ALMA will neue Wege gehen:

Wirtschaft fördern, Ortskultur pflegen

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Zum vielbeachteten Volksfest geriet zweimal die Gewerbemeile. Sie soll es ebenso wenig mehr in Münster geben wie das Altstadt- oder das Doaschdefest. ALMA will’s ändern.

Münster - Viele Feste sind Geschichte, der Gewerbemeile droht das Aus. Die Alternative Liste für Münster und Altheim (ALMA) ist für die Integration von Wirtschaftsförderung und Ortskultur.

„Wir schlagen vor, einen neuen Weg zu gehen,“ beschreibt der ALMA-Fraktionsvorsitzende Gerhard Bonifer-Dörr die Initiative seiner Fraktion. Er sieht neben vielen anderen großen und kleinen Aufgaben, die sich in der Gemeinde stellen, drei Baustellen: „Da ist einmal die Wirtschaftsförderung, um deren Ausrichtung seit der kontroversen Debatte um die mit Eppertshausen zweimal gemeinsam betriebene Gewerbemeile diskutiert wird. Ferner bedauern es viele Bürger in unserer Gemeinde, dass es kein eigentliches Gemeinde- oder Ortsfest mehr gibt, wie es das Altstadtfest gewesen ist und für kurze Zeit das Doaschdefest hätte werden können. Und zum Dritten steht all das, was wir in unserer Gemeinde mit öffentlichen Mitteln fördern wollen, unter dem Diktat des Sparens, der Konsolidierung des Gemeindehaushalts.“ Man müsse diese drei Baustellen gleichermaßen bearbeiten.

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„Nicht dringlich“: Gewerbemeile

Um den tatsächlichen messbaren wirtschaftlichen Erfolg der Gewerbemeile, der sich in konkreten Aufträgen für die ausstellenden Gewerbetreibenden ausdrückt, dürfe gestritten werden. Ausgewertet worden sei dieser sicher wünschenswerte Effekt der Anstrengungen der Aussteller und des finanziellen und personellen Einsatzes der Gemeinde bisher jedoch nicht. Unter dem Strich bleibe der Eindruck eines großen Festes, eines Events, das, ähnlich wie früher das Altstadtfest, viele hundert Bürger auf die Straße und zum Mitfeiern gebracht habe, blickt Bonifer-Dörr zurück: „Die, die mitmachten, ob Gewerbetreibende oder Vereine, wollten sich zeigen und für sich werben. Und das ist gut so.“

Ähnlich, wie es in den Nachbargemeinden zu beobachten sei – ob Waldfest in Babenhausen oder Schlossgartenfest in Dieburg – seien die Vereine aufgrund ihrer Mitgliederstruktur und des Nachlassens im ehrenamtlichen Engagement offensichtlich kaum oder nicht mehr in der Lage, die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen ab einer bestimmten Größenordnung zu leisten. Auch der Rückzug der Vereine aus dem Altstadtfest und dem Doaschdefest in Münster habe diese Veranstaltungen letztlich beendet. „Was bleibt, sind die sicher unterstützenswerten Veranstaltungen, die die Vereine und Gruppen in kleinerem oder größeren Rahmen das ganze Jahr über präsentieren“, so ALMA. Da stelle sich dann auch die Frage, ob bei dem ausgebuchten Kalender des Sommerhalbjahres überhaupt ein Termin für ein größeres gemeinsames Fest bleibe.

Ansturm auf Gewerbemeile

Aus diesen Überlegungen heraus wird die ALMA-Fraktion in der nächsten Sitzung des Gemeindeparlaments einen Vorschlag einbringen, der drei Aspekte gleichermaßen berücksichtigen soll: Kommunale Wirtschaftsförderung mit enger Rückkopplung an die Interessen der Gewerbetreibenden; Förderung der örtlichen Vereine und einer übergreifenden identitätsstiftenden Ortskultur; Haushaltssanierung mit Blick auf Pflichtaufgaben und freiwillige Leistungen.

Nach Auffassung der ALMA-Fraktion ist die Zeit für eine sinnvolle Vorbereitung einer mit Eppertshausen zu realisierenden Gewerbemeile für 2016 nicht mehr ausreichend. Begonnen werden müsse aber jetzt eine breite Debatte um die Ausrichtung der Wirtschaftsförderung. Und der Blick solle über den Aspekt der Wirtschaftsförderung hinaus auch die Vereinsförderung und einen neuen Anstoß für eine gemeinsame Ortskultur einbeziehen.

„Wir werden den Gemeindevorstand beauftragen, ein Konzept für die Integration von Wirtschaftsförderung und Förderung der Ortskultur zu entwickeln“, kündigt Bonifer-Dörr an. „Wie das Ergebnis sein wird, kann niemand bereits heute vorhersagen. Wichtig ist es aber, dass diese Diskussion angestoßen wird und die wichtigen Partner einbezieht. Wir würden es gerne sehen, wenn der Gemeindevorstand die Kommission für Wirtschaftsförderung und die Sport- und Kulturkommission dabei gleichermaßen einbezieht.“ (tm)

Quelle: op-online.de

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