Landkreis und Gemeinde Münster machen aus zwei Problemen eine Lösung

Weg frei für neuen Bürgersteig

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Verwerfungen: Nach langem Hin und Her zwischen dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Gemeinde Münster ist jetzt eine Lösung für die Sanierung des seit Jahren gesperrten Gehwegs an der John-F.-Kennedy-Schule gefunden. Der vereinbarte Flächentausch beschert dem Kreis auch Baugrund in Altheim für zwei Pavillons an der Regebogenschule.

Münster - Seit Jahren ist der Gehweg vor der John-F.-Kennedy-Schule in Münster wegen Verwerfungen durch Baumwurzeln mit rot-weißem Flatterband und gelben Hinweisschildern gesperrt.

Seit geraumer Zeit wartet die Regenbogenschule in Altheim auf zwei Holzpavillons zum Ausbau des Ganztagsangebots. Beide Probleme haben Landkreis und Gemeinde jetzt zusammengeführt und eine gemeinsame Lösung gefunden. Es ist nicht das erste Mal, dass Straßenbegleitbäume in Münster Gehwege und damit Probleme aufgeworfen haben. In der Goethestraße hat dieses Phänomen schon zu einer großen Fällaktion geführt, auf dem Rathausplatz ist es ebenfalls zu beobachten, in der Stettiner Straße vor der John-F.-Kennedy-Grundschule ist es bereits vor vielen Jahren zum Zankapfel zwischen Kreis und Gemeinde geworden. Der Kreis ist verantwortlich für Bau und Unterhaltung der Schulgebäude. In Münster gehören auch der Gehweg in der Stettiner Straße und die angrenzenden Parkplätze zum Gelände der Schule, deren Namen Ausdruck der Euphorie nach Kennedys Deutschlandbesuch 1963 ist. Dass der Kreis für die Verkehrssicherheit und Unterhaltung scheinbar öffentlichen Straßengeländes in der Verantwortung ist, stellt allerdings eine große Ausnahme dar und ist ein Anachronismus. Deshalb waren Lösungsansätze von dieser Seite immer mit der Forderung nach Übernahme des Geländes durch die Gemeinde Münster verbunden.

Nur: Wer zahlt die Zeche für die Sanierung? Diese Frage schien kaum noch zu klären, nachdem die Sanierung der Gersprenzhalle in Münster unter Federführung des Kreises immer teurer wurde, die Gemeinde sich immer wieder unzureichend über Um- und Neuplanungen informiert fühlte, aber nach einem fixen Prozentsatz für die ständig steigenden Kosten einstehen sollte. Der Konflikt führte zu einer Jahre dauernden kommunikativen Eiszeit, die offensichtlich erst mit dem personellen Wechsel an der Spitze der Münsterer Verwaltung durchbrochen werden konnte.

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Zwischenzeitlich hatte sich auch noch ein „Nebenkriegsschauplatz“ aufgetan. Unstrittig war bei allen politischen Kräften im Gemeindeparlament, dass die Regenbogenschule im Ortsteil Altheim mehr Raum zum Ausbau des Ganztags-Angebotes braucht. Strittig war der Standort für die zwei hölzernen Pavillons, die der Kreis dafür errichten lassen will: ein kommunales Grundstück auf der Rückseite der Schule? Oder doch das besser gesicherte Sportgelände neben-an? Und wie ist das mit dem Grunderwerb? In neuerlichen Verhandlungen wurden jetzt beide Probleme zu einem Immobiliengeschäft miteinander verbunden. „Wir haben uns auf einen Flächentausch geeinigt“, erklärte Kreisschuldezernent Christel Fleischmann auf Nachfrage. Der Kreis erhalte den notwendigen Baugrund von 650 Quadratmetern hinter der Schule, die Gemeinde erhalte im Gegenzug das ebenfalls 650 Quadratmeter große Straßengelände an der John-F.-Kennedy-Schule. „Dabei haben wir einen Quadratmeterpreis von 17 Euro zu Grunde gelegt“, so Fleischmann weiter. „Für die Sanierung von Gehweg und Parkbuchten zahlen wir Münster zudem einen Zuschuss von 75.000 Euro.“

Das ist die Hälfte der von der Gemeinde auf 150.000 Euro geschätzten Sanierungskosten für den etwa 150 Meter kurzen Straßenabschnitt – eine Menge Geld. Im Detail vermag Münsters Bürgermeister Gerald Frank diese Schätzung nicht aufzuschlüsseln, lässt aber keinen Zweifel daran, dass die Bäume weg sollen. „Wir werden aber Ersatzpflanzungen auf dem Schulgelände vornehmen, darauf haben wir uns mit dem Landkreis geeinigt.“

hol

Quelle: op-online.de

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