Narrenshow der DJK begeistert rund 300 Narren

Von „Pegidioten“ und Superhelden

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Die Verbrecherjagd des Kinderballetts löste großen Beifall aus.

Münster - Immer wenn das Orchester des Musikvereins unter großem Beifall des Publikums Einzug in die DJK-Halle hält, ist in Münster die närrische Zeit angebrochen. Von Matthias Grimm 

Gemeinsam mit den Musikern schreitet der Elferrat auf die Bühne – ein stimmungsvoller Auftakt der DJK-Kostümsitzung mit einem fantasievollen Mix aus Tanz, Gesang und Redebeiträgen. Sitzungspräsident Achim Schledt führte rund 300 Narren in der nicht ganz ausverkauften Halle durch das Programm und garnierte die Narrenshow mit seinen lockeren Witzen, in denen auch Münsters Lieblingsnachbargemeinde Eppertshausen ein ums andere Mal sein Fett wegbekam.

Der gebürtige Eppertshäuser Jörn Müller ist der Protokoller bei der DJK. Er beantwortete die Frage, ob im Zeichen des Terrors in der Welt überhaupt Fastnacht gefeiert werden könne, mit einem klaren „Man muss.“ Müller wandte sich deutlich gegen die rechten Demonstranten in Dresden: „Pegidioten zur Verblödung des Abendlandes.“ Aber auch die lokale Politik kam nicht zu kurz. „Wenn man den Handwerkern die Gewerbemeile nimmt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die eine oder andere Baumaßnahme etwas länger dauert.“ Das Bildungsniveau eines heutigen Gymnasiasten offenbarte Viktor Gilbert: „Isch lern doch nischt – isch schreib von Opfer ab.“ Seine „Erlebnisse aus der Pubertät“ war bereits der vierte Auftritt, mit dem der 15-Jährige in der DJK-Bütt stand.

Protokoller Jörn Müller deckte einige Eulenspiegeleien auf.

In ihrem „Blättervortrag“ kommunizierten die Nachwuchs-Akteure Johannes Huther und Paul Jelinek mit großen Plakaten, auf denen in großen Lettern ihr witziger Dialog aufgedruckt war. Tosenden Beifall erntete Sandy Gerhold, die aus ihrer Jugend berichtete, in der sie mit ihren Eltern ohne Sicherheitsgurt und Kindersitz in einer Ente nach Italien gefahren war. „Unn do hat de Vadder aa noch drin gequalmt.“ Sie erinnerte sich an gelbe Limo und orangene Telefone mit einer Schnur hintendran. Ihr Fazit trotz helmfreien Bonanza-Radfahrens und exzessiven Zucker-Genusses: „Mir lewe noch!“

Wer kennt nicht den ganz normalen Wahnsinn, der sich an einem ganz normalen Wochenende abspielen kann? Matthias Matheis erzählte, wie stressig ein Samstagnachmittag sein kann. Und so mancher Besucher erinnert sich an eigene „Einkaufserlebnisse“, mit denen der Redner den Saal zum Lachen brachte. Als Kellner gaben Matthias Wolf und Thomas Mack lustige Anekdoten zum Besten. Sie hatten ihren Kampf auf Weihnachtsmärkten, mit neumodischen Scannerkassen und vor allem mit sich selbst.

Die Präsidentengarde brillierte mit einem Mix aus Tradition und Moderne.

Schwungvoll und kreativ präsentierten sich die Tanzgruppen. So ging das Kinderballett (Leitung: Martina Peter und Manuela Mack) tänzerisch auf Verbrecherjagd. Dank einer außergewöhnlichen wie gelungenen Choreografie entführte die Formation „Techtelmechtel“ das Publikum in die Welt des Computerspiels „Super Mario“. Die Präsidentengarde (Leitung: Anja Wolf und Kristin Seib) hat sich einen Mix aus Modernem zum Markenzeichen gemacht. Auf aktuelle Rhythmen zeigte die Garde, dass sie die Beine nicht nur zum Marsch schwingen kann. In ihrem Showtanz zeigte die Gruppe „Pan i Pani“ ein „Liebes-Comeback bei Frosch und Schwein“. Neu formiert wurde das DJK-Männerballett (Leitung: Meike Oestreicher). Die zwölf Männer brachten ihr Fastnachtsmotto tänzerisch aufs Parkett: „Superheld ist unser Leben, verrückt – so sind wir eben“. Den Reigen der Tänze schlossen die „Feen“ (Leitung Steffi Senft und Irma Berninger). Pünktlich „uffgewacht“ tanzten sie als „Schlafwandler“ unter dem Applaus des Publikums über die DJK-Bühne.

Die Trommler der „Bekloppten“ bildeten den Auftakt der musikalischen Darbietungen, die stets die DJK-Halle zum Kochen bringen. Mit verschiedenen Instrumenten wurde ein kurios-lustiger Kampf zwischen „Minsder und Eppedai“ ausgefochten. Als Piraten brachten die „Siebenschläfer“ das Publikum mit Partyhits richtig auf Betriebstemperatur, die sich im Verlauf der Sitzung auf hohem Niveau hielt. Den „Hinnergassebuwe“ blieb es vorbehalten, das furiose Finale mit allen Akteuren einzuleiten. Zuvor hatten sie mit ihrer Blasmusik in der „Neunten Staffel von Hinnnergassebuwe on Stage der DJK“ die Stimmungskurve noch einmal kräftig nach oben gepeitscht.

Fastnacht-Bilder zur DJK-Kostümsitzung in Münster

Nach der Premiere gibt es am 23., 29. und 30. Januar noch drei weitere Fastnachtssitzungen der DJK. Als weiteres Ereignis veranstaltet die DJK am 4. Februar um 19.33 Uhr (Saalöffnung) eine Altweiberfastnachts-Party mit der Live-Band Radio Attack. Von Rock, Pop, Schlager bis hin zu Apres-Ski-Hits ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei.

Quelle: op-online.de

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