Engagierter Familienmensch

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Elisabeth Happel sitzt als einzige Frau im Vorstand der Gemeinde. Sie setzt sich für Projekte mit Jugendlichen und Senioren ein. Wenn Elisabeth Happel gerade einmal nicht in einer ihrer Vorstandstätigkeiten eingebunden ist, entspannt sie sich bei der Arbeit in ihrem Garten.

Münster - Woche für Woche tritt im Rathaus unter der Leitung von Bürgermeister Gerald Frank der Gemeindevorstand zusammen, um die Geschäfte der Verwaltung entsprechend den Vorgaben der Gemeindevertretung im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel abzuwickeln.

Elisabeth Happel (SPD) ist eine von ihnen. Viele Bürger kennen die Münsterin – nicht nur, weil sie so gerne bei Spaziergängen in der nahen Natur unterwegs ist, sondern auch wegen ihrer langjährigen Tätigkeit in einer Münsterer Apotheke. „In den fast 30 Jahren, in denen ich als Apothekenassistentin gearbeitet habe, sind mir die Sorgen und Nöte der Menschen ein Anliegen geworden. Ich habe viele Münsterer Bürger kennen- und schätzen gelernt“, erinnert sich Happel lächelnd. Diese Eindrücke haben sie ebenso wie das politische Engagement ihres Mannes, Eckhard Happel, Ende der achtziger Jahre dazu motiviert, sich an der Münsterer Kommunalpolitik zu beteiligen. „In der SPD war ich schon seit dem Misstrauensvotum gegen Willy Brandt, damals hatten wir auch eine sehr aktive Juso-Gruppe“, erzählt die 70-Jährige.

1989 wurde sie in die Gemeindevertretung gewählt, 1996 dann zur stellvertretenden Vorsitzenden im Gremium ernannt. „Ich war immer wieder Stellvertreterin und musste dann auch tatsächlich als Vertretung einspringen, einmal bin ich sogar aus einer Kur angereist“, erinnert sich Happel. Die Mutter zweier erwachsener Töchter stammt aus einer großen Familie: Sie ist mit neun Geschwistern aufgewachsen. „Das hat mich sehr geprägt und mich für die Anliegen anderer empfänglich gemacht. Noch heute haben wir eine starke familiäre Bindung“, sagt sie. „Ich kümmere mich um meinen erkrankten Mann, meine demente Schwester und freue mich über die Besuche meiner 17-jährigen Nichte, mit der wir unterwegs sind.“

Junge Leute mehr für Politik zu begeistern, ist eine Aufgabe, die nicht nur ihre Partei in der Zukunft habe. „Ich wünsche mir auch mehr Projekte, in denen Senioren und Jugendliche zusammenarbeiten. Das bereichert beide Seiten“, ist sich Happel sicher. Seit 2006 ist sie nun Mitglied im Gemeindevorstand und damit derzeit die einzige Frau in einer Herrenrunde. „Das macht mir gar nichts aus“, lächelt sie verschmitzt und erklärt: „Die Männer verstehen eben mehr von Technik und baulichen Maßnahmen, ich kann mich auf den sozialen Bereich wie Kindergärten und Familie konzentrieren.“

Im Gemeindevorstand gibt es viel zu tun, wöchentliche Sitzungen und zahlreiche Zusatztermine nehmen viel Zeit in Anspruch. Für Elisabeth Happel ist das jedoch kein Grund, sich nicht noch anderweitig zu engagieren: Sie ist seit 1989 im Vorstand der selbstständig evangelisch-lutherischen Kirche aktiv und hält dort auch Gottesdienste ab, wenn der Pfarrer verhindert ist. Zudem treibt sie derzeit die Flüchtlingsproblematik um. „Es ist schwer für mich, mit ansehen zu müssen, dass Familien auf engstem Raum zusammenleben. Da brauchen wir dringend Wohnungen, in denen die Hilfesuchenden eine menschenwürdige Unterkunft haben“, beschreibt sie die Situation. Doch es gibt auch vieles, was schon sehr gut in Münster laufe: Die vielfältige Arbeit der Vereine und das Kulturprogramm der Gemeindeverwaltung, das zusätzliche Angebote schafft.

Neben Elisabeth Happel sitzen noch Norbert Schewe (CDU, Erster Beigeordneter und Vertreter des Bürgermeisters), Gerhard Dahms (SPD), Artur Franke (CDU), Michael Krause (CDU), Jan Stemme (ALMA) und Peter Waldmann (CDU) im Münsterer Gemeindevorstand. Als Schriftführer ohne Stimmrecht fungiert Hauptamtsleiter Volker Gilbert.

Quelle: op-online.de

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