Christoph Heckwolf begeistert Münsterer mit Grünem Daumen für „Terra Preta“

„Bio-Erde besser als Gartenkompost“

+
Mehr als zwei Dutzend Zuhörer kamen zum Vortrag des Münsterers Christoph Heckwolf (vorne rechts) zur „Terra Preta“. Danch gründete sich eine Art Interessengemeinschaft.

Münster - Mehr als zwei Dutzend Personen interessierten sich für Christoph Heckwolfs Vortrag über die Wundererde „Terra Preta“ . Einige Gartenfreunde schlossen sich danach zu eine Art Interessensgemeinschaft zusammen. Von Jens Dörr 

„Es kommen entweder gleich nur drei oder sogar 30 Personen zum Vortrag. Drei sagt mein Kopf, 30 mein Gefühl ...“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Christoph Heckwolf von seiner Partnerin und radelte gen Münsterer Bauhof. Im Versammlungsraum wurde am frühen Abend deutlich, dass Heckwolfs Gefühl ihn nicht getäuscht hatte: Tatsächlich mehr als zwei Dutzend Zuhörer kamen zum Vortrag des Münsterers über die „Terra Preta“. Anschließend äußerten mehrere Personen die Absicht, die als besonders fruchtbar geltende schwarze Erde, die schon vor langer Zeit von den Indios produziert wurde, einmal selbst herzustellen. Sogar eine Art Interessengemeinschaft gründete sich.

Die „Terra Preta“ ist eine vom Menschen gemachte Bio-Erde, die im Regenwald am Amazonas mit besonders wertvollen Eigenschaften (wieder-)entdeckt wurde. Sie ist mit wenigen, kostengünstigen Materialien sehr einfach herzustellen. Heckwolf ist davon überzeugt, dass in dieser „Wundererde” Pflanzen schneller wüchsen und Erträge deutlich höher ausfielen, sogar der herkömmliche Gartenkompost übertrumpft werde und man bei ihr auf künstlichen wie natürlichen Dünger weitgehend verzichten könne. Zugleich biete die Herstellung dieser Erde ein “geniales Abfallmanagement zur Verwendung von Hausabfällen”. Die einmalige Zusammensetzung der „Terra Preta” beinhalte neben Hausabfällen etwa auch Holzkohlepulver, Gesteinsmehle, Keramikpulver und Tonscherben.

Heckwolf hat es sich zum Ziel gesetzt, dass die Erde auch in Münster gemeinsam produziert und genutzt wird. Teilnehmen sollen sowohl private Gartenbesitzer als auch Landwirte. Selbst jene, die „nur” auf der Fensterbank gärtnerten, seien mit dem Vorhaben angesprochen. Gesucht würden auch Leute, „die ihre Gärten oder Wiesen zum gemeinsamen Vorgehen zur Verfügung stellen wollen und können“, so Heckwolf. Und: „Auch öffentliche Plätze werden gerne mit Terra Preta begrünt.“ Bürgermeister Gerald Frank informierte sich am Mittwochabend ebenfalls persönlich im Bauhof. Überdies stellt Heckwolf zu seinem Projekt grundsätzlich heraus: „Vor allem möchte ich gerne Kindern und Jugendlichen eine echte Alternative zu PC, TV, Konsole und Handy vermitteln. Auch sie sollen erleben dürfen, was es heißt, sich wieder stärker unsere Mutter Erde zuzuwenden.“ Ihm persönlich liege ein Aufwachsen mit gesunden Lebensmitteln – auch bei seinem eigenen, zweijährigen Sohn Chamuel – sehr am Herzen. Entsprechend seien bereits Gemeinschaftsprojekte mit Kindergärten und Schulen im Gespräch.

Super ernährt mit Superfoods? - Heimische Alternativen

Der offizielle Auftakt vor den fast 30 Zuhörern im Bauhof jedenfalls ist gelungen. Er sei froh und fühle sich bestätigt, „dass solch einfache, brauchbare Projekte auch in die Welt gebracht werden sollen und müssen“, gab Heckwolf nach der Versammlung zu Protokoll. „Die Zeit ist ja schon lange reif für Themen wie Umweltschutz, Ressourcenschonung, Renaturierung, Gesundheit und Umdenken, womit die Terra Preta selbstverständlich jeweils in Verbindung gebracht werden kann.“

Konkret machten etwa ein Viertel der Zuhörer deutlich, sich gern einmal auf die Bio-Erde einlassen zu wollen. „Sie haben mit mir nach dem Vortrag zusammengesessen und eine – sagen wir zunächst mal – Interessensgemeinschaft gegründet, zu der natürlich auch jetzt und später noch jeder herzlich gerne eingeladen ist, dazu zu stoßen“, freute sich Heckwolf. Plus jene, die sich schon im Vorfeld angemeldet hätten, werde man eine zehn Frauen und Männer starke Truppe sein. „Das finde ich super“, so Heckwolf. „Darauf werden wir motiviert aufbauen.“

Für die Münsterer Ehrenamtslotsen war unter anderem Tom Volkert vor Ort. Sie brachten im November 2015 das Münsterer „Reparaturcafé“ in Schwung, das immer besser angenommen werde und das auch schon Teilnehmer aus Eppertshausen und Babenhausen nutzen würden. Auch der generationenübergreifende Ansatz funktioniere angesichts von Mitstreitern zwischen 20 und 40 Jahren. Die Herstellung und Nutzung der „Terra Preta“ ist das zweite von den Lotsen flankierte und unterstützte Projekt, das konkret zu werden scheint. Nimmt man die Angebote von „Leihomas und -opas“ sowie die Unterstützung von Neubürgern hinzu, laufen sogar schon vier Projekte an. Näher informieren kann man sich über die Münsterer Ehrenamtslotsen jederzeit online auf der Webseite www.generationengemeinde.de. Speziell in Sachen „Terra Preta“ gibt Heckwolf per E-Mail: christoph_terrapreta.de Auskunft.

Quelle: op-online.de

Kommentare