Sanierung „Im Rüssel“ soll Priorität bekommen

Nach Schimmelbefall: CDU beklagt Stillstand an Kita

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Das Jugendzentrum an der Gersprenz wird wohl noch auf längere Zeit als Kita-Provisorium dienen müssen.

Münster - Die CDU im Ort beschwert sich, dass die Sanierung der Kindertagesstätte Im Rüssel nicht voran komme. Gelder stünden bereit, Pläne existierten, aber Bauarbeiter seien nicht auszumachen. Von Thomas Meier

Nicht nur, dass die kleinen Bauarbeiter Im Rüssel ihre Kita wegen böser Schimmelpilzsporen eilends verlassen mussten, die großen Kollegen kommen der CDU für eine Sanierung viel zu spät herbei.

„Das neue Jahr hat begonnen, die Probleme sind die gleichen“, stellt die Union Münsters fest. Sie moniert, über fünf Monate seien ins Land gestrichen, dass die Kita „Im Rüssel“ wegen Schimmelbefalls geschlossen werden musste und seitdem für die Kinderbetreuung nicht mehr zur Verfügung stehe. Fraktionsvorsitzende Erna Roßkopf schreibt: „Dabei wurde noch im vergangenen Frühjahr in der Gemeindevertretung die Erweiterung der Kita beschlossen und dafür auch Mittel in Höhe von 300.000 Euro bereitgestellt. Was da eventuell in der Zwischenzeit baulich bereits angegangen wurde, ist nicht bekannt. Jedenfalls deuten jetzt – nach dem Schimmelbefall – die für die Sanierung im Investitionsplan angesetzten Beträge auf umfangreiche Maßnahmen hin.“

Klar sei, dass die Schäden beseitigt werden müssen, damit die Einrichtung wieder geöffnet werden kann. Für 2016 und 2017 seien jeweils 600.000 Euro für die Sanierung bereitgestellt, zähle man dann noch die 300.000 Euro aus dem vergangenen Jahr hinzu, seien das 1,5 Millionen Euro. Die CDU-Fraktion hatte bei den Haushaltsberatungen beantragt, die Mittelverwendung durch den Gemeindevorstand erst dann freizugeben, wenn die auszuführenden Maßnahmen bekannt seien und dazu Kostenschätzungen vorlägen. SPD und ALMA lehnten dies ab. Erna Roßkopf: „Es bleibt die Frage, wusste man da schon mehr als das, was in der Presse oder durch Mitteilungen des Bürgermeisters öffentlich kommuniziert wurde? Informationen zu möglichen Baumaßnahmen gab es in den öffentlich tagenden gemeindlichen Gremien bisher nicht.“

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Überhaupt sei für die CDU nicht nachvollziehbar, dass angesichts der Brisanz des Themas die Erstellung der Gutachten so lange dauere. Die Union fragt: „Fehlte hier der notwendige Nachdruck gegenüber den beauftragten Stellen? Angesichts des damals dominierenden Themas Sportpark kann schon der Eindruck entstehen, dass der Kita nicht erste Priorität eingeräumt wurde.“ Für die Sanierung der Einrichtung seien nun über mehrere Jahre Mittel eingeplant, so dass sich auch die Bauarbeiten über eine längere Zeit hinziehen werden. Das bedeute für die Kinder und deren Eltern, sich weiter zu gedulden und sich möglicherweise bis 2017 auf das Ausweichquartier Jugendzentrum einzustellen. Wichtig sei es für die Union nun, kurzfristig zu erfahren, welche Maßnahmen erforderlich werden. In der Folge müsse ein Zeitplan aufgestellt werden, der die einzelnen Sanierungsschritte aufzeigt.

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Roßkopf erklärt: „Die im Investitionsplan eingeplanten Mittel können erst verwendet werden, wenn die Kommunalaufsicht die im Dezember 2015 verabschiedete Haushaltssatzung und den Investitionsplan genehmigt hat. Das wird wohl angesichts der 23 Kreiskommunen einige Zeit dauern.“ Ungeachtet dessen könne man mit Sanierungsarbeiten an der Einrichtung auch früher beginnen, denn 300.000 Euro stünden aus 2015, wohl für einen vorgesehenen Anbau, den man auch auf später verschieben könne, schon bereit. Die CDU erinnert: Die Sanierung der Kita „Haus der Kinder“ 2013 habe rund 600.000 Euro gekostet, wobei zusätzlich rund 400.000 Euro für Lärmschutz- und Modernisierungsmaßnahmen investiert wurden. Jetzt sollen für den Kindergarten Im Rüssel 1,5 Millionen ausgegeben werden. Bei einer solchen Summe sollten doch alle Gemeindevertreter eingebunden werden.

Quelle: op-online.de

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