Brücke am Werlacher Weg

Run auf Erstüberquerung

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Die (offizielle) „Erstüberquerung“ lockte viele Münsterer über die neue Brücke.

Münster - Über 100 Bürger fanden sich ein, um die Eröffnung der Brücke am Werlacher Weg zu verfolgen. Von Thomas Meier 

Damit unterstrich das große Interesse auch die Bedeutung des sonst eher unscheinbaren Bauwerks, das, am Ortsrand in Richtung Eppertshausen gelegen, zumeist von Schülern, Joggern, Besuchern des Gersprenzstadions und einigen Landwirten genutzt wird. Und für 400 000 Euro wird ja auch nicht aklle Tage ein Verkehrs-Bauwerk eröffnet, das ins Feld führt. Bürgermeister Gerald Frank war sich der Bedeutung der Wiedereröffnung solch wichtiger Furt über die Gersprenz bewusst. Er hatte ein kleines Fest mit Zeremoniell daraus veranstalten lassen; mit Kindergartenbeteiligung, Traktorüberfahrt, musikalischem Beiprogramm und den obligatorischen Festansprachen, von denen er die erste hielt. Die bisherige Brücke über die Gersprenz am Werlacher Weg – deren genaues Alter gestern niemand zu beziffern wusste – war schon etliche Jahre baufällig. Eine Sanierung war nach Auskunft der Fachingenieure nicht mehr möglich, und die jährlichen Brückenprüfungen belegten die schlechte Beurteilung.. Deshalb beschloss die Gemeinde 2013, eine neue Brücke bauen zu lassen.

Manfred Müller und Günter Frühwein unterhielten die vielen Brückengäste musikalisch.

Die Brücke habe an ihrem Standort für viele Nutzer wichtige Bedeutung, sagte Bürgermeister Frank. Freizeitsportler, Spaziergänger, Ausflügler – alle nutzten die Überquerung, die auch für die Landwirtschaft eine große Rolle spiele. Nicht zuletzt deshalb sei bei der Planung der Fahrbahnbreite die Dimensionierung heutiger landwirtschaftlicher Nutzfahrzeuge zugrunde gelegt worden. „In Zukunft kann, durch die Planung des Sportparks beim Gersprenzstadion, der Brücke auch eine weitere wichtige Rolle zukommen,“ sagte Frank. Er dankte vor allem Gioia Meyer, die seitens der Gemeindeverwaltung die Bauleitplanung für das 400.000 Euro-Projekt inne hatte, und Norbert Friedrich vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Breuberg, dem die Entwurfs- und Genehmigungsplanung oblag.

Friedrich war es dann auch, der zum Bauwerk Zahlen nannte. Zwischen den Auflagern misst die Brücke 13,80 Meter, ihre Gesamtlänge beträgt 22 Meter, sieben Meter ist sie breit. Der Bürgersteig auf der Stadionseite ist für Begegnungsverkehr von Rollstuhlfahrern oder Kinderwagenschiebern ausgelegt und hat eine Breite von 2,50 Meter. Der Gehweg gegenüber ist 75 Zentimeter schmal. Friedrich erinnerte daran, dass die Brücke zunächst kleiner dimensioniert geplant worden sei. Die Kostenschätzungen beliefen sich anfangs auf rund 300.000 Euro. Doch da man sich bewusst wurde, dass ihr künftig größere Bedeutung würde beigemessen werden können, plante man etwas großzügiger. „Ich freue mich, dass wir mit der beauftragten Baufirma Liebig im Kostenrahmen bleiben konnten“, sagte der Planer.

Mit der Anpassung an die zu erwartenden Bedingungen wuchs die Brücke in der Breite. Zudem kamen die Neupflasterung des Vorbereichs am Stadion und die Abgrenzung des Parkplatzes mit einem Bordstein hinzu, so dass die Kosten auf knapp 400.000 Euro anwuchsen. Nach soviel Zahlenwerk waren die Kinder aus dem katholischen Familienzentrum mit ihren Erzieherinnen froh, endlich ihr Singspiel auf der Brücke aufzuführen, nachdem ein Kindergartenbub schon mal mit dem Geschenk von Ingenieur Freidrich, einem Tretroller, die Brücke abrollern durfte. Und auch Manfred Müller und Günter Frühwein, die zur musikalischen Gestaltung beitrugen, griffen beherzt in die Tasten.

Quelle: op-online.de

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