„Nein zum geplanten Sportpark!“

Bürgerinitiative gegen Bau von Fußballplätzen

+
Zwischen Feldkreuz und Gersprenzstadion könnten die neuen Fußballplätze des geplanten Sportparks kommen.

Münster - Neben dem bestehenden Gersprenzstadion könnte es schon bald einen weiteren Sportpark geben, sollte es mit dem lange diskutierten Geländetausch am Mäusberg voran kommen. Nun wenden sich Anlieger und Naturschützer gegen den ins Auge gefassten Sportplatz-Standort. Von Thomas Meier 

Die Familien Hartmann, Lingelbach, Stein und Altmann zeichnen stellvertretend für weitere Bewohner von Münster für die Kritik am Sportpark-Vorhaben verantwortlich. Sie wohnen alle im so genannten „Piratenviertel“ Münsters, also nahe des Gersprenzstadions in dem Viertel, das bereits öfter hochwassergeschädigt war. Die Kritiker haben bereits ein Problem mit der Begrifflichkeit des Sportparks: Es sollen ein oder mehrere Fußballplätze gebaut werden. „Das heißt, die einzige Sportart, die dort stattfinden wird, ist Fußball. Und das dann wohl jeden Tag und in den Abendstunden mit Beleuchtung“, mutmaßen die Bürgerinitiativler.

„Realisiert werden soll dieses Projekt – offenbar, um Kosten einzusparen – in einem von Hochwasser gefährdetem Gebiet direkt neben der Gersprenz. Erst vor kurzem wurde dieses landschaftlich sehr idyllisch gelegene Areal aufwändig umgestaltet“, erinnern die Familien. Die Gersprenz sei renaturiert und mit einer Fischtreppe versehen worden. Man könne dort Silberreiher und Störche beobachten, den Biber schwimmen sehen, auch den Eisvogel habe man schon ausgemacht. Die Kritiker befürchten, „dass sich viele Arten, die sich bereits dort angesiedelt haben, wegen des zu erwartenden zwangsläufigen Lärms wieder vertrieben werden“. Aufwändig betriebene Maßnahmen für die Schaffung von naturnahen Lebensräumen verlören ihre Wirkung. Lärmschutzmaßnahmen seien in der jetzigen Planung weder für die Natur noch für die dort lebenden Menschen vorgesehen.

Negative Folgen für sensible Natur

Lesen Sie dazu auch:

Neue Sportanlage eher Luftschloss

Wie genau das neue Sportgelände aussehen soll, ist im Moment noch unklar. Negative Folgen für die sensible Natur in dem Bereich seien allerdings bereits absehbar, befinden die besorgten Bürger. Ihrer Kenntnis nach solle offenbar der Radweg nach Eppertshausen, der von vielen Schülern rege genutzt wird, umgeleitet werden. Auch seien die genauen Kosten für den Bau ungeklärt. Sie fragen: „Kommen hier möglicherweise neue Belastungen auf die Bürger in Münster und Altheim zu?“ Es stelle sich die Frage, ob ein solch kostspieliges Vorhaben in Zeiten klammer Gemeindekassen überhaupt notwendig sei, wo es in Münster doch noch viele andere Baustellen gebe. „Selbst die allseits beachtete und zwischenzeitlich auch von anderen Regionen kopierte Gewerbemeile, die gemeinsam mit der Nachbargemeinde Eppertshausen veranstaltet wurde, fällt dem Rotstift zum Opfer, obwohl es sich hier im Vergleich um einen eher marginalen Betrag handelt“, erklären die Sportplatzbau-Gegner. Eine Besonderheit, die den Bekanntheitsgrad der Gemeinde sicherlich weit über die Stadtgrenzen hinausgehend gesteigert hätte, gehe somit verloren.

So sehr kann Sport schmerzen

Wenn Sport schmerzt: So fies kann Training sein

Bürgermeister Frank habe während der jüngsten Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses von einer Übertragung von „eins zu eins vom Mäusberg“ gesprochen, halte sich die Option einer möglichen Erweiterung jedoch offen. „Die ursprünglich angedachte Soccerhalle könnte im Fall eines Investors doch noch realisiert werden. Weitere Fußballplätze wären im Bedarfsfall auch noch möglich. Wieweit die Möglichkeit der Erweiterung geht, ist noch nicht vorhersehbar,“ geben die Kritiker zu bedenken.

In Gesprächen der unmittelbaren Anwohner untereinander hätte sich gezeigt, dass weiterer Informationsbedarf über die genauen Pläne für dieses Bauvorhaben bestehe. Daher habe sich aus Anwohnern und weiteren Interessierten eine Initiative gebildet, die gegen das Vorhaben in der jetzigen Form ist: „Zwischenzeitlich konnten schon mehr als 150 Unterschriften von Münsterern gesammelt werden, die gegen dieses Bauvorhaben sind. Die Unterschriftenaktion wird weiter fortgesetzt.“ Unterstützer melden sich bei der E-Mail-Kontaktadresse: AnwohnerSportpark@t-online.de.

Für Montag, 18. Mai, 19 Uhr, habe Bürgermeister Frank eine Infoveranstaltung zur Sportplatzplanung im Kleinen Saal der Gersprenzhalle angekündigt. Auch die Initiative hoffe auf eine gute Beteiligung daran.

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare