Einstimmiges Nein der CDU

ARThaus steht kurz vor dem Aus

Altheim - Sollte am Montagabend bei der Sitzung der Gemeindevertreter die Entscheidung ähnlich ausfallen, könnte das ARThaus schon bald Geschichte sein. Von Corinna Hiss 

Dieses Schild ist vielleicht schon bald weg: Am Montag entscheiden die Gemeindevertreter über das ARThaus.

Im jüngsten Bauausschuss stellte die Kunst- und Kulturinitiative rund um Kristin Wicher, Ellen Jöckel und Max Petermann ein Konzept zur künftigen Nutzung des ehemaligen, über Jahre leerstehenden Altheimer Rathauses vor. Dass die CDU-Fraktion gegen eine Sanierung des Mollerbaus auf Kosten der Gemeinde ist, hat sie in früheren Sitzungen sowie in Pressemitteilungen immer wieder kundgetan. Diese Meinung wurde wohl nicht geändert – obwohl vom Land jetzt eine LEADER-Förderung in Höhe von 200 000 Euro zugesichert wurde. Am Mittwochabend stimmten die fünf CDU-Ausschussmitglieder geschlossen gegen den Erhalt des ARThauses. Dem gegenüber standen drei Ja-Stimmen von Seiten der SPD sowie eine von Seiten der ALMA. „Wir sind schockiert über das Ergebnis“, sagt Kristin Wicher auf Anfrage. „Wir dachten, dass das Verständnis für den kulturellen Mehrwert da ist und sich durch die bewilligten Fördermittel doch einiges geändert hat.“

Lesen Sie dazu auch:

Alles ist möglich im ARThaus in Altheim

200.000 Euro für das Altheimer ARThaus

Das Konzept des ARThaus-Vereins sieht eine Nutzung für die Dauer von zwölf Jahren vor. Mit Hilfe der 200.000 Euro von LEADER kann die Sanierung des Gebäudes innerhalb von drei Jahren erfolgen. Derzeitige Berechnungen schätzen die Kosten auf insgesamt 360.000 Euro, die Gemeinde müsste also noch 160.000 Euro aus dem eigenen Topf zahlen. Für Bürgermeister Gerald Frank ist die Entscheidung der CDU nicht nachvollziehbar. „Die LEADER-Förderung ist zweckgebunden“, sagt er. „Ohne ARThaus gibt ‘s auch keine 200.000 Euro.“ Außerdem sei der Sanierungsaufwand noch um einiges höher, wenn das Gebäude in einen wohnbaren Zustand gebracht werden müsse. „Es liegt an der am stärksten befahrenen Straße von Altheim und besitzt keinen Garten. Einen Käufer dafür zu finden wird sehr schwer sein“, ist seine Meinung.

Die Kunst des Ikebana - Ideen der japanischen Floristik

Sollte sich der ARThaus-Verein wider Erwarten auflösen, bevor die zwölf Jahre vergangen sind, sei das Fördergeld trotzdem nicht in Gefahr. Es ist nämlich nicht an den Verein, sondern einzig an die Nutzung des alten Rathauses als Kunst- und Kulturstätte gebunden. Der LEADER-Ausschuss hatte das Engagement der Künstler als „Leuchtturm-Projekt“ bezeichnet. „Eine Abstimmung gegen uns bedeutet gleichzeitig eine Rückholung des Rathauses in die Zeit des Leerstands und Zerfalls“, so Wicher. Frank, der für einzelne Veranstaltungen im ARThaus die Schirmherrschaft übernehmen will, hofft nun wie viele weitere Befürworter, dass die Gemeindevertretersitzung, in der endgültig abgestimmt wird, ein anderes Ergebnis liefern wird.

Für CDU-Fraktionsvorsitzende Erna Roßkopf ist das klare Nein im Ausschuss die richtige Entscheidung gewesen. „Für uns sind die finalen Kosten, die auf die Gemeinde zukommen, nicht völlig ersichtlich“, sagt sie. Denn trotz des Betrags der LEADER-Förderung seien 160.000 Euro oder mehr immer noch eine stolze Summe. „Es gibt einfach wichtigere Dinge in Münster, die für uns Priorität haben“, so Roßkopf. Darunter zähle auch die schimmelbefallene Kita Im Rüssel, bei der noch nicht ersichtlich sei, wie es mit dem alten Gebäude weiter geht. Die Christdemokratin betont aber dennoch, dass eine letzte Entscheidung erst am Montagabend getroffen wird. Davor will sich die Fraktion noch intern beraten.

Die Gemeindevertreter tagen am Montag, 9. November, um 20 Uhr im Sitzungssaal. Das ARThaus-Projekt wird direkt zu Beginn diskutiert.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Hiss

Kommentare