Breitbandausbau in Münster

Bald wird überall schnell gesurft

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Westlich der Goethestraße verfügen die Haushalte noch nicht über schnelles Internet. Betroffen ist auch die Friedrich-Ebert-Straße.

Münster - Vielerorts in der Region wird schnelles Internet mit bis zu 50 Mbit pro Sekunde forciert. In Münster war die Verwaltung dem Zweckverband des Landkreises mit dem Ausbau in Altheim und dem östlichen Teil der Gemeinde um einiges voraus. Doch im Westen harpert’s noch. Von Corinna Hiss

Während die Nachbarkommunen Eppertshausen und Dieburg Teil des kreisweiten Zweckverbands NGA-Netz (Next Generation Access) sind und dort seit einigen Monaten die Tiefbauarbeiten für das sogenannte VDSL mit einer Datenübertragung von bis zu 50 Mbit pro Sekunde laufen, konnte sich Münster die ganze Zeit entspannt zurücklehnen. „Das Modell, das dort angewandt wird, haben sie von uns übernommen“, sagt Reiner Werner, bei der Gemeinde zuständig für den Breitbandausbau. Denn Münster ist eine der wenigen Kommunen, die dem kreisweiten Zweckverband 2014 nicht beigetreten ist.

Das bedeutet aber nicht, dass in der Gersprenzgemeinde weniger schnell gesurft werden kann. „Für uns hätte sich der Eintritt nicht gelohnt, da bereits weite Teile mit schnellem Internet ausgestattet waren“, so Werner. Bereits 2009 wurden die Glasfaserkabel in Altheim verlegt – rund 100.000 Euro kostete das die Gemeinde. Ein Jahr später kam der östliche Teil von Münster hinzu, weitere 200.000 Euro wurden in den Breitbandausbau investiert. Als also Landrat Klaus Peter Schellhaas das VDSL initiierte, war das in großen Teilen Münsters bereits kein Thema mehr.

Doch seitdem gibt es immer noch Bereiche, in denen die Bürger sich mit 16 Mbit/s begnügen müssen. Die Grenzen liegen dabei in der Goethe- und der Berliner Straße. „Der Westen wartet noch auf schnelles Internet“, gibt Werner zu. Dabei war eigentlich vorgesehen, dass die Tiefbauarbeiten schon längst abgeschlossen sind.

Dass zwischen dem Ausbau vom Münsterer Osten und dem Gebiet westlich der Goethestraße so viele Jahre vergangen sind, lag an den Schwierigkeiten, die die Gemeinde mit der Vergabe der Tiefbauarbeiten hatte. Die meisten Breitbandanbieter bemängelten, dass sich die Höhe der Kosten wirtschaftlich nicht rechnen würden (wir berichteten). Diese Problematik galt insbesondere fürs Breitefeld, das auch ans schnelle Internet angeschlossen werden sollte. „Letztendlich hat sich die Telekom bereiterklärt, diesen Bauabschnitt kostenneutral in Angriff zu nehmen“, sagt Werner. Das bedeutet: Zu den bereits investierten 300.000 Euro muss die Gemeinde nichts mehr hinzuzahlen.

Die finanziellen Gründe waren aber auch dafür verantwortlich gewesen, dass nicht bereits 2010 das komplette Ortsgebiet mit Glasfaserkabeln verlegt worden war. „Zu diesem Zeitpunkt waren 16 Mbit/s bereits ein Fortschritt, die Situation in Altheim war so aber nicht mehr haltbar“, berichtet der Finanzexperte. So wurde der Fokus auf die „steinzeitlichen Verhältnisse“ im Ortsteil jenseits der B 26 gelegt und der Ausbau des Westens aus Kostengründen vertagt.

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Dass es dann doch so lange dauern würde, bis die finalen Arbeiten beginnen, hätte Werner allerdings nicht gedacht. Auch auf der Seite der Telekom, wo Interessierte die Verfügbarkeit des VDSL prüfen können, stand noch bis vor wenigen Tagen: „Der Festnetzausbau in Münster wurde Anfang Oktober abgeschlossen.“ Bis dato hatte er aber in der Mainzer Straße, Friedrich-Ebert-Straße oder Steinstraße noch gar nicht begonnen. „Das ist nicht in unserem Interesse“, betont Werner.

Doch die Firma Klenk, die die Tiefbauarbeiten im Auftrag der Telekom durchführen sollte, ist auch das Unternehmen, dass im gesamten Landkreis für den Zweckverband unterwegs ist. „Sie sind so beschäftigt, da hat sich alles um mehrere Monate verzögert“, sagt Werner. Aktueller Stand ist, dass jetzt noch im November begonnen wird.

Ist erst einmal der Anfang gemacht, soll alles ganz schnell gehen. „Wir haben Glück und können viele Leerrohre nutzen“, freut sich der Rathausmitarbeiter. Besonders auf der drei Kilometer langen Strecke ins Breitefeld ist das enorm hilfreich, denn so können die Leitungen bequem unter der Brücke über die B 45 durchgeführt werden. Auch die meisten Stromkästen in der Gemeinde werden da bleiben, wo sie sind. Einzig an den Stellen, wo der größere Kasten nicht mehr auf den Bürgersteig passen sollte, werden sie an einem neuen Standort angebracht. Mittlerweile hat auch die Telekom ihre Homepage auf den neuesten Stand gebracht: Dort wurde das Bauende auf März 2016 angepasst.

Quelle: op-online.de

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