Grundstückstausch und urbane Entwicklung verhindert

Aus für Sportzentrum und Mäusberg

+
Hier wird wohl noch lange gekickt. Eine urbane Entwicklung auf dem Mäusberg ist vorerst nicht möglich.

Münster - Am Gersprenzstadion wird nun doch kein neues Sportzentrum entstehen. Bürgermeister Gerald Frank erklärte dazu gestern überraschend, dass er die Kaufverhandlungen über die für ein Sportzentrum benötigten Grundstücke eingestellt hat. Von Thomas Meier 

Der Ankauf der nötigen Grundstücke käme die Gemeinde viel zu teuer. Viele Eigentümer hatten einem Verkauf zum Angebotspreis von fünf Euro pro Quadratmeter, was mehr als einer Verdopplung des Bodenrichtwertes entspricht, zugestimmt. Einige hätten einem Grundstückstausch zugestimmt, da ausreichend Tauschgrundstücke zur Verfügung standen. „Nur wenige Besitzer wollten grundsätzlich nicht verkaufen,“, erklärt Frank. Entscheidend für das Ende der Gespräche war aber, dass wohl eine ganze Reihe von Eigentümern auf einen Verkaufspreis spekulierten, der deutlich über dem Angebot der Gemeinde lag. „In der Veranstaltung mit den Eigentümern war es Konsens, dass es einen einheitlichen Quadratmeterpreis geben solle. Gemäß der Vorgaben des Gemeindevorstandes hätte es einen Spielraum bis zu 7,50 Euro pro Quadratmeter gegeben, doch die Preisvorstellungen Einzelner lagen exorbitant über diesem Betrag,“ sagt der Bürgermeister.

Lesen Sie dazu auch:

Bürgerinitiative gegen Bau von Fußballplätzen

Es habe gar Vorstellungen im Bereich von 50 oder auch 100 Euro pro Quadratmeter Ackerscholle gegeben, berichtet Bürgermeister Gerald Frank. In den Gesprächen seien die überzogenen Forderungen zwar meist etwas reduziert worden, doch lagen sie aber immer noch deutlich über dem wirtschaftlich vertretbaren Wert von 7,50 Euro pro Quadratmeter. „Ich habe immer deutlich gemacht, dass für mich nur ein Einheitswert akzeptabel ist, das heißt, dass alle für den Quadratmeter den gleichen Preis bekommen sollten“, erklärt Frank seine Linie. Einzelnen höhere Summen zuzugestehen sei mit ihm nicht machbar.

Wenn Sport schmerzt: So fies kann Training sein

„Das Gerede über hohe Grundstückspreise von Gegnern des Projekts im Vorfeld der politischen Diskussionen hat die Vorstellung in unrealistische Dimensionen geschraubt. Hinzu kamen immer wieder aufgetischte Horror-Szenarien bezüglich der Ausmaße und Auswirkungen des Sportzentrums, die zu der Blockade einer sinnvollen Entwicklung Münsters maßgeblich beigetragen haben“, analysiert Gemeindevorstandsmitglied Jan Stemme von der ALMA. Der Bodenrichtwert des für das Sportzentrum benötigte Areal beträgt 2,40 Euro pro Quadratmeter. Aufgrund des geltenden Regionalplans wird dort laut Frank „niemals ein Wohn- oder Gewerbegebiet“ entstehen. Verkaufswilligen Eigentümern entgeheso die Chance, ihren Boden für das mindestens doppelte seines geltenden Wertes zu verkaufen, der nur durch den Bau des Sportzentrums zu erlösen gewesen wäre. Mit dem Scheitern der Verkaufsgespräche ist nun erst einmal auch die für Münster wichtige städtebauliche Entwicklung des Mäusbergs in weite Ferne gerückt. Sollte der SV Münster jetzt dort den Kunstrasenplatz anlegen, ist die Chance, auf dem Mäusberg ein attraktives Wohngebiet bei relativ geringen Erschließungskosten zu entwickeln, auf Jahrzehnte vertan.

Quelle: op-online.de

Kommentare