Zusammengeflickte Accessoires

Monika Schramm stellt Patchwork-Taschen aller Art her

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Monika Schramm in ihrem Element: Am liebsten näht sie Taschen.

Altheim - Das kleine Handtäschchen, der Kulturbeutel oder die legere Umhängetasche – Monika Schramm liebt sie alle. Ihre neuesten Werke sind zur Zeit im Münsterer Rathaus ausgestellt. Von Corinna Hiss 

Manchmal macht es ihn wahnsinnig, das ewige Maschinengeratter. Wenn sich Monika Schramm in ihr kleines Nähzimmerchen zurückzieht, sieht Ehemann Harald sie für Stunden nicht mehr. „Mir wird oft gesagt, ich soll das Nähen doch lassen, wenn ich sonst so viel zu tun habe“, sagt die gebürtige Dieburgerin, die der Liebe wegen nach Altheim gezogen ist, schmunzelnd. „Dabei ist das meine Art, mich zu entspannen.“ Schramm, die eigentlich gelernte Erzieherin ist, jetzt aber im Betrieb ihres Mannes die Büroarbeiten erledigt, ist durch ihr Hobby in der Gersprenzgemeinde mittlerweile bei vielen bekannt. Genäht hat die 58-Jährige schon immer, seit gut sieben Jahren schlägt ihr Herz für Patchwork und insbesondere für Taschen.

„Ich wollte etwas Neues lernen“, erinnert sich Schramm daran, wieso sie sich damals zu einem Patchworkkurs angemeldet hatte. Schnell wurde sie von Begeisterung dafür gepackt, unterschiedlichste Stoffe zuerst in kleine Stücke zu zerlegen und sie danach wieder zusammenzuflicken, sodass neue Formen und Muster entstehen. Neben Kissen, Teppichen oder Wandschmuck stellte sie mit dieser Technik auch Taschen her – anfangs viel mit Jeansstoffen, später mit allen möglichen Textilien, die ihr in die Finger kamen.

Ihre unterschiedlichen Taschen, die nicht alle nur in Patchwork hergestellt wurden, sind mittlerweile zu ihrem Markenzeichen geworden. Schramm stellt bereits regelmäßig auf Hobbykünstlermärkten im Landkreis aus. Nun sind ihre Werke auch im Münsterer Rathaus zu begutachten. „Die Resonanz ist durchweg positiv“, freut sich die Altheimerin. Besonders bei der Damenwelt kommt ihr Sortiment an handgefertigten Taschen gut an. Ob handlich oder groß, ob aus feinen Stoffen oder festem Denim – Schramm achtet bei ihren Unikaten aufs kleinste Detail.

Auch wenn sie längst nicht alle Beutel selbst braucht, steht die Produktion niemals still. Und wenn jemand Gefallen an einem Stück gefunden hat, wird es eigens wieder angefertigt. „Ein kleiner Stadtrucksack ist der Renner, den kann ich schon fast im Schlaf nähen“, erzählt Schramm. Aufwändigere Taschen mit Reißverschlüssen oder Steckschlössern kosten hingegen mehr Zeit und Arbeitsmaterial. Solche Exemplare gibt Schramm nicht unter 40 Euro aus der Hand. „An denen sitze ich ziemlich lange und muss ja auch das Zubehör dafür bezahlen“, sagt sie.

Mode mit Durchblick: Transparentes braucht Mut

Die Ideen für die Nähkunstwerke holt sich die 58-Jährige aus Büchern oder Zeitschriften. Auf Stoffmärkten deckt sie sich mit neuen Mustern ein, die dann im bereits übervollen Schrank verstaut werden. „Es ist wichtig zu wissen, was modern ist“, sagt sie und möchte mit ihren Taschen alle Altersgruppen ansprechen. Jüngstes Experiment ist nicht aus Stoff, dafür aber aus einer Chipstüte entstanden. Mit alten – und gesäuberten – Verpackungen von Gummibärchen über Schokolade bis zu salzigen Snacks will Schramm kleine Täschchen gestalten. Das ist zwar gar nicht so leicht, aber eine neue Herausforderung für die Hobbykünstlerin, die ihr Label „VunMos“ (von Monika Schramm) nennt.

Ihre Sammlung an Patchworktaschen im Münsterer Rathaus wird indes rege begutachtet. Wegen der hohen Nachfrage ist die Ausstellung bis zum 19. Juni verlängert.

Quelle: op-online.de

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