Werbung für „Terra Preta“

Erde beackern wie die Indios

Bio-Gärtner Christoph Heckwolf wirbt in Münster für ein neues Projekt: die Herstellung von Terra Preta, einer fruchtbaren schwarzen Erde, die vor Jahrtausenden von Indios entwickelt wurde. - Foto: ka

Münster - Der Münsterer Augenoptiker-Meister Christoph Heckwolf ist in seiner Freizeit ein begeisterter Bio-Gärtner und hat eine Art Wundererde wiederentdeckt, mit der man die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig steigern kann.

Es handelt sich um „Terra Preta“, die fruchtbare schwarze Erde, die von den Indios über Jahrtausende vor allem im Bereich des Amazonasgebietes hergestellt wurde. Christoph Heckwolf will nun Mitstreiter für die Herstellung von Terra Preta gewinnen und hält deshalb am Mittwoch, 23. März, um 19 Uhr im Versammlungsraum des gemeindlichen Betriebshofs an der Luise-Meitner-Straße 2 einen Vortrag über diese besondere Erde, die noch fruchtbarer als der normale Gartenkompost sein soll und zumindest teilweise eine weitere Düngung erübrigt.

Wie Heckwolf erläutert, ist Terra Preta (portugiesisch: Schwarze Erde) eine menschengemachte Bio-Erde, die im Regenwald am Amazonas mit ihren besonderen Eigenschaften den Indios einen gezielten Anbau ermöglichte. Bis Eroberer aus Europa die Kultur der Indios dezimierten. „Terra Preta ist mit wenigen, kostengünstigen Materialien sehr einfach herzustellen. Auch wir in Münster sollten uns der Herstellung dieser Erde widmen und sie gemeinsam produzieren und nutzen“, sagt Heckwolf, der schon mal kurz bei einem Treff der Ehrenamtspaten im „Reparatur-Cafe“ auftauchte und für seine Idee warb. Und dies in den nächsten Tagen bei einem Vortrag erneut tun will. In seinem Garten kann er schon jetzt das Bodenleben vorzeigen. Unter einer Mulchschicht wimmelt es nur so von Regenwürmern. Das gibt sehr nahrhaftes Pflanzenfutter, weil da auch Mikro-Organismen aktiv sind.

Terra Preta lässt die Pflanzen schneller wachsen, erhöht den Ertrag und die Qualität um ein Vielfaches, gibt der sandigen Münsterer Erde deutlich mehr Fruchtbarkeit und hat noch weitere Vorteile, ist sich Heckwolf sicher, der auf ein sinnvolles Abfall- und Bodenmanagement zur Verwendung von Hausabfällen verweist. „Der Wertstoffkreislauf wird wieder geschlossen“, so der Projekt-Pionier. „Da kann jeder mitmachen“, meint Christoph Heckwolf. „Ich würde mit über interessierte Hobbygärtner, Profis bis hin zu Landwirten, Fensterbank-, Kleingartenbesitzer und Selbstversorger freuen“, so der Enddreißiger.

Zur Herstellung werden außer den organischen Abfällen auch Holzkohlepulver, Gesteinsmehle, Keramikpulver und flüssige Mikro-Organismen verwendet. „Googlen Sie doch einfach unter Terra Preta im Internet“, empfiehlt Heckwolf allen Interessenten. (ka)

Quelle: op-online.de

Kommentare