Leistungszentrum im Tischtennis für Kinder geplant

Bewegung in die Kitas bringen

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Ganz bei der Sache: Die Tischtennis-Schnupperkurse stoßen nicht nur bei Münsters Kita-Kindern auf großes Interesse.

Münster - Mit Tischtennis-Schnupperkursen will die DJK mehr Bewegung in die Kindergärten Münsters bringen. Zudem soll die Kooperation Kita und Verein auch der Nachwuchsförderung und somit der DJK zugute kommen. Von Thomas Meier

Die Bürgerstiftung sponsert das nicht billige Projekt mit 1000 Euro. Mit dem neuen Bewegungs- und Übungsangebot rannte Horst Heckwolf, A-Lizenstrainer der DJK Blau-Weiß, im Katholischen Familienzentrum St. Michael bei einem Schnuppertag bereits offene Kita-Türen ein. Er führte die vier- bis sechsjährigen Kinder spielerisch an den Sport an der Platte heran, dass die Erzieherinnen gleichfalls hin und weg waren. „Mit viel Geschick hat er die Kinder von Anfang an motiviert“, berichtet Marietta Geist, Leiterin des Familienzentrums. Und damit sich auch weitere Kitas und Institutionen von dem DJK-Projekt überzeugen können, präsentierten DJK-Vorsitzender Ulrich Becker, weitere Vereins-Vorständler und Trainer Heckwolf in der Kita vor ausgesuchtem Publikum, was bei den Schnupperkursen so abgeht und vor allem wie die Kinder mitgehen.

Unter den Zuschauern waren neben Erzieherinnen anderer Kitas Vertreter von Schulen, Beobachter aus Seniorenheim und Behindertenzentrum Dieburg sowie Günter Willmann und Walter Blank von der Bürgerstiftung Münster. Letztere übergaben einen Scheck über 1000 Euro an die DJK-Verantwortlichen. Gern unterstütze man solche Unternehmung, die einen gesellschaftlichen wichtigen Beitrag in der Gemeinde leiste, betonten die Geldüberbringer. Wie Heckwolf mehr Bewegung in die Kitas bringt, das demonstrierte der Trainer mit knapp zwei Dutzend Kindern im Familienzentrum an zwei großen und einer Mini-Tischtennisplatte. Die Kleinen waren begeistert bei der Sache, es störte sie überhaupt nicht, dass das Spiel mit dem großen Besucher sie in ihrer kognitiven und sozial-emotionalen Entwicklung und ihrer Persönlichkeit fördert. Selbst die, „die bisher wenig Affinität zu Sport und Bewegung“ hatten, wollten nur spielend Tischtennis lernen.

Die DJK stellt sich der Herausforderung, zunehmenden motorischen Defiziten bereits bei kleinen Kindern zu begegnen. Kreative Lösungen haben die Sportler und Funktionäre erarbeitet, nun suchen sie nach sinnvollen Kooperativen, weshalb sie auf Schulen und Kitas zugehen. In drei Kindergärten war Heckwolf vorstellig geworden, Ziel ist es, je etwa 16 bis 20 Stunden in verschiedenen Gruppen zu wirken. Dabei haben die Initiatoren freilich auch weiterführende Hintergedanken. „Sportvereine erreichen auf diese Art potenzielle Mitglieder zu einem sehr frühen Zeitpunkt“, weiß etwa DJK-Chef Becker. Und der Verein könne sich über derlei Kontakte „als Qualitätsanbieter bei Eltern und Erziehern“ präsentieren. Die Kindergärten wiederum könnten ihr Angebot interessanter gestalten und somit attraktiver für die Eltern werden. Eine Situation, in der es nur Gewinner gebe.

Kita zeigt Musical „Dschungelbuch“

Der Verein will weitere Tischtennis-AGs in Kitas und Schulen einrichten, Aktionen sollen auch Senioren erreichen und ins Behindertenzentrum kommen. Als mittelfristiges Ziel sehen die Ideengeber die Einrichtung eines Tischtennis-Talentzentrums für vier- bis siebenjährige Kinder als Pilotprojekt, freilich unter der Schirmherrschaft der DJK (die ja immerhin den früheren Doppelweltmeister und heutigen Bundestrainer Jörg Roßkopf hervorgebracht hat, wie nie vergessen wird zu erwähnen).

Schaut man Horst Heckwolf bei seiner Arbeit mit den Kindern zu, glaubt man gern, dass die DJK mit solchen Mannen ihr nicht leichtes Ziel dennoch locker stemmen kann. Heckwolf kann mit Kids. Er lässt sie die kleinen Plastikbällchen erst mal rollen, zeigt ihnen, wie sie den Tischtennisschläger korrekt in die kleinen Patschehändchen bekommen, lässt sie die Bällchen auf der Platte aufdotzen. Dabei erzählt er munter, lässt die Kleinen nicht eine Sekunde aus seinem Bann, motiviert, macht sie zu kleinen Vögelchen, die händeflatternd Bälle ins Nest bugsieren müssen. Die Kinder balancieren Bälle auf Löffeln, lassen sie auf Tellern kreisen und den Tischtennisschlägern hopsen. Bis sie an der Platte mit aufgespannten Netz stehen, vergeht viel Zeit, doch für die Kids im Nu.

Quelle: op-online.de

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