Merkwürdiges mit Eiskönigen

Kappenabend der Freiwilligen Feuerwehr

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Für einen furiosen Sitzungsstart sorgten die Münsterer Hinnergassebuwe.

Münster - Ein Dreierrat, der ein Fünferrat ist, eine Pause, die doppelt gerechnet wurde und ein Sitzungspräsident, der seinen Aufgaben nicht nachkam – allerlei Merkwürdigkeiten bot der Kappenabend der Freiwilligen Feuerwehr Münster. Von Peter Back

„Seid all gegrüßt, ob klein, ob groß, die Stimmung wird bestimmt famos. Spart nicht am Applaus und macht gut mit, wir versuchen unser Bestes hier in der Bütt“, hatte Sitzungspräsident Josef Haus die närrischen Gäste im voll besetzten Saal der Freiwilligen Feuerwehr willkommen geheißen und die Messlatte für die folgenden vier Stunden hoch gehängt. Musikalisch furios startete der Abend mit den Hinnergassebuwe. Schon zum Einzug stimmten Sebastian Herd, Maximilian Hotz, Sebastian Grimm, Ferdinand Ries, Matthias Matheis und Christian Richter „Die pure Lust am Leben“ an. „Am Rosenmontag bin ich geboren“ verrieten sie und gestanden dem Publikum „Verdammt, ich lieb Dich“, ehe die Lokalhelden mit dem Stück „Narcotic“ auszogen und das feiernde Volk in einem närrischen Trancezustand zurück ließen. „Dem Nachwuchs eine Chance“ lautete das Motto beim Zwiegespräch „Max und soi Oma“, in dem Lioba Groh und ihr siebenjähriger Enkel Maximilian die Lachmuskeln der Zuhörer anspannten. Uhrzeigersinn, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn und Wahnsinn fiel Oma Groh auf die Frage ihres Enkels nach den fünf menschlichen Sinnen ein. Nachdem Max die Frage nach den drei Heiligen Königen aus dem Stehgreif beantworten konnte, wollte Oma Groh wissen, wie die Eisheiligen heißen und bekam prompt zur Antwort: „Langnese, Schöller und Dr. Oetker.“

Den spaßigen Reigen der Vorträge setzten Gabi Wicharz und Günter Schneider fort, die als „Minsterer Traumpaar“ manche Besonderheiten eines langen Ehelebens glossierten und nicht zuletzt ihre Figur in den Mittelpunkt stellten. Auf den Vorwurf „Du bist so fett geworden“ antwortete Ehemann Schneider trocken: „Du sagst doch, ich soll mehr aus mir machen!“ Premiere auf der Bühne feierte Jannik Krause. Zusammen mit Lioba Groh, Dagmar Schneider und Maik Wystrach ließ er in einer Baby-Playback-Show mit übergroßem Schnuller und Kuscheltieren seine Kindheit wieder aufleben. Bei so viel Kitzelattacken auf das Zwerchfell tat den Aktiven samt Publikum eine Pause von zwei mal elf Minuten gut. Roland Groh startete turbulent in den zweiten Teil und freute sich über seine neuen Freiheiten als Strohwitwer: „Das Leben wird lebenswert, wenn die Frau in Urlaub fährt.“ Gleichzeitig zeigte er mit „Oh goldige Freiheit, herrliche Zeit, die Bahnhofswirtschaft ist nicht weit!“ den ersten Stolperstein auf.

Dass Vieles nur in der Zusammenarbeit mit dem weiblichen Geschlecht gelingt, demonstrierte das Männerballett. Unter den Fittichen von Sigi Girbig und Dagmar Schneider hatten Daniel Oestreicher, Gerd Girbig, Joachim Boucher, Michael Köpfinger, Robin Stork, Franz Orth, Niclas Lohbeck, Thorsten Schrod und Daniel Szygulski die Show „Die Kreizverrenker“ einstudiert, in der sie sich nicht nur als Helene Fischer Ultras zu erkennen gaben, sondern auch mit ihrem bunten Outfit die Blicke auf sich zogen. Die Einfältigen gaben Stefan Hebeling und Stefan Schneider alias Hop-Hop im Zwiegespräch als Annemarie und Mechthild. Schon seit einigen Jahren sind sie ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Kappenabends. Dass Silvester in einigen Jahren auf einen Freitag fällt, ließ Mechthild verschmitzt fragen: „Hoffentlich nicht auf einen 13.?“ und vermuten, dass Adam der glücklichste Mann auf Erden war, weil er keine Schwiegermutter hatte. Die Seiten wechselte Sitzungspräsident Josef Haus, gleichzeitig seit 18 Jahren Vorsitzender des Feuerwehrvereins. Die Rolle des Detlef Dabbes, der als „Seltsamer Patient“ die Lacher schnell auf seiner Seite hatte, schien im auf den Leib geschnitten. Als Präsident ließ er sich von Stefan Schneider vertreten.

Kappenabend der Freiwilligen Feuerwehr Münster: Bilder

Bereits zur Pause hatten Gerd Girbig und Michael Sühl ihre Plätze im Dreierrat mit Dagmar Schneider und Gabi Wicharz getauscht. „Von schwul bis cool“ zeigten Reiner Bader, Sandra Grewe, Oliver Holzbauer, Robin Stork, Günter Schneider und Michael Sühl in einer witzigen Playback-Show die Bandbreite einer pluralistischen Gesellschaft. Angesagt wurden sie von Gabi Wicharz. Tobias Griebel und Jannik Krause betätigten sich als Kulissenschieber. DJ Andreas Haus, der auch für die Technik verantwortlich zeichnete, sorgte für den allzeit passenden Tusch, musikalische Einlagen und Stimmungsmusik bis tief in die Nacht.

Quelle: op-online.de

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