Harald Vollhardt ausgezeichnet

Ein Ehrenbrief für zwei Personen

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Harald Vollhardt vom Münsterer Schützenverein wird ausgezeichnet: „50 Prozent hat meine Frau gemacht.“ Landrat Klaus Peter Schellhaas zeichnete Harald Vollhardt - und „inoffiziell“ ein gutes Stück auch Sigrid Vollhardt - mit dem Landesehrenbrief aus.

Münster - „Auf den Schultern eines Vorsitzenden lastet sehr viel“, sagte Landrat und Sozialdemokrat Klaus Peter Schellhaas in der Vereinsgaststätte des Münsterer Schützenvereins Waidmannsheil und rief weiter in Erinnerung: „Früher brauchte es Energie, Schaffenskraft und ein paar gute Leute um sich – dann ging das.“

Heute müsse ein Vorsitzender im Optimalfall auch noch Anwalt, Steuerberater und einiges mehr sein, um seinen Aufgaben adäquat nachzukommen. Schellhaas’ Besuch hatte einen guten Grund: In Harald Vollhardt, seit 30 Jahren Mitglied und bis vor rund einem Jahr mehr als zwei Jahrzehnte lang Erster Vorsitzender, dekorierte er eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der 90-jährigen Geschichte von Waidmannsheil mit dem Landesehrenbrief.

Vollhardt nahm die Auszeichnung im Anschluss an die Jahreshauptversammlung des inzwischen von Oliver Grimm geführten Vereins entgegen. „50 Prozent der Arbeit hat meine Frau gemacht“, sagte Vollhardt bei der Ehrung. Insofern gelte: „Meine Frau hat diese Auszeichnung mitverdient.“ Damit spielte der 65-Jährige auf die vielen tausend Stunden ehrenamtlicher Arbeit an, die nicht nur er, sondern auch Sigrid Vollhardt in den Verein investierte. Sie führt bis heute die Abteilung der Bogenschützen an. Sie haben ihren separaten Platz neben Schützenhaus und Schießstand. Alles auf einem Grundstück, das den Vollhardts gehört, das sie Waidmannsheil allerdings kostenlos zur Verfügung stellen.

Drei Jahrzehnten Schweiß, Geld und Herzblut

Hier flossen in den vergangenen drei Jahrzehnten nicht nur Schweiß und Geld, sondern auch Herzblut ein. Praktisch, dass Bau- und Immobilienunternehmern Vollhardt, der 1992 den Vereinsvorsitz übernahm, vom Fach ist: Vom Fliesenleger bis zum Ofenbauer – ein entsprechendes Stück zeugt markant auch in der Vereinsgaststätte von dieser Fähigkeit – vereint Vollhardt diverse Handwerke in seiner Person. Neben seiner Lust am Vereinsleben und konkret am Vorderlader-Schießen fließt die spürbare Energie des Mannes mit dem markanten Schnauzbart auch ins Jagen und die Zusammenarbeit mit den Münsterer Schulen. Hier kämpfte Vollhardt kontinuierlich für den Ruf der Schützen, den negative Einzelfälle immer wieder ankratzten.

Darauf ging auch Schellhaas in seiner Laudatio ein und warnte vor generellen Verunglimpfungen - die er auch mit Blick auf die Politiker feststelle, aber als ungerecht empfinde. Nach einigen Anekdoten - der Landrat erzählte, wie er einst bei der Bundeswehr das Schießen lernte und acht Jahre lang mit ein paar Kumpels das Schützenhaus in Brandau betrieb – widmete sich Schellhaas unterdessen den Vollhardts. Auch in seiner Rede fand Sigrid Vollhardt ihren Platz, obgleich der Landesehrenbrief offiziell nur ihrem Mann zukam. Harald Vollhardt habe sich „um die Gestaltung der Gesellschaft verdient gemacht“, die Herausforderungen an einen Vereinsfunktionär nicht nur angenommen, sondern gemeistert, sich als Schaffer wie Ideengeber profiliert.

jd

Quelle: op-online.de

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