Kreative Küche

Das ARThaus wird zur KunstKantine

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Pasta al dente kreativ bei Kerzen- und Handylicht zubereiten durften die Teilnehmer eines „inszenierten Essens“ im zur KunstKantine umgewidmeten ARThaus.

Altheim - Eine neue Facette im vielfältigen Programm des Vereins ARThaus, Kunst und Kultur in Altheim, warb jetzt für sich und die Umnutzung des jahrzehntelang verwaisten alten Rathauses. Von Peter Panknin 

Unter dem Motto „Viva la pasta, basta!“ fand ein inszeniertes Essen statt, das große Beachtung gefunden hatte. Zahlreiche Voranmeldungen führten dazu, dass seit Anfang des Jahres eine Warteliste geführt werden musste und zum Ereignis jeder verfügbare Platz belegt war. Ein kreatives Menü sollte im Beisein der Gäste frisch zubereitet werden. Mitglieder des Vereins brachten die kulinarischen Elemente des komponierten Essens an die Plätze, aber auch eigenes Mitwirken der Gäste bei der Zubereitung des Mahls war vorgesehen.Zur Begrüßung gab es einen Aperitif, der im ehemaligen Sitzungssaal des Altheimer Rathauses kredenzt wurde. Nichts erinnerte im Saal mehr an vergangene Ratssitzungen. In eifriger Vorbereitungsarbeit hatte der Verein nicht nur die Zutaten für das Menü zusammengetragen, sondern auch den Raum umgestaltet. Extra aufgehängte Lampen und ausgelegte Teppiche sorgten für ein gemütliches Ambiente. Wohlfühlen war angesagt, und Unterhaltung.

Das Essen gereichte so zur willkommenen „Nebensache“. Vereinsmitglied Anja Haus trug zu Beginn Geschichten um die Pasta, also die Nudel an sich, vor. Eine weitere Unterbrechung erfuhren die lebhaften Gespräche der Gäste durch einen musikalischen Beitrag, vorgetragen von Georg Ruf und Max Petermann. Ruf hatte den Abend im ARThaus zu Weihnachten als Geschenk erhalten, trug aber mit seinem Gitarrenspiel zur Unterhaltung bei. Petermann, Grundschullehrer, Schauspieler und Theaterpädagoge, steuerte nicht nur den Gesang bei. Gemeinsam mit Ute Schott, Emma Neuroth und Anja Haus bereitete er vor den Augen der Gäste frische Pasta zu und das Team servierte am Tisch. Selbst Hand anlegen mussten alle, die Essen wollten, bei der Herstellung des Pesto. Petermann gab schwungvoll die Anleitung, wie mittels kleinem Mörser und Stößel die frischen Zutaten zu bearbeiten sind. Wie man dieses leckere Pesto dann zu der heiß servierten Pasta essen musste, dafür brauchte niemand eine Anleitung, auch das durch den Wohlgeschmack hervorgerufene vielstimmige „Hmmm“ kam ohne Anweisung.

Vor dem nächsten Gang gab es unterhaltsame Textbeiträge, auch der Sketch „Die Nudel“ von Loriot wurde inszeniert. Die an der Tafel sitzenden Gäste waren Teil des kleinen italienischen Restaurants aus dem Sketch mit der unsäglichen kleinen Nudel im Gesicht des eitlen Verehrers (Max Petermann), der die angebetete Hildegard (Anja Haus) nicht zu Worte kommen ließ. Weitere kulinarische Höhepunkte waren frische Ravioli, gefüllt mit Ricotta-Spinat und begleitet von Karottenstreifen. Ohne Fleisch ging es nicht, Lammfilets in einer Kräuter-Knoblauchsauce waren angesagt. Absolut durchgeknallt war nicht das Essen, sondern die Sicherung im ARThaus. Gekocht wurde auf mitgebrachten Elektroplatten und gebraten auf einem Gas-Rechaud. Letzteres war wohl schuldlos am Stromausfall, der aber schnell behoben war. Im Schein von Handy-Leuchten wurde tapfer weiter serviert.

Die KunstKantine ist ein Veranstaltungsformat im ARThaus, das künftig in wechselnder Besetzung gutes Essen inszenieren möchte. Kochbegeisterte tun sich zusammen mit Künstlern, Speisen verbinden sich mit Musik, Theater, Literatur, Film. Rein physische Sättigung ist nicht das Hauptziel, aber willkommener Nebeneffekt. Die nächste Veranstaltung dieser Art ist geplant für den 12. März und steht unter dem Motto „China-Lounge“.

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Quelle: op-online.de

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