Trotz der Sperrung fahren Lastwagen in die Sackgasse

Baustelle am Nordring: Gefährliche Lkw-Manöver

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Blick aus dem östlichen Teil des Nordrings über die derzeitige Sperrung hinweg in den westlichen Teil. Von dort kommen noch immer viele Lkw angefahren, die dann aufwändig wenden müssen.

Dieburg/Münster - Schon seit März wird im Nordring, Dieburgs nördlichster Straße mit Anbindung an Münster, gebaut. Von Jens Dörr 

Und obwohl diese auf Höhe Ateliers für Schrift & Form gesperrt ist, verirren sich immer wieder einige Fahrer in die dortige Sackgasse, was zu gefährlichen Wendemanövern führt. Im Auftrag der Stadt Dieburg saniert eine Baufirma den Straßenbelag in drei Abschnitten grundhaft. Hinzu kommt die Erneuerung des Bodens am Kreisel zwischen Nordring und Lagerstraße. Besonders das hohe Lkw-Aufkommen strapaziert den Straßenbelag, da gerade die von der B 45 abfahrenden schweren Fahrzeuge oft über den Nordring in die Benzstraße, Lagerstraße, Dieselstraße und damit ins Dieburger Industriegebiet-Nord weiterfahren. Derzeit ist der Nordring auf Höhe des Ateliers für Schrift & Form aber gesperrt und in diesem Bereich eine Sackgasse. Was zu einigen Problemen führt, wie mehrere Anwohner und Gewerbetreibende unserer Zeitung in den vergangenen Tagen schilderten.

Sie monieren in erster Linie, dass die gesperrte Durchfahrt des Nordrings nicht ausreichend beschildert sei. Worüber man geteilter Meinung sein kann: Wer die B45 verlässt, etwa von Süden kommend von der Bundesstraße runter und damit direkt aufs Sportgelände der FSV Münster zu, sieht ein großes Schild, auf dem klar zu lesen ist, dass der Nordring gesperrt und derzeit nur bis zu einer bestimmten Hausnummer anfahrbar ist. Auch steht darauf, dass der Nord- ring aktuell bis zu einer bestimmten Hausnummer über die Lagerstraße anzufahren ist. Wer dennoch am Kreisel am Münsterer EDEKA-Markt rechts in den Nordring einbiegt, sieht allerdings nur noch zwei Sackgassen-Schilder ohne weitere Erläuterung. Die Beschilderung sei unzureichend, kritisieren Anwohner und Gewerbetreibende. Man solle einfach mal vorbeikommen und sich vor Ort ein Bild von der mitunter heiklen Verkehrssituation machen. Gesagt, getan. Und tatsächlich muss der Autor dieser Zeilen am Straßenende, wo der Nordring auf Höhe

des Ateliers für Schrift & F orm einen Knick macht, nur zwei Minuten warten: Dann steht der erste Pick-up eines Spenglerbetriebs aus Seligenstadt vor der Baustelle. Ratlos lässt der Fahrer das Fahrzeug kurz vor der Sperrung stehen, disponiert gedanklich offenbar um, wie er sein Ziel im Dieburger I-Nord nun wohl erreichen könnte. Viele verließen sich offenbar nur noch auf ihr Navigationsgerät, mutmaßen die Anwohner. Dem folge man trotz der Beschilderung blind – und müsse dann wenden. Kürzlich beschädigte ein Lkw beim Rückwärtsfahren einen Zaun und suchte dann das Weite. Wenige Minuten später blockiert ein Autotransporter mit einigen Wagen darauf die Kreuzung Nordring/Benzstraße/Iglauer Straße, weil er zumindest an diesem Punkt erkannte, dass eine weitere Durchfahrt nicht möglich sein würde.

Kaum auszudenken allerdings, wie sich der riesige Transporter ein Stück weiter vor der derzeitigen Baustelle wieder befreit hätte. Wenden wäre für ihn dort unmöglich, eine längere Rückwärtsfahrt (die ohne Anweiser sehr riskant ist) die einzige Lösung gewesen. Für die Stadt Dieburg sagt Sprecherin Ulrike Posselt, dass es nahezu unmöglich sei, an die Kartendienstleister und damit die Quelle für nicht aktuelle Navigationen heranzukommen. Beschildert sei die Sperrung aber: „Lesen müssen die Leute schon noch selber.“

Die Information der Anwohner, die manche rund um diese mehrmonatige Baustelle vor der eigenen Tür ebenfalls als unzureichend und zu spät empfunden hatten, sei Sache der Baufirma. Die informierte erst drei Tage vor Baubeginn per Zettel im Briefkasten. Mancher beeilte sich dann noch, seine Zulieferer von der neuen Anfahrt wissen zu lassen. Das hat wohl nicht jedes I-Nord-Unternehmen getan – oder die Zulieferer fahren trotzdem den Navi-Weg oder schlicht so wie immer. Lange müssen die Anwohner die kuriosen, manchmal auch gefährlichen Manöver vor ihrer Tür nicht mehr ertragen: Bis voraussichtlich 15. August sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein.

Quelle: op-online.de

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