Zu Ehren der Partnerstädte:

Fest „kommunaler Außenpolitik“

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Gut besuchtes Partnerschaftsfest auf Münsters Rathausplatz: Regenschauer hielten Gäste aus Italien, Österreich, Münster und Altheim nicht davon ab, sich in geselliger Runde zusammenzufinden.

Münster - Vertraglich geregelte Partnerschaften zwischen europäischen Städten oder Gemeinden kann man als „kommunale Außenpolitik“ verstehen, wenn diese Partnerschaften auch gelebt werden.

Ein bereits langes Leben haben die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Münster und Abtenau, einer Marktgemeinde mit 5 927 Einwohnern im Bundesland Salzburg, Bezirk Hallein in Österreich. Seit 45 Jahren gibt es mehr oder weniger regelmäßig stattfindende gegenseitige Besuche und dauerhafte Kontakte im persönlichen Bereich. Diese positiven Erfahrungen haben Münster beflügelt, sich nach einer weiteren Gemeindepartnerschaft im europäischen Umfeld umzusehen. Vor gut einem Jahr war es soweit – eine neue Partnerschaft ist hinzugekommen, die mit Lastra a Signa in Italien. Grund genug, in diesem Jahr ein Partnerschaftsfest auf dem Rathausplatz in Münster mit allen Beteiligten zu feiern. Zunächst erschien das Wetter überhaupt nicht in Feierlaune, denn es goss in Strömen. Selbst der defekte Brunnen füllte sich mit Regenwasser, trat dann aber den Beweis an, dass er undicht ist. Mit Ende des Schauers war auch das Wasser wieder weg. Das Saxophon-Quintett der Freiwilligen Feuerwehr Altheim spielte gekonnt auf und weckte mit der Europäischen Hymne die Neugier der Gäste auf die Begrüßung durch Bürgermeister Gerald Frank und die Ansprachen der Vertreter der Gastgemeinden.

Johann Schnitzhofer überbrachte als Bürgermeister der Marktgemeinde Abtenau in Österreich Grüße und würdigte die bereits lang anhaltende und lebendige Partnerschaft zwischen seiner Gemeinde und Münster. Stefan Calistri aus Lastra a Signa leitet das „Museum Enrico Caruso“ und gab seiner Freude über das erneute Zusammentreffen und das gemeinsame Fest in Münster Ausdruck. Als besonderes Ereignis wurde nach den Festreden eine Gruppe von Radfahrern verabschiedet, die sich auf den Weg nach Italien machte (wir berichteten). Die sechs begeisterten Radler wollen die 1 233 Kilometer lange Strecke in zehn Etappen zurücklegen, wobei insgesamt 8 060 Höhenmeter überwunden werden müssen. Die vom Partnerschaftsverein Lastra a Signa-Münster organisierte Tour dient einem wohltätigen Zweck, und der Erlös kommt einer Einrichtung in Lastra zugute. Vorsichtshalber überreichte man bereits vor der Abreise einen Scheck über 800 Euro, der aber während der Fahrt noch angereichert werden soll – die endgültige Spendensumme steht also noch nicht fest.

Neben allen guten Wünschen für die bevorstehende Fahrt gab Stefan Calistri den Radlern noch grün gefärbte Trikots mit und kündigte einen Empfang in Italien an. Landrat Klaus Peter Schellhaas richtete ebenfalls Grußworte an die Gäste und betonte die Bedeutung funktionierender Partnerschaften auf europäischer Ebene in Zeiten, in denen die Einigkeit Europas nicht immer klar zu erkennen sei. Haupterrungenschaft der europäischen Gemeinschaft seien nicht Handelsabkommen oder die gemeinsame Währung. Was Europa geprägt und in den heutigen Wohlstand geführt habe, sei die Tatsache, dass es seit über 70 Jahren keine kriegerischen Auseinandersetzungen, sondern Frieden im zentraleuropäischen Bereich gebe. Ermöglicht werde dies durch ständiges Wachsen von Verständnis füreinander, hervorgerufen durch lebendige Partnerschaften untereinander.

Konzert der Schulen aus Münster und Eppertshausen

Als hätte das Wetter die Worte verstanden – es hielt Frieden, das heißt, es regnete nicht mehr, so dass die Band Can Gurus ihr mitreißendes Melodien-Feuer entfachen konnte. Zuvor jedoch hatten alle am Rathausplatz anwesenden Personen dem Radler-Team das irische Lied „Möge die Straße uns zusammenführen“ zur Abfahrt gesungen. Dann dauerte es nicht mehr lange, bis die ersten Gäste den leeren Brunnen als Tanzfläche nutzten, während an den Tischen reges Plaudern angesagt war. Unter den Gästen befanden sich neben Gerald Franks Amtsvorgängern Karl Grimm und Walter Blank auch die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kreistag und Bürgermeisterin von Roßdorf, Christel Sprößler, sowie die Landtagsabgeordnete Heike Hofmann.

Für leckere italienische Spezialitäten sorgten die Mitglieder des Partnerschaftsvereins, die gerne nachgefragt wurden. Einige Gäste nutzten Bier zum Durststillen, andere bevorzugten italienischen Wein. Als die Band mal eine kurze musikalische Pause einlegte, nutzte Gerald Frank die Gelegenheit, die Sieger des Gewinnspiels „Pflastersteine Rathausplatz“ zu ermitteln. Als Glücksfee stand ihm dabei die Tochter des Inhabers vom Restaurant am Rathausplatz zur Seite. Obwohl die Musik letztlich nach mehreren Zugaben gegen 22 Uhr zur Ruhe kam, unterhielten sich die Gäste an Tischen, Bänken und Stehtischen noch lange Zeit weiter. Viele Gäste, unter denen sich auch zahlreiche Altheimer befanden, bezeichneten das Fest als eine gelungene Veranstaltung.

Quelle: op-online.de

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