Doaschdeschwenker ziehen durch Dieburg

Strunkalarm: Münsterer Narren auf Äla-Tour

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Die Doaschdeschwenker zogen jetzt nochmals als Indianer beim Kinderumzug durch Dieburgs Gassen.

Münster - „Ehr liewwe Leit, seid mol ganz Ohr: Die Doaschdeschwenker stellen sich hier vor“. Die Fastnachtsgruppe mit dem eigenwilligen Namen wurde im Sommer 2011 ins Leben gerufen. Wie der Gruppenname schon verrät, stammen die meisten der Mitglieder aus dem schönen Münster.

Zur Erklärung: Doaschde ist die ironische, mundartliche Bezeichnung für Minsderer und meint den Strunk, also den verdickten Stängel des Kohlkopfes, welcher in der Vergangenheit von heimischen Bauern bevorzugt angebaut wurde. Gegründet hat sich die Gruppe aus einem illustren Bekanntenkreis heraus. Viele der Mitglieder waren schon zusammen in anderen Fastnachtsgruppen unterwegs und sind privat schon länger befreundet.

Eine Vielzahl der männlichen Mitglieder ist bei der Freiwilligen Feuerwehr und dem SV Münster aktiv. Die Doaschdeschwenker haben aber auch ein paar echte Frischlinge in ihren Reihen, die mit dem Karnevalsvirus und der Leidenschaft für die fünfte Jahreszeit infizieren wurden. Aktuell sind 32 große und kleine Gruppenmitglieder im Alter von null bis 53 Jahren „uff de Gass“ unterwegs

Unter dem Motto „Zu unserer Premiere sind wir heute hier, als Einhorn und der Rote Stier“ nahmen die Doaschdeschwenker erstmals 2012 am großen Fastnachtsumzug in Dieburg teil. Die Gruppe trifft sich ganzjährig in wechselten Lokalitäten zu regelmäßigen Sitzungen.

Getreu der Devise „Nach der Fastnacht ist vor der Fastnacht“ beginnen bereits im April die Vorbereitungen für die nächste Session. Kostümvorschläge werden unter den Kreativen gesammelt und zur Abstimmung gebracht, was sehr oft mit turbulenten, lebhaften aber auch lustigen Diskussionen verbunden ist.

Fastnacht-Bilder zur DJK-Kostümsitzung in Münster

Hat man sich auf ein Motto geeinigt, beginnt der Kostüm-ausschuss zusammen mit Schneiderin Bärbel mit der Umsetzung. Die heiße Phase beginnt dann im Herbst, wenn die Frauen sich zu wöchentlichen Bastelstunden treffen, um Accessoires in mühevoller Kleinarbeit herzustellen und dem Kostüm den letzten Schliff zu verpassen.

Die Männer wiederum sind für Planung und Konzeption des Mottowagens verantwortlich. Der eigentliche Wagenbau beginnt dann rund sechs Wochen vor dem Umzug.

Auch die Geselligkeit kommt bei Münsters Narrencrew nie zu kurz, und so stehen viele gemeinsame Aktivitäten wie beispielsweise eine Weinprobe, ein Grillfest, der Besuch von Fastnachtssitzungen und einem Heringsessen am Aschermittwoch auf dem Programm. Am Fastnachtsdienstag wird man Münsters Narrenschar als Zugnummer 69 in Dieburg bewundern dürfen. In diesem Jahr kommen die Maskierten als Vampire und Vampirjäger daher.

tm

Quelle: op-online.de

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