Genauer Kunstrasen-Ausbau wird Anfang 2016 festgelegt

Gemeinde unterstützt SV Münster mit maximal 110.000 Euro

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Seine Tage sind gezählt: Lange muss der SV Münster auf seinem Hartplatz wohl nicht mehr spielen und trainieren. Die Gemeinde hat einen Zuschuss beschlossen.

Münster - 2019 wird der SV Münster 100 Jahre alt. Dann dürfte das Realität geworden sein, was sich der Sportverein vom Mäusberg ursprünglich optimalerweise schon für das 95-jährige Bestehen im vergangenen Jahr ausgemalt hatte: Von Jens Dörr

Jugendliche und Männer spielen dann nicht nur auf dem eigenen Naturrasen-Großfeld und teils auch im Gersprenzstadion Fußball, sondern zusätzlich auf einem Kunstrasen-Großfeld. Mit dem Umbau des nicht mehr zeitgemäßen Hartplatzes zum künstlichen Grün will sich der gerade von Kickern junger Jahrgänge stark frequentierte Traditionsklub infrastrukturell stärken. Nun ist der SVM auf dem Weg zum Kunstrasen einen wichtigen Schritt weitergekommen. Münsters Gemeindevertreter beschlossen in der letzten Sitzung dieses Jahres, den Bau des Platzes mit dem höchstmöglichen Anteil an Förderung zu unterstützen. Mit der Übernahme von bis zu 20 Prozent der Kosten darf die Gemeinde ihre Vereine bei derartigen Investitionen unterstützen. Konkret hieß das: Die Parlamentarier beschlossen einstimmig – auch mit der Stimme des fraktionslosen Martin Peußer, der das Thema Kunstrasen als einstiger SVM-Vorsitzender selbst mit vorangetrieben hatte –, einen Zuschuss von 110.000 Euro freizugeben.

Dabei muss es sich nicht um den endgültigen Betrag handeln, den die Gemeinde an den SVM überweist – aber um den maximalen. Die 110.000 Euro sind 20 Prozent von 550.000 Euro, jenem Betrag, den die Münsterer einst für eine sehr gute Lösung angesetzt hatten. Die Zahl stammt allerdings noch aus dem Jahr 2013. Für wie viel Geld der 700 Mitglieder zählende Verein seinen Hartplatz tatsächlich in einen Kunstrasen umbauen wird, ist noch offen. Im Gespräch waren einst Varianten ab 300.000 Euro – dann würde die Gemeinde nur 60.000 Euro zuschießen – und eben bis 550.000 Euro. Bei dieser bestmöglichen Variante würde beispielsweise auch an die Zuschauer gedacht, die dann nicht hinter einer bloßen Eisenstange stehen müssten, sondern womöglich auf einigen Stufen, einer Art Minitribüne, die Spiele auf dem Kunstrasen verfolgen könnten.

Wie genau der Neubau des Großfelds, auf dem nebeneinander auch zwei Kleinfeldspiele (G-, F- und E-Junioren, hier erlebt der SVM einen besonders hohen Zufluss an Spielern) zeitgleich stattfinden können, aussehen soll und was diese Maßnahme dann wirklich kosten würde, will die SVM-Regie ihren Mitgliedern in den ersten Wochen des neuen Jahres vorstellen. Dann würde über eine Variante konkret beschlossen.

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Klar votiert haben die SVM-Mitglieder bereits dafür, mit ihrem Verein am Mäusberg zu bleiben und nicht etwa zur FSV Münster zu ziehen. Der Umzug in ein neues Sportgelände am Gersprenzstadion hatte sich ohnehin zerschlagen. „Schnee von gestern“, meinte so auch Gerhard Bonifer-Dörr, Fraktions-chef der ALMA, der aber nicht verhehlte, dass seine Fraktion die „große Lösung“ mit Neubau eines Sportzentrums und Umzug des SVM favorisiert hatte. Dass das Projekt am Gersprenzstadion scheiterte, dafür gab er der CDU eine Mitschuld. Sie habe höhere Kosten an die Wand gemalt, als sie wahrscheinlich gewesen seien. Faktisch war der Neubau am Stadion deshalb gescheitert, weil SPD-Bürgermeister Gerald Frank die Verhandlungen mit einigen Grundstückseigentümern in der Sackgasse beendet hatte. Die geforderten Beträge pro Quadratmeter Boden hätten das Angebot der Gemeinde teils drastisch überschritten.

Der SVM hat damit eine weitere Hürde gen Kunstrasen genommen, gleichwohl Jubelstürme im Publikum nicht zu verzeichnen waren. Der Zuschuss wird je zur Hälfte in 2016 und in 2017 ausgezahlt, wie hoch er schlussendlich auch ausfallen werde. Mit dem größten Zuschuss für sein Projekt rechnet der SVM vom Land Hessen, außerdem mit einem Zuschuss vom Landkreis Darmstadt-Dieburg. Zudem wird der Verein voraussichtlich einen Kredit aufnehmen.

Quelle: op-online.de

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