Kerstin Groß sucht das vertrauensvolle Miteinander

Neue Pfarrerin setzt auf Teamarbeit

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Kerstin Groß fühlt sich in Münster nach herzlicher Begrüßung angekommen und freut sich auf eine vertrauensvolle Gemeindearbeit.

Münster - Mit Pfarrerin Kerstin Groß hat Münsters evangelische Martinsgemeinde seit Anfang des Monats eine Nachfolgerin für Pfarrer Christoph Sames, der nach 15-jähriger Amtszeit im September verabschiedet wurde. Die 40-Jährige berichtet unserer Zeitung über ihren Werdegang und ihre Ziele. Von Thomas Meier 

Sie fühlt sich sehr herzlich aufgenommen in Münster und freut sich auf eine lange, fruchtbare Gemeindearbeit in Münster. In Diez an der Lahn geboren, führten Kerstin Groß’ Stationen zunächst über Mainz am Main ins schweizerischen Bern an der Aare und nach Frankfurt am Main, bevor die Pfarrerin ans Gersprenzufer kam, wo sie nun ihre erste Pfarrstelle nach dem Vikariat antritt.

Ihr Entschluss, Pfarrerin zu werden, reifte früh in ihr: „Meine Eltern schickten mich frühzeitig in den Kindergottesdienst und schon in meiner Konfirmandenzeit spürte ich ein intensives Interesse an allen Glaubensfragen. Ich möchte auch heute noch wissen, was in einer Gesellschaft alles geht.“

Doch waren da auch noch andere Dinge, die Groß bis zum Abitur in Diez interessierten, etwa Geschichte und Fremdsprachen. In Mainz sollte so folgerichtig ein Lehramtsstudium auf die Schulzeit folgen. Geschichte und Englisch folgte alsbald Religion als drittes Fach. Und noch während des Studiums wechselte die so an Glaubensfragen Interessierte auf Pfarramt. Menschen zu begleiten in Gesprächen und Lebenssituationen war ihr schon vor einem Gemeindepraktikum wichtig, doch wurde sie dort von ihrem Mentor darin noch bestärkt.

Nach ihren Examen 2005 arbeitete Kerstin Groß zwei Jahre an der Mainzer Universität an einem Forschungsprojekt für Kirchengeschichte. Thema: Bekenntnisbildung im 16. Jahrhundert. 2007 ging sie als Assistentin für Kirchengeschichte für sechs Jahre in die Schweiz. Neuere Kirchengeschichte war an der Theologischen Fakultät der Universität Bern bestimmendes Thema. Sie gab Kurse und begleitete Studenten. „Es war eine sehr intensive Zeit, Bern und sein Umland sind mir zur zweiten Heimat geworden“, sagt die Pfarrerin.

Doch war die Zeit von anfang an befristet. Es schloss sich nahtlos ein Vikariat in der evangelischen Kirchengemeinde in Frankfurt-Griesheim an. Neben vielen neuen Begegnungen sammelte die Bildungshungrige dort praktische Erfahrungen in der gemeindearbeit. Seit ihrem zweiten Theologischen Examen im Frühjahr vergangenen Jahres arbeitet sie auch in der Krankenhausseelsorge der Uniklinik Frankfurt mit.

Kerstin Groß kommt nach Münster, weil ihre Dienstherren der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau und im Dekanat Vorderer Odenwald sie hier an der richtigen Stelle wähnen und sie hier gebraucht wird. Der Theologin gefiel nicht nur der herzliche Empfang, sieh freut sich auch auf eine vertrauens- und segensvolle Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand der Martinsgemeinde, mit dem sie gemeinsam zum Wohle der Kirche an einem Strang ziehen möchte. Das dürfte der Teamplayerin leicht fallen, möchte sie doch mit und in der Gemeinschaft Dinge entwickeln.

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Mit ihren Kollegen in Altheim und Eppertshausen hat die Pfarrerin, die „sehr gern Gottesdienste hält“, bereits Kontakt aufgenommen, Eppertshausens Seelsorger Johannes Opfermann ist ja auch mit einer 25-Prozent-Stelle in Münster präsent. Groß hat eine volle Stelle. Und an ihrer Seite Labrador-Hündin Paula, mit der sie jetzt Münster ganz genau erkunden wird.

Offizielle Ordination von Pfarrerin Kerstin Groß ist am Sonntag, 24. Januar, um 14 Uhr in der Martinskirche.

Quelle: op-online.de

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