behinderte Menschen und Bewohner des Seniorenheimes zusammen zu bringen. Sie sollten sich kennenlernen und gemeinsam etwas gestalten.

Daraus entstand ein Treffen, das einmal im Monat stattfand und bei dem beispielsweise gemeinsam Namensschilder aus Holz für und mit Bewohnern und Beschäftigten gestaltet wurden. Auch ein Besuch der Senioren bei in der Dieburger Werkstatt gehörte zum Projekt, wobei die Beschäftigten den Senioren ihren Arbeitsplatz näher vorstellten. Eine frühere Beschäftigte der Werkstätte, die jetzt im Münsterer Wohnheim wohnt, konnte so ihre ehemaligen Kollegen besuchen und ihren früheren Arbeitsplatz den Mitbewohnern vorstellen. Gabriele Kuhlmann vom Sozialdienst der Werkstatt ist voll des Lobes über das Projekt. Und sie verriet, dass es bereits einen Nachfolgeauftrag für eine solche Kegelbahn gibt, die laut Werkstattleiter einen Wert von über 700 Euro darstellt. Auch das Haus der Gersprenz gGmbH in Groß-Zimmern wird seinen Bewohnern schon bald ermöglichen, mit glattenHolzkugeln die neun gedrechselten Kegel abzuräumen.

Quelle: op-online.de

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