Hotelkomplex statt Kaufhaus

Wellness-Oase am Rathausplatz

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 Aus dem Tiefschlaf ins alles überstrahlende Licht: Endlich tut sich was am Kaufhaus. Nach 14 Jahren überwiegendem Leerstand wurde die Immobilie am Rathausplatz verkauft. Hotel und Restaurant sollen ausgebaut, neue Geschäfte integriert werden.

Münster - Das Kaufhaus am Rathausplatz ist verkauft. Pläne für einen Hotelkomplex mit Geschäften im Erdgeschoss liegen den Behörden vor. Von Thomas Meier

Münster - Das Kaufhaus am Rathausplatz ist nach rund 14-jährigem Leerstand verkauft. Die gesamte Immobilie, in der ein Hotel, das Restaurant am Rathausplatz und eine Metzgerei florieren, wird schon bald von Grund auf saniert und umgebaut. Der Hoteltrakt wird modernisiert und erweitert, neue Geschäfte sollen integriert und das Ganze sich in Abstimmung mit der Gemeinde in das Umfeld des Rathausplatzes einfügen. Eine Nachricht, die für Münster sehr bedeutsam und von der Bürgermeister Gerald Frank bislang auch sehr angetan ist.

Bereits vor einigen Wochen war Vertragsunterzeichnung. Ein Frankfurter Unternehmer, der eine Securitas-Firma betreibt, die auch die Offenbacher Kickers betreut, erwarb die große, den Rathausplatz dominierende Immobilie, um nach Umbauten seinen Firmensitz von der Mainmetropole an die Gersprenz zu verlegen. Dies verriet Friedrich Endres von der Münsterer Firma Immobilienservice, der den Investor bei seinen Planungen eng begleitet und die Umbauten managed. Bürgermeister Frank hat große Hoffnungen in seine und Münsters Bemühungen für eine Umgestaltung und Belebung des seit Jahren verwaisten Rathausplatzes. „Sehr gute Ideen“ bescheinigte er Endres und dem Investor für die Neukonzeption des Gebäudetraktes, der die komplette Ostseite des Platzgevierts einnimmt. Dies sei eine große Chance für eine Neugestaltung und Neuorientierung.

Projektleiter sieht einige Hürden

Hofft der Rathauschef auf baldiges Anrücken der Bauarbeiterkolonnen, so sieht Projektleiter Endres noch einige Hürden, die es zu überwinden gelte. Beispielsweise die Stellplätze rund ums Objekt oder die Fassadengestaltung betreffend. Aber auch er ist optimistisch, dass in den nächsten Wochen mit ersten Arbeiten begonnen wird.

Und da sind viele Vorhaben umzusetzen. Das Haus gliedert sich in zwei Teile: Vorn von der Leibnizstraße her gesehen der seit Jahren brach liegende Kaufhaustrakt, hinten gen Rathaus das Restaurant und das Hotel. Derzeit nimmt das Hotel den ersten bis dritten Stock des hinteren Teiles ein, seit geraumer Zeit auch den vorderen Teil des dritten Stockwerkes. Geplant ist laut Endres nicht nur eine komplette Sanierung des bestehenden Hotels und seiner Zimmer, die auch technisch auf den neuesten Stand mit W-Lan und weiterer IT-Technik ausgestattet werden sollen. Auch die komplette zweite Etage im vorderen Bereich, bislang dem Kaufhaus zugeschlagen, sollen für die Herberge genutzt werden. Der erste Stock wird der Planung zufolge für Empfang, Rezeption und Konferenzräume für das Hotel umfunktioniert. Auch ein Frühstücksraum wird entstehen, und eine Sauna- und Wellnesslandschaft will realisiert werden. Vor allem für letzteres Vorhaben sei es wichtig, mit der Gemeinde über den Erwerb angrenzenden Grundstückes zu verhandeln, sagt Endres.

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Der Erdgeschossbereich, der mit seiner Grundfläche von rund 500 Quadratmetern dem Kaufhaus diente, wird von den Rolltreppen befreit. Ein Treppenhaus nebst Aufzügen werde installiert und in den so freigeschlagenen Raum sollen ein bis zwei neue Geschäfte Einzug halten. Gespräche mit möglichen Interessenten für eine Einmietung liefen bereits, so der Investorenbegleiter. Die Metzgerei solle bleiben.

So die Grobplanung. Doch auch fürs Feintuning des Projektes gibt es bereits konkrete Überlegungen. So wäre es laut Endres sicher schön, könnte man dem Restaurant im Erdgeschoss einen Biergarten auf dem Rathausplatz zuordnen. Dem wäre sicher auch der Bürgermeister nicht abgeneigt, wenn sich denn die neue Fassade dem Rathaus und dem neu entstehenden Rathausplatz einfüge. Und da ist dann noch die Treppe vom Metzger, die in den öffentlichen Raum hereinragt, der Grundstücksverkauf für den Wellnessbereich will unter Dach und Fach sein und das Kreisbauamt muss seinen Segen für die Planungen geben. Letzteres und die Gemeinde haben auch noch ein Wörtchen über die Parkplätze zu verlieren, über die ein eigene Stellplatzsatzung wacht. Doch muten diese Hürden angesichts der langen Zeit des Stillstands rund ums nicht hübsch anzusehende Kaufhaus klein an.

Quelle: op-online.de

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