Museum an Gersprenz beherbergt bedeutsame Ausstellung

Caruso aus dem Grammophon

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Gut gelaunt lauschen Bürgermeister Gerald Frank, Kai Herd und Mitglieder der Gemeindevertretung Münster den Ausführungen von Luciano Pituello (Bildmitte) über Caruso und sein musikalisches Wirken, übersetzt von Silvia Bazoli (links neben ihm).

Münster - Das Museum an der Gersprenz beherbergt dank der jüngsten Partnerstadt der Gemeinde derzeit eine bedeutende Sonderausstellung. Von Peter Panknin 

Das Museo Enrico Caruso, beheimatet in Lastra a Signa, präsentiert sich mit Exponaten, deren Schwerpunkt Carusos Aufenthalt in Deutschland ist. Angereichert wird die Schau mit Informationen zu seinem Leben. „Villa Bellosguardo“, so der Name des Hauses, in dem Enrico Caruso, der Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekannteste lyrische Tenor, seine letzten Jahre verbrachte. Der Verein „Museo Enrico Caruso di Milano“ hat im Laufe von 40 Jahren zahlreiche kostbare Einzelstücke in Form von Schallplatten, Theater-Programmen und persönlichen Gegenständen zusammengetragen. Ergänzt wird diese Sammlung durch Karikaturen, die Caruso zu seiner Entspannung vor oder nach Bühnenauftritten selbst gefertigt hat und auch hier künstlerische Größe präsentiert. Aus Platzgründen wurde diese Sammlung vor einigen Jahren von Mailand in die der Gemeinde Lastra a Signa gehörende Villa ausgelagert.

Ausgewählte Stücke der Sammlung wurden nun unter der Leitung von Stefano Calistri aus Lastra a Signa speziell für die Ausstellung in Münster zusammengestellt und werden somit erstmalig in dieser Form einem Publikum präsentiert. Anlass genug für Luciano Pituello, Mitglied der „Associazioni Studi Carusiani Milano“, zur Präsentation der Ausstellung nach Münster zu reisen. Er konnte geladenen Gästen der Münsterer Gemeindevertretung, dem Vorstand des Partnerschaftsvereins und der Delegation aus der Partnergemeinde Abtenau einen ersten Eindruck von den Exponaten verschaffen.

Als Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Münster begrüßte Kai Herd neben Bürgermeister Gerald Frank auch die vorherigen Bürgermeister Karl Grimm und Walter Blank in den Räumen des Museums an der Gersprenz.

Alle Anwesenden zeigten sich tief beeindruckt, als Luciano Pituello eine Schallplatte mit der Stimme von Enrico Caruso auflegte. Die Schellackpressung, ein Vorläufer der Vinylschallplatte, ist eine äußerst spröde Scheibe, die von einer dicken Stahlnadel abgetastet wird und die Töne über einen großen Trichter in den Raum abgibt. Grammophon nennt man diese Abspielgeräte aus fast vergessenen Zeiten. Alles mechanisch, ohne elektrische Verstärkung, und auch heute noch mit hoher Präzision funktionierend, aber mit typischem Knistern und Rauschen verbunden.

Das störte fast gar nicht, erklang Carusos Stimme doch in voller Dynamik und mit ganzer Bandbreite seines Könnens. Gespannte Aufmerksamkeit der Zuhörerschaft im Museum war Luciano Pituello gewiss, zumal er durch seine Erscheinung und sein Gebaren während der musikalischen Vorführung die Anwesenden in die Zeit von Caruso mühelos zurückversetzen konnte. Schallplatten, Grammophon und Bilder sind nicht das einzige, was in dieser Ausstellung präsentiert wird. Zahlreiche Karikaturen, von Caruso vor oder nach seinen Auftritten von ihm selbst gefertigt, beweisen, dass er nicht nur musikalisch ein herausragender Künstler war.

Zur zweiten Eröffnung vor Museumsbesuchern begrüßten Bürgermeister Gerald Frank und der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Lastra a Signa – Münster, Hans-Peter Schmücker, nochmals zahlreiche Gäste. Das Grammophon ist zwar nach wie vor Bestandteil der Ausstellung, wird aber nicht unmittelbar zu hören sein. Stattdessen kann auf Wunsch ein Video vorgeführt werden, das Ausschnitte aus alten Filmberichten und von Auftritten Enrico Carusos zeigt. Die Ausstellung wird wieder am 3. und am 17. Juli, jeweils ab 14 Uhr, im Museum an der Gersprenz zu sehen sein.

Quelle: op-online.de

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