CDU sieht sich zu Sportpark bestätigt

Fragen nach Sinn einer Mäusberg-Bebauung

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Auf die Idee, einen Sportpark auf dem FSV-Gelände am Ortsrand zu Dieburg hin zu errichten, geht die CDU in ihrer Stellungnahme zum Aus am Gersprenzstadion nicht ein. Sie sieht auch wenig Sinnhaftigkeit in einer Bebauung des Mäusbergs.

Münster - Zur Ankündigung des Bürgermeisters, die Sportparkideen am Gersprenzstadion wegen überhöhter Grundstückspreise aufzugeben, sieht sich die CDU in ihrer Beurteilung bestätigt. Für die Fraktion ist nicht ersichtlich, warum der Mäusberg einer Bebauung zugeführt werden soll.

Für „erstaunte Gesichter“ habe die Mitteilung des Bürgermeisters gesorgt, die Errichtung eines Sportparks hinter dem Gersprenzstadion mangels verfügbarer Flächen einzustellen, erklären für die CDU Erna Roßkopf und Thomas Heinz. Gleichwohl komme den Fraktionsmitgliedern diese Entwicklung nicht ungelegen. Spätestens nach der zweiten Machbarkeitsstudie habe die CDU-Fraktion das Vorhaben kritisch begleitet und immer wieder darauf hingewiesen, dass die Umsetzung für die Gemeinde als finanzielles Abenteuer einzustufen sei. „Nun zeigten die Verhandlungen zum Ankauf der Grundstücke, dass diese Einschätzung richtig war“, erklärt die Union, Viele Eigentümer wollten ihre Grundstücke hinter dem Stadion nicht verkaufen und weiterhin für die seitherige landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung stellen. Genauso gebe es zahlreiche Stimmen, die bei den gegebenen Umständen die Bebauung des Mäusbergs auch nicht für sinnvoll erachteten.

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Generell ergäben sich Preise für Grundstücke immer noch als Ergebnis aus Angebot und Nachfrage. In Babenhausen habe die Stadt in Verbindung mit dem Landkreis Grundstücke für die Errichtung einer Sportstätte erwerben wollen. Dort könne ebenfalls auf entsprechende Erfahrungen verwiesen werden. Roßkopf: „Dass sich nun in Münster diese Entwicklung so ergeben hat, hat aus Sicht der CDU mit dem Schlechtreden des Vorhabens nichts zu tun. Deshalb gilt es, die Entscheidung der Grundstückseigentümer zu respektieren.“

Was die der CDU vorgeworfenen Falschinformationen oder Horrorszenarien betreffe, bleibe festzustellen, dass alle in der Vergangenheit getroffenen Aussagen zur diskutierten Sportstättenverlagerung nach einer Bewertung der vorliegenden Machbarkeitsstudien getroffen worden seien. Die Aussage der SPD, ein Sportpark sei „zum Nulltarif“ zu bekommen, sei von der CDU nie geteilt worden: „Jeder konnte erkennen, dass die Mittel für das Vorhaben aus Grundstücksveräußerungen am Mäusberg stammen und natürlich damit aus der Gemeindekasse gekommen wären.“

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Unklar war laut Union, wer denn die neue Sporteinrichtung unterhalten soll. Der SV 1919 sei da immer wieder ins Gespräch gebracht worden. Doch dem Verein eine neue Sportanlage zur Verfügung zu stellen, welche die Gemeinde mehrere Millionen gekostet hätte, ließe sich in Sachen Vereinsförderung aus Sicht der CDU gegenüber anderen Ortsvereinen „nicht mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz vereinbaren“.

Nicht nachvollziehbar sei für die CDU auch der Standpunkt der Fraktion ALMA, den Mäusberg unbedingt bebauen zu wollen. Bis heute sei nicht frage man sich, warum sie sich für eine verdichtete Bebauung der „grünen Lunge“ so stark macht. Da stelle sich schon die Frage, was die SPD der ALMA für das Ja zur Bebauung des Mäusbergs versprochen habe.

Die CDU sieht nun in Sachen Mäusberg seitens der Kommune nur noch Handlungsbedarf, falls der dort ansässige Verein seinen Erbpachtvertrag vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit kündigen sollte. Die CDU werde den Verein nicht dazu drängen. Sollte der SV 1919 dort seine Sportanlage modernisieren wollen, werde ihn die CDU nach den Vereinsförderrichtlinien unterstützen. Für die Umsetzung der Sportstättenverlagerung wurden neben den zwei Machbarkeitsstudien inzwischen weitere Fachberatungen eingeholt. Eine Mehrheit aus SPD, ALMA und Fraktionslosen hatte bei der Beratung des Haushalts für 2015 für die Planung des Vorhabens 200.000 Euro bereitgestellt. „Die CDU wird fragen, was davon ausgegeben wurde“, erklärt Heinz.

tm

Quelle: op-online.de

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