Mit Marschmusik Publikum erobert

+
In voller Besetzung trat das Heeresmusikkorps Veitshöchheim in Münsters vollbesetzter Kulturhalle zum Neujahrskonzert an. - Foto: P. Panknin

Münster - Mit einem Benefiz-Konzert des Heeresmusikkorps Veitshöchheim startete die Gemeinde ihr Programm 2015 für die Kulturhalle. Von Peter Panknin

Völlig unkriegerisch zog das Heer mit einem großen Lastkraftwagen und zwei Omnibussen bereits am Nachmittag ein. Personalstärke etwa 54 Musiker, unter ihnen auch einige Frauen. Die Geschichte des Heeresmusikkorps Veitshöchheim, bis Ende 2013 amtlich „HMusKorps 12“ mit Standort Veitshöchheim genannt, beginnt 1962 mit seiner Gründung als Luftwaffenmusikkorps 5 in Fürstenfeldbruck. Standort- und Namensveränderungen sowie strukturelle Änderungen in der Bundeswehr führten letztlich zur heutigen Bezeichnung und Zusammensetzung. Neben einigen Soldatinnen in Uniform des Heeres zeigte eine einzelne Dienstleistende in der Uniform der Luftwaffe dezent alle äußerlichen Veränderungen auf, die zum heutigen Erscheinungsbild des Korps führten.

Der Bekanntheitsgrad des symphonischen Blasorchesters der Bundeswehr sowie die Vorankündigungen zur Veranstaltung brachten ein volles Haus. Von den 560 gestellten Stühlen blieb so gut wie keiner leer, zahlreiche Musikbegeisterte und auch selbst musizierende Zuhörer (beispielhaft seien hier nur Mitglieder des Blasorchesters der FFW Altheim und Mitglieder des MGV Münster genannt) waren gekommen, um sich selbst einen Eindruck von den Fähigkeiten des europaweit agierenden Ensembles zu machen.

Die hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Gerald Frank demonstrierte das Orchester unter der Leitung seines Dirigenten, Oberstleutnant Burkard Zenglein, eine harmonische Teamleistung. Eigentlich sollten alle Mitspieler ob ihrer Leistung namentlich genannt werden. Stellvertretend seien aber nur die Solisten erwähnt. In Person von Eugen Knittel (Hauptfeldwebel), der mit seinem Solo-Akkordeon durch südamerikanische Tango-Rhythmen (Tico-Tico von Zequinha de Abreu) und irischen Klängen (Karla with A.K. von „The Hooters“) das Auditorium begeisterte, während Markus Lenhardt (Stabsfeldwebel) mit einem gesungenen Beatles Medley die Stimmung zum Glühen brachte.

Auffällig waren die überaus schnellen und geräuschlosen Positionswechsel der Männer im Schlagzeug- und Perkussionsbereich. Gegen Ende des Konzertes lief das Blasorchester zur Hochform auf und brachte mit militärischer Marschmusik das Publikum zum Mitklatschen, ganz im Gegensatz zur Stille im Saal bei der ergreifenden und ebenso gespielten Musik „Hymne an die Gefallenen“, bekanntestes Motiv aus dem Spielberg-Film „Der Soldat James Ryan“. Dieser Titel, vom Orchester bei den letztjährigen Zeremonien zum Gedenken an den Tag der Invasion der Alliierten (D-Day) in Frankreich intoniert, war auch allen im Einsatz für die Bundesrepublik Deutschland gefallenen Soldaten der Bundeswehr gewidmet.

Riesiger Applaus am Ende des Konzertes führte zu einer Zugabe, nach der es stehende Ovationen gab. Die konnten vom Orchester erst beendet werden, indem es die Nationalhymne anstimmte und das Auditorium kräftigst im Stehen mitgesungen hat. Für Musikfreunde und für die Gemeinde ein gelungener Jahresauftakt. Aber auch für die Bücherei und die gemeindlichen Kindertagesstätten, kommt doch der Erlös der Veranstaltung diesen Einrichtungen zugute. So konnten ein hocherfreuter Bürgermeister Gerald Frank und die glücklich strahlende Organisatorin der Veranstaltung, Stefanie Lange, ein sichtlich zufriedenes Publikum in den späten Abend verabschieden. Das Heeresmusikkorps war sicherlich nicht das letzte Mal in Münster.

Quelle: op-online.de

Kommentare