FSV ist dabei - wenn es Sinn macht

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Sportzentrum: Neben Natur- und Lärmschutz könnte ein anderes Problem den Neubau am Gersprenzstadion gefährden. Wo spielt die FSV Münster - auf dem Foto eine Szene vom Mädchenfußball-Tag - künftig Fußball? „Die FSV möchte sich gerne an einem Sportpark beteiligen“, sagt Vorsitzender Peter Samoschkoff - was aber nur unter bestimmten Bedingungen gelte.

Münster - Die Anstrengungen Münsters für ein neues Sportzentrum nehmen in diesen Wochen nochmals zügigere Fahrt auf. Von Jens Dörr 

Wie berichtet, tauschen sich Vertreter von Vereinen und Parlamentsfraktionen schon seit längerer Zeit mit den Zielen in einem Arbeitskreis aus, einerseits das derzeit vom SV Münster genutzte Areal am Mäusberg für die Komplettierung des innerörtlichen Wohngebiets zu gewinnen, andererseits dem SVM eine neue Heimat zu geben und gleichzeitig die Sportinfrastruktur in der Gemeinde zu verbessern. Gegen die Stimmen der CDU beschlossen SPD, ALMA und Fraktionslose vor einigen Tagen in der Gemeindevertreter-Sitzung den Einstieg ins Projekt, dessen Realisierung am ausgeguckten Standort neben dem Gersprenzstadion damit ein Stück näher rückte. Nach Informationen unserer Zeitung könnte allerdings ein bislang seltener thematisiertes Problem den Neubau an dieser Stelle gefährden.

Für Papiere zu Natur- und Lärmschutz haben die Gemeindevertreter in den Haushalt 2015 eine Summe in Höhe von 35.000 Euro eingestellt. Insgesamt weist der Haushalt zwar einen 200.000-Euro-Posten zum Sportzentrum auf; der Großteil des Geldes würde aber erst dann benötigt, wenn die zunächst eingekauften Gutachten keine k.o.-Kriterien für das Sportzentrum an dieser Stelle brächten. Doch auch bei Ergebnissen der Natur- und Lärmschutz-Gutachten, die dem Projekt zuträglich wären, bliebe eine hohe Hürde: Für den Kauf des Geländes müsste die Gemeinde Verhandlungen mit bis zu 20 verschiedenen Grundstücks-Eigentümern führen - und erfolgreich zum Abschluss bringen.

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Maßgeblich dürfte dabei der Kaufpreis sein: Erste Planungen gehen von zehn Euro pro Quadratmeter aus, die die Gemeinde ausgeben könnte, damit das aus dem Mäusberg-Verkauf bezahlte, allerdings vorzufinanzierende Projekt weitgehend kostenneutral zu stemmen wäre. Die CDU zweifelt diese Annahme ohnehin an und stimmte daher jüngst gegen den Projekteinstieg - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt und unter den jetzigen, aus ihrer Sicht unsicheren Bedingungen. Hindernis am Horizont: Die Vorstellungen einiger Grundstücks-Eigentümer sollen deutlich höher liegen - mancher erhofft sich pro Quadratmeter offenkundig ein Vielfaches der bislang angenommenen zehn Euro. In Babenhausen brachten solche hohen Forderungen von Grundbesitzern das neue Sportzentrum auf dem Acker an der Joachim-Schumann-Schule bereits zu Fall, auch weil die Stadt Enteignungen ausschloss.

In Dieburg, das ebenfalls eine adäquate Stätte besonders für Leichtathletik, Fußball und Schulsport schaffen will, geht der Erwerb der Flächen gegenüber dem Freibad-Parkplatz (südlich des Skateparks) aufgrund der hohen Anzahl der teils pokernden Eigentümer nur langsam voran. Die Herausforderung des Grundstückankaufs hätte Münster zwar auch an anderen denkbaren, vorerst aber verworfenen Standorten. Doch sind die Ausgangslagen dort teilweise andere. So gehören auch die - auf Dieburger Gemarkung liegenden - Flächen westlich des Geländes der FSV Münster mehreren Eigentümern. Von ihnen ist aber einer handlungsbevollmächtigt und damit zentraler Ansprechpartner.

Stichwort FSV: Deren Vorsitzender Peter Samoschkoff äußerte sich auf Nachfrage unserer Zeitung zu einer möglichen Beteiligung der „Freien“ an einem neuen Sportzentrum. Im Arbeitskreis von Beginn an vertreten, sei der Verein mit seinen Abteilungen Fußball, Frauen- und Mädchen-Fußball, Turnen/Gymnastik Ringen und Fastnacht in den Planungen bislang nur unzureichend berücksichtigt worden. „Die FSV möchte sich gerne an einem Sportpark beteiligen“, so Samoschkoff. „Aber nur, wenn es hieb- und stichfest ist und auch Sinn macht.“ Dazu zähle genug Sportfläche nicht nur für den SV Münster, sondern eben auch die FSV. Bisherige Planungen beinhalteten etwa mit Blick auf die Fußball-Felder zu geringe Kapazitäten für die Nutzung durch beide Vereine.

Der TSV Altheim, mit dem die FSV Münster in den meisten Fußball-Juniorenklassen eine Spielgemeinschaft bildet, hatte besonders aufgrund der großen Entfernung der angedachten Standorte zum Ortsteil von Beginn an kein Interesse an einer Beteiligung am geplanten neuen Sportzentrum gezeigt. Die Jugend-Spielgemeinschaft Münster/Altheim trainiert inzwischen ausschließlich beim TSV.

Quelle: op-online.de

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