Alle Strecken neu ausgemessen

Gersprenzlauf: Ergebnisse fit für die Bestenliste

Münster - Das Zehn-Kilometer-Rennen war am beliebtesten beim 22. Gersprenzlauf. Doch auch der Halbmarathon erfreut sich weiter großer Beliebtheit. Alle Strecken waren neu ausgemessen worden. Von Jens Dörr 

Beim 1 000-Meter-Rennen zeigten 112 Kinder ihr Können. Aufgrund von Stadiondurchläufen bei den längeren Strecken der Erwachsenen ist der Gersprenzlauf des VfL Münster einer der zuschauerfreundlichsten in der Region.

Aus dem Vorstand, aus dem Sinn? Ist bei Gerd Kenke noch lang nicht drin. 16 Jahre lang war er Erster Vorsitzender des VfL Münster, ehe der Leichtathletik-, Triathlon-, Volleyball- und Breitensportverein vor einem Monat eine Verjüngungskurs auf Vorstandsebene schaffte. Seither ist Stefan Scharf der erste Mann im VfL. Dass Kenke am Samstagnachmittag beim 22. Entega-Gersprenzlauf der Münsterer als einer von Dutzenden Helfern weiter seinen Mann für den Verein stand, war eine der vielen kleinen Beobachtungen, die sich am Renntag an der Gersprenz treffen ließen.

Eines machte man indes schon zwei Wochen vorher: Da vermaß der VfL sämtliche seiner Strecken neu. Immer wieder ist es gerade bei kleineren Volksläufen der Fall, dass eine Route zwar zum Beispiel mit runden zehn Kilometern angegeben wird, es tatsächlich aber auch mal 100 Meter mehr oder weniger sein können. Was den gesundheits- und spaßorientierten Hobbyläufer wenig kümmert, ist gerade ambitionierten Amateuren wie ein nerviges Steinchen im Laufschuh: Erzielte Ergebnisse auf solchen ungenau vermessenen Strecken sind nicht dazu geeignet, sie in die persönlichen Bestenlisten aufzunehmen. In Münster kann das bedenkenlos getan werden –egal ob man am Samstag die fünf Kilometer, die zehn Kilometer oder den Halbmarathon (21,1 Kilometer) gewählt hatte.

Die Kinder und Jugendlichen machten sich unterdessen auf Strecken über 1 000 und 2 000 Meter, wurden dabei vom Pistolen-Schreckschuss von Bürgermeister Gerald Frank auf die Reise geschickt. Ihre Startposition blieb gegenüber den Vorjahren identisch; das Ziel aller Läufe ist inzwischen auf der Geraden vor der Tribüne.

Früher kamen beim Gersprenzlauf Sportler auch direkt auf dem Rasen ins Ziel. Beim älteren Nachwuchs, der die zwei Kilometer in Angriff nahm, durften die Eltern sogar dreimal die Kamera zücken: Beim Start, beim ersten Durchlauf nach einer der zwei Runden und beim Einlauf ins Ziel. Auch aufgrund von Stadiondurchläufen bei den längeren Strecken der Erwachsenen ist der Gersprenzlauf des VfL Münster einer der zuschauerfreundlichsten in der Region.

Einer der frühsten Läufe ist er ohnehin, was sich am Samstag mit Temperaturen um die sieben Grad bemerkbar machte. Dies dürfte sein Scherflein dazu beigetragen haben, dass die gesamte Zahl der Läufer mit 383 um rund 100 Personen geringer lag als im Vorjahr. Nimmt man die Gruppe der Nordic Walker hinzu, die eine Fünf-Kilometer-Runde absolvierte, kratzte der VfL nichtsdestotrotz die stattliche 400-Sportler-Marke. Am stärksten angenommen wurde der Lauf über die 10 000 Meter (117 Teilnehmer), gefolgt vom wuseligen und lautstark begleiteten Schülerlauf über 1 000 Meter (112 Teilnehmer). Insgesamt 71 Frauen und Männer nahmen am Halbmarathon teil, 67 am 5 000-Meter-Lauf, 16 ältere Schüler am 2 000-Meter-Lauf.

Kleinere Randerscheinungen wie der Sturz eines Schülers im Feld nördlich des Stadions, die liebevolle Rotkreuz-Verarztung der Schürfwunde, das beständige Knirschen der Lautsprecheranlage und das kurzzeitig nachgebende (und schnell wieder aufgerichtete) aufblasbare Durchlauftor im Stadion fügten sich mit vielen guten sportlichen Leistungen abermals zum sympathischen Gersprenzlauf-Gesamtwerk zusammen.

Den meisten Saft hatte dabei Tobias Zöller vom Eventsponsor Entega in den Beinen. Er gewann den Halbmarathon in starken 1:16:44 Stunden. Marc Wagner, der nur 16 Sekunden länger brauchte, blieb ihm aber lange dicht auf den Fersen. Den Rennbericht mit den wichtigsten Ergebnissen lesen Sie im Sportteil der heutigen Montagsausgabe unserer Zeitung.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Dörr

Kommentare