Bürgerworkshop nach Kaufhausverkauf

Sponsoring fürs Brunnenplätschern?

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Wie wird sich der Rathausplatz, derzeit noch mit der für den Nikolausmarkt aufgebauten Bühne über der Brunnenanlage versehen, nach einer Umgestaltung einmal dem Bürger präsentieren? Das soll bald ein Workshop klären.

Münster - Das Kaufhaus am Rathausplatz ist verkauft, jetzt kann sich auch etwas an der Umgestaltung des Rathausplatzes tun. Bürgermeister Gerald Frank hat dazu einige Ideen. Ein Bürgerworkshop soll möglichst viele Bewohner an der Konzepterarbeitung beteiligen. Von Thomas Meier

Jahrzehnte dient der Rathausplatz als Parkfläche auch dem ruhenden Verkehr. Das machte Sinn, solange Rathaus, Kaufhaus und prosperierendes Geschäftsleben rundherum herrschten. Doch spätestens seit der Schließung des Kaufhauses verlor der Platz mehr und mehr an Bedeutung, ist seit 15 Jahren nur noch Parkraum für die Rathausbeschäftigten, -besucher und einige Anlieger. Ansonsten prägt Stille die einst einmal als Zentrum Münsters auserkorene Fläche. Solche Stille gar, dass sich 2009 eine Interessengemeinschaft Rathausplatz formierte, die dem Platz wieder mehr Leben einzuhauchen gedachte. Doch die jährlichen Lichterfeste oder Einzelaktionen brachten bislang nicht den gewünschten Erfolg. Auch das Doaschdefest brach letztlich weg. Bis auf den florierenden und quirligen Weihnachtsmarkt dümpelt nur der kleine Brunnen durchs Jahr hinweg am Platze. Und der wurde nun auch noch entfernt für eine Bühne, die für den letzten Nikolausmarkt genau über der Brunnenanlage vor dem Rathaus errichtet wurde.

Warum die Dezemberbühne auch noch Ende April den Platz dominiert, erklärt Bürgermeister Frank: „Wir brauchen die erhöhte Fläche noch für ein bedeutsames Fest, das in diesem Jahr steigen wird. Die Besiegelung unserer Freundschaft mit der italienischen Kommune Lastra a Signa.“ Der Partnerschaftsverein der Gemeinde soll den Pakt mit der Kommune, die zwölf Kilometer entfernt von Florenz am Zusammenfluss von Arno und Vingone liegt, Anfang Juli mit einem formellen Akt auf dem Rathausplatz in Münster besiegeln. Die Zeremonie der Vertragsunterzeichnung hätte auf dem großen Podest den richtigen Raum mit der passenden Kulisse, meint Frank.

Zukunft des Brunnens unwahrscheinlich

Ob der „überdachte“ Brunnen nach dem Akt der Verschwisterung mit den Italienern noch einmal den Rathausplatz zieren wird, ist nach dem Verkauf der Kaufhausimmobilie eher unwahrscheinlich. Denn das Plätschern aus dem kleinen Pilz kam die Gemeinde nicht nur in der Vergangenheit teuer, eine Sanierung des Brunnens ist zudem vonnöten. 1800 Euro schlug die kleine Anlage vergangenes Jahr allein für Strom zu Buche. Und 2500 Euro koste laut Bürgermeister die Sanierung, zu der auch ein Austausch von Teilen des Pumpwerkes gehöre.

Bevor diese Ausgaben sich im Haushalt niederschlagen, will Frank ausloten, wohin die Reise mit dem Projekt Rathausumgestaltung gehen wird. Vor vier Jahren gab es bereits einmal Pläne für eine Umwandlung des Platzes, doch kam dann mangels monetärer Masse nichts mehr nach. „Nun sollten auch die Bürger gefragt werden, wie sie sich einen Rathausplatz für Münster vorstellen,“ sagt Frank, der einen Bürgerworkshop zur Klärung ins Leben rufen möchte. Doch keinesfalls will der Verwaltungs-chef mit den Neuplanungen Abschied von einem Geplätscher am Platze nehmen: „Für mich gehört ein Brunnen auf diesem Areal hinzu, ganz klar“, betont Frank. Nur die Stelle stehe freilich bei einer Platzungestaltung zur Disposition, ebenso die Ausgestaltung. Und auch die Stromrechnung. Denn möglich wäre laut Bürgermeister auch eine Art Sprenkler-Sponsoring, beispielsweise durch ein heimisches Energieunternehmen, das mit einer angeschlossenen Photovoltaikanlage zudem am Platze für sich werben könne. Doch zu allen anstehenden Überlegungen müsse man zunächst die Machbarkeit prüfen und die Bürger hören.

Quelle: op-online.de

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