Entega-Gersprenzlauf

Zu kalt für neue Rekorde

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Sie machten sich bei frühlingsschlaffen sechs Grad Celsius auf ihren langen Weg des Halbmarathons beim 21. Gersprenzlauf.

Münster - 466 Läufer schnürten am Samstag die Sportschuhe, um beim großen Kräftemessen im Gersprenzstadion an den Start zu gehen. Zum 21. Mal veranstaltete der VfL-Münster den populären Entega-Gersprenzlauf – diesmal bei unfreundlichen sechs Grad Celsius. Von Ursula Friedrich 

Vielleicht war das für die Jahreszeit viel zu kalte Wetter eine Erklärung dafür, dass die Rekordbeteiligung von 2014 mit über 600 Teilnehmern nicht geknackt wurde. Die Veranstalter waren dennoch zufrieden. „Wir haben unser Stammpublikum“, so VfL-Chef Gerd Kenke, der auch Läufer aus dem Taunus und dem Aschaffenburger Raum begrüßte.

Ein dickes Lob gehe an die John-F.-Kennedy-Schule, ergänzte Kurt Kreher aus dem Organisationsteam. Die Gesamtschule mobilisierte 100 Schüler die am 1-km-Schülerlauf teilnahmen. Mit Dominik Post errang hier schließlich auch ein Kennedy-Schüler den Sieg (00:37), ihm war jedoch ein Mädchen dicht auf den Fersen. Anna-Lena Wörfel ging für den gastgebenden Verein an den Start und als schnellstes Mädchen nach 1000 Metern über die Ziellinie (00:03:58.30) - das bedeutete Platz zehn in der Gesamtwertung. Das Top-Sportereignis ist zwar der Halbmarathonlauf, dessen Popularität wurde allerdings längst vom 10-km-Lauf überflügelt. 189 Läufer gingen auf diese Distanz, bereits am Start herrschte dichtes Gedränge. Der Dieburger Alamo Damy finishte als Schnellster nach 00:35:36.71.

Delphine Halberstadt mit Top-Zeit

Das Wetter, gefühlte vier Grad, machte den ein oder anderen schneller. Mit einer Top-Zeit von 00:37:24.85 spurtete VfL-Läuferin Delphine Halberstadt durchs Ziel – ein sensationeller Sieg bei den Frauen und Platz zehn der Gesamtwertung.

Das schnelle Trio der Jahrgänge U14 über 1000m strahlte auf dem Siegerpodest um die Wette (von links): Artur Wyrobek, Colin Hiller, Jan Linzmeier.

„Atemlos durch die Nacht“, schmetterte Helene Fischer im Hintergrund und prophezeite in ihrem Kultsong 1000 Glücksgefühle. Mit einer dicken Portion Endorphin wurden die gut 90 Teilnehmer des Halbmarathons sicher belohnt. „Die vier mal über fünf Kilometer sind nicht jedermanns Sache“, sagte der VfL-Vorsitzende Gerd Kenke, denn entgegen anderen Laufveranstaltungen über diese Distanz führt der Gersprenzlauf in vier Etappen über die identische Runde. Vorteil: Acht Mal werden die Verpflegungsstationen passiert, mit einem Schluck Wasser, Cola oder einem Happen Banane neue Kräfte mobilisiert. Derart verköstigt gelang Florian Brosch vom TV Bad Orb die schnellste Runde (01:16:09.17), die beste Läuferin kam vom LC Marathon Rotenburg. Silke Altmann ging in einer Zeit von 1:33:02.53 durchs Ziel.

Streckenrekord bleibt unangetastet

Damit bleibt der beachtliche Streckenrekord von Abdel Graine unangetastet. Der schoss 1997 nach 1:11:30 über die Ziellinie und konnte sich trotz mehreren Teilnahmen am Gersprenz-Halbmarathon nie mehr einholen. Mit überschaubaren 20 Teilnehmern hatte das Laufereignis einst begonnen. Diesmal mussten 70 Helfer ran, um die einzige große Laufveranstaltung dieser Art im heimischen Raum zu stemmen. Ein Herkulesjob für den VfL, der sich organisatorisch ein bisschen verändern möchte, schließlich steht auch die Ausrichtung des Moret Triathlons in diesem Jahr wieder an. In Sachen Organisation ist der Verein ein Teamplayer. „Wir stimmen uns bei der Laufbörse in Griesheim mit anderen Vereinen ab“, erklärte Gerd Kenke, fügte mit Blick aufs Thermometer jedoch an: „Wir möchten wieder auf einen April-Termin.“

Für Ida Skorna, Vfl-Läuferin und 18 Jahre jung, waren die Temperaturen genau richtig. Sie preschte pfeilschnell über die 5-Kilometer-Distanz und gewann neben der Siegestropähe als schnellste Frau auch den Ehrenpreis der Gemeinde Münster. Ihr Rezept: „Tempoläufe hier im Stadion, selbstgemachtes Müsli am Morgen“, verriet die Triathletin, „und kein Fleisch.“ Die Theorie vom vegetarischen Erfolgsrezept wurde schnell wiederlegt. Sven Kempe (RLT Rodgau) siegte in persönlicher Bestzeit über 5000 Meter - trotz saftiger Steaks und Worschtweck.

Quelle: op-online.de

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