Essenstafel im Familienzentrum St. Michael

Internationale Köstlichkeiten

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An einer langen Tafel durften sich erst die Kinder des katholischen Familienzentrums an den Spezialitäten bedienen, später dann Gemeindemitglieder und Freunde.

Münster - Ein Besuch im Zoo oder Museum kostet Geld, ebenso wie der Ausflug zur Eisdiele oder die Kinderfreizeit mit Übernachtung. „Einige Eltern in unserer Einrichtung können solche Kosten nicht stemmen“, sagte Monika Euteneuer gestern im katholischen Familienzentrum St. Michael. Von Corinna Hiss 

Damit auch die Sprösslinge von Familien mit geringerem Einkommen nicht auf die Aktivitäten verzichten müssen, gibt es das ganze Jahr über Essensverkäufe, deren Erlös für solche Zwecke eingesetzt wird. Auch gestern drang ein betörender Duft durch die Räumlichkeiten in der Gerhart-Hauptmann-Straße. Diesmal wurden aber nicht wie gewöhnlich Kuchen oder Waffeln angeboten, sondern kulinarische Spezialitäten aus aller Welt. Mit dieser Aktion beteiligt sich das Familienzentrum seit Jahren an den vom Landkreis Darmstadt-Dieburg initiierten interkulturellen Wochen. „Wir haben 33 Migrationsfamilien, da bietet sich an, die eigene Kultur den anderen näher zu bringen“, erzählte Euteneuer, die gemeinsam mit Marta Albert für die Organisation zuständig war. So waren im Turnraum des Kindergartens Bänke und Tische aufgestellt und eine lange Tafel gefüllt mit allerlei Köstlichkeiten.

Bevor sich Gemeindemitlieder oder andere Interessierte am Büffet bedienen durften, hatten die 90 Kinder der Einrichtung Vorrang. Jedes hatte 50 Cent bekommen und durfte sich so eines der Leckereien aussuchen. Da hatten sie die Qual der Wal: Toskanischer Schokokuchen, spanische Tortilla, türkische Börek, kurdische Couscous-Röllchen oder doch lieber den deutschen Apfelkuchen? Oder wie wäre es mit einer holländischen Suppe oder ungarischem Gulasch? „Viel Eltern, die von uns Unterstützung bekommen, sind froh, auch mal etwas zurück geben zu können“, berichtete Euteneuer. So konnte sich die lange Tafel sehen lassen. Vergangenes Jahr sind dadurch 184 Euro zusammen gekommen. Mit dem Geld werden unter anderem auch Familien unterstützt, die die einwöchige Erziehungsberatung von St. Michael in Anspruch nehmen.

Quelle: op-online.de

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