Friedhof in Altheim: Vieles liegt im Argen

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 Wer möchte ein Stück der Bruchsteinmauer? Altheims Friedhof soll schöner werden - besonders die marode Natursteinmauer wurde bei der Ortsbegehung von Fachausschuss und Bürgerschaft auf die Agenda gesetzt.

Altheim - Bauausschuss besichtigt Altheims maroden Friedhof und sucht nach kostengünstigen Sanierungsideen. Von Ursula Friedrich

„Hier ist die letzte Ruhestätte unserer Bürger. Sie soll einen ehrenvollen Rahmen haben“, brachte Tatjana Maier von der Friedhofsverwaltung das Anliegen vieler Bürger auf den Punkt. Auf dem Altheimer Friedhof besteht bereits länger dringend Handlungsbedarf. Wo genau der Schuh drückt, davon machte sich der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss (BPU) gemeinsam mit Bürgern und Verwaltungsmitarbeitern bei frostigen drei Grad Celsius ein Bild.

„Wir möchten das Erscheinungsbild des Friedhofs positiv verändern“, gab der BPU-Vorsitzende Udo Beutler (CDU) die Maxime aus – möglichst preiswert. Zum einen der angespannten Haushaltssituation wegen. Zum anderen, um nicht an der Gebührenschraube drehen und Bürger unmittelbar zur Kasse bitten zu müssen.

Eklatantester Punkt auf der Sanierungsliste war die Natursteinmauer, die sich vom Eingang des Friedhofs fast bis zu seinem gegenüberliegenden Ende und dem dortigen Kompostbereich erstreckt. Natur- und Sandsteine sind bröckelig, der Putz sichtbar abgeblättert.

Restaurieren oder abreißen?

Eine Instandsetzung würde nach Auskunft bei einem Fachunternehmen rund 100.000 Euro verschlingen, so Beutler. In Zeiten knapper Kassen geizte der BPU-Chef nicht mit kreativen Ideen. Die Mauer könne in Eigenregie abgetragen werden, schließlich könne sich der Sandstein im heimischen Garten gut machen. Nach Auskunft Tatjana Maiers sei die marode Mauer nicht im Augenmerk des Denkmalsschutzes und könne beseitigt werden.

Moniert wurde von einzelnen Altheimern aber auch die Pflege der Friedhofswege und das Fehlen eines Gehwegs zu den Urnenrondellen. Diese Bestattungsform wird, ebenso wie pflegeleichte Wiesengräber, seit über zehn Jahren stark nachgefragt. „2013 haben wir daher ein weiteres Urnenrondell auf dem Altheimer Friedhof aufgestellt“, sagte Maier. Weitere Kritikpunkte: „Wenn hier der Rasen gemäht wird, sind die Urnengräber voller Grünschnitt“, monierte ein Altheimer. Diese Dienstleistung wurde von der Gemeinde an eine externe Firma vergeben. Wegepflege und die Anlage von Gräbern wird indess vom eigenen Bauhof geschultert.

Hilfreich wäre, Container für Erdaushub und einen Unitruck vor Ort bereit zu halten, lieferte Bauhofmitarbeiterin Silke Lübbert einen konstruktiven Vorschlag, wie man die Logistik in Arbeitsabläufen verbessern kann.

Ein rechtes Ärgernis ist die Kompostanlage unmittelbar an der Grenzmauer des Friedhofs. Hier entledigen sich unbedarfte Zeitgenossen ihres Grünschnitts, den sie vom heimischen Grundstück heimlich anliefern und - schwupp - über die Mauer kippen. Beklagt wurde außerdem der „ungepflegte Zugang zu den Gräbern im Randbereich“, so eine Altheimerin.

Um viele Eindrücke reicher, will der Bauausschuss das Thema Friedhof Altheim in seiner kommenden Sitzung beraten. Geplant ist kein Flickenteppich, sondern ein Gesamtkonzept zur Verschönerung.

Quelle: op-online.de

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