Monate der Planung und fünf besonders intensive Tage

Ampeln verteuern Moret-Triathlon

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Gerade rund ums Ziel am Altheimer Sportzentrum feuerten die Zuschauer die Teilnehmer des „Moret-Triathlons“ an.

Münster - Heerscharen von Helfern und viel Geld muss der VfL Münster aufbringen, um den beliebten und weithin bekannten Moret-Triathlon auf die Beine zu stellen. Doch trotz aller Widrigkeiten: Es lohnt sich auch noch für den Verein. Von Jens Dörr 

Als Martina Maul am Samstagnachmittag als erste Frau über die Ziellinie des Moret-Triathlons des VfL Münster lief und ihren Sieg aus dem Vorjahr damit verteidigte (Rennbericht im Sportteil), war dies nicht nur der sportliche Höhepunkt der 31. Auflage. Auch Monate der Planung und besonders intensive Tage vor und nach dem Rennen gipfelten in diesem Moment. Einmal mehr bewältigten 185 Helfer des VfL, 78 aus den Hilfsorganisationen und 14 Kampfrichter des Hessischen Triathlon-Verbands eine Mammutaufgabe. Für Rennleiter Andreas Kropp dennoch eine, die ob des Aufwands nicht zur Diskussion steht: „Es lohnt sich für den Verein ganz einfach.“ Denn mit Blick auf den finanziellen Ertrag des VfL Münster – vom Imagegewinn durch die landesweit bekannte Halbdistanz, über die schon mehrfach auch die Hessenmeisterschaften (in diesem Jahr allerdings in Weilburg) ausgetragen wurden, ganz zu schweigen – haben die Macher über drei Jahrzehnte eine Struktur entwickelt und verfeinert, die unter dem Strich nennenswerte Mittel für die Vereinsarbeit einbringt.

„Neben den Startgeldern sind bei uns zwar auch die Sponsorengelder wichtig“, erläuterte Kropp, der die Szene auch aufgrund seiner Tätigkeit als Sportlicher Leiter des Hessischen Triathlon-Verbands bestens kennt, am Wochenende. Andere Veranstaltungen seien davon aber abhängiger als der Moret-Triathlon. Der Grund: „Wir kaufen relativ wenige Leistungen ein.“ So stemmten in Münster Kropp zufolge meist eigene, ehrenamtlich aktive Helfer wichtige Aufgaben etwa rund um die Wechselzonen und das Catering. Allein um Letztgenanntes kümmerten sich am Samstag 25 Personen. Lediglich bei den Hilfsorganisationen müsse man bestellen, etwa die Feuerwehrkräfte auf dem bayerischen Teil der Radstrecke oder den Rettungsdienst, den diesmal mit zwei Dutzend Leuten die Johanniter übernahmen. Sie mussten auf der Radstrecke lediglich bei einem Sturz eingreifen – „es ist aber nichts Wildes passiert, nur ein paar Schürfwunden“, sagte Kropp.

Bilder aus dem letzten Jahr:

Neben Personal- und Materialkosten machen in der VfL-Kalkulation alljährlich vom Staat erhobene Kosten einen wesentlichen Anteil aus. Eher „Peanuts“ sind dabei die Genehmigungen, die das Regierungspräsidium ausstellt, damit der Münsterer Verein auf den Straßen die Disziplin Radfahren durchführen darf – sie kostet den Veranstalter 300 Euro. Kostspieliger ist da schon die Abschaltung der Ampeln auf der Radstrecke, „da ist man locker mal mit 2 000 Euro dabei“, so Kropp. Anlassen gehe aber nicht: „Das Rennen läuft nach der Straßenverkehrsordnung ab, unsere Helfer dürfen auch keinen Verkehr regeln.“ Dies bedeutete bei eingeschalteten Lichtzeichenanlagen: Bei Rot müssten selbst die Asse an der Spitze des Feldes warten. „Was zum Beispiel trotzdem immer für alle gilt, ist die Regel Rechts vor Links“, erläuterte Kropp. Auch auf derlei haben die Kampfrichter, von denen auf der Radstrecke einige mit dem Motorrad unterwegs sind, ein Augenmerk.

Für den VfL verlief der Samstag nach des Rennleiters Angaben insgesamt „reibungslos“ – organisatorisch sowie mit Blick aufs Wetter. 196 Männer und 42 Frauen schafften es ins Ziel, hinzu kamen 48 Sportler in 16 Staffeln. Fast 100 der gemeldeten Athleten traten nicht an, stiegen vorzeitig aus oder wurden – das war jedoch die seltene Ausnahme – disqualifiziert. Um ihnen einen attraktiven Wettkampf zu bieten, hatte das 19-köpfige Organisationsteam samt der weiteren Helfer schon am Mittwochabend die Athletenbeutel gepackt, am Donnerstag das Material zum Ziel im Altheimer Sportzentrum und an den Babenhäuser Hardt-See gebracht, am Freitag auf- und am Sonntag wieder abgebaut. Erst am Sonntagnachmittag fiel die letzten Anspannung ab. Und Rennleiter Andreas Kropp durfte sich selbst mit einer kleinen Rennradtour belohnen...

Quelle: op-online.de

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