Münster sucht nach Wohnraum

Altheims Halle bleibt vorerst belegt

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Endlich voran geht es auf der Baustelle fürs schon lange fertig sein sollende Flüchtlingsheim an der Goebelstraße.

Münster - Wenn das Land vergangene Woche auch erklärte, von Flüchtlingen belegte Sport- oder Bürgerhallen in den Kommunen würden schnellstmöglich freigemacht, so betrifft dies nicht die Halle in Altheim. Von Thomas Meier 

Hier werden die derzeit noch rund drei Dutzend untergebrachten Asylbewerber erst ausziehen können, wenn andere Unterkünfte in der Kommune für sie geschaffen wurden. Auf Nachfrage erläuterte Bürgermeister Gerald Frank gestern: „Wir haben momentan keine Alternative zur Altheimer Halle, sind aber dabei, sie zu schaffen.“ Er rechne auch in absehbarer Zeit nicht damit, dass die Kommunen seitens des Landes Entlastung erführen, was die Unterbringung von Asylbewerbern betrifft. „Im Gegenteil. Wir wissen ja nicht, was noch kommt. Die Gemeinden sind stets das letzte Glied, letztendlich müssen wir aufnehmen, was wir vom Kreis weitergereicht bekommen.“

Wie lange die Altheimer Sporthalle als Provisorium wird herhalten müssen, vermag Frank nicht zu sagen: „Ich gebe keine Auskünfte mehr zu erwartbaren Terminen für neue Unterkünfte“, sagt der Bürgermeister, an den Baustopp des Kreises zum Projekt an der Goebelstraße von 7. Dezember vergangenen Jahres erinnernd. Dort habe man durch Kreisentscheidungen wertvolle Zeit verloren, die unnötig gewesen seien.

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Eine Umsiedlung der Menschen aus der Sport- und Kulturhalle könnte aber doch schon vor einer Fertigstellung des Baus in der Goebelstraße erfolgen, die für 120 Flüchtlinge ausgelegt ist und nach den Verzögerungen wohl nicht mehr im Frühjahr bezugsfertig sein wird. Zuviel Zeit ist mittlerweile ins Land verstrichen. Doch parallel wird für nochmals rund 90 Flüchtlinge neuer Wohnraum in Münster geschaffen. An der Darmstädter Straße hinter dem Gebäude, in dem ein Restaurant und die Apfel-Apotheke ist, sollen in alten Elima-Gebäuden Wohnungen installiert werden. Die Verhandlungen mit dem Besitzer seien bereits in fortgeschrittenem Stadium und „praktisch unterschriftsreif“, sagt Frank. Sie würden in jedem Fall zeitiger fertiggestellt sein als das Gebäude in der benachbarten Goebelstraße.

Die Stimmung unter den drei Dutzend Flüchtlingen in Altheims Sport- und Kulturhalle ist derweil „durchwachsen“, wie Peter Panknin, Vorsitzender des Vereins Asyl in Münster, berichtet. Wenn die Menschen nach langer Flucht aus gefährlicher Situation in Deutschland zunächst in ein zentrales Aufnahmelager kämen, verstünden sie das. Auch wenn der Aufenthalt dort länger dauere. Kommen dann aber Menschen unterschiedlichster Herkunft in eine notdürftig hergerichtete Halle wie in Altheim, durcheinander gewürfelt und ohne jede Privatsphäre, könne solch Zustand nicht ewig dauern. „Momentan ist die Stimmung aber grundsätzlich nicht schlecht“, sagt Pank-nin. Doch würden sich die vielen Ehrenamtlichen, die sich in Münster um die Betroffenen sorgten, davor hüten, ihrer Klientel irgendwelche Terminzusagen zu machen. „Wenn wir auch noch unsere Glaubwürdigkeit verlieren, dann können wir hier alle einpacken“, weiß der Helfer.

Flüchtlingsunterkunft in Sport- und Kulturhalle Altheim: Bilder

Quelle: op-online.de

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