Museum zeigt den Einheits-Weg

Die Hymne und das geteilte Land

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Dieter Emig (vorn links) gratulierte Kai Herd (rechts) zur gelungenen Ausstellung des Heimat- und Geschichtsvereins, im Hintergrund der Kirchenchor Cäcilia Münster.

Münster - Der Heimat- und Geschichtsverein Münster hat das Thema „Der Weg zur Deutschen Einheit“ als Motto für die aktuelle Ausstellung gewählt, die in den Räumen des Museums an der Gersprenz eröffnet wurde. Einige themennahe Veranstaltungen begleiten die Schau. Von Peter Panknin 

Eingeleitet wurde der Festakt vom Kirchenchor Cäcilia Münster. Die gesanglichen Darbietungen wurden immer wieder vom Leiter des Chores, Norbert Müller, durch erläuternde Texte zur Geschichte der Nationalhymne unterbrochen. Dieser „musikalische“ Exkurs passte bestens zum Thema der Schau. Die Melodie entstammt dem Kaiserlied von Joseph Haydn, komponiert 1796/97 und ist bis heute unverändert. Der Text wurde jedoch, den zeitlichen Veränderungen folgend, häufiger angepasst. 1922 wurde das Deutschlandlied mit dem Text des Dichters Hoffmann von Fallersleben offizielle Nationalhymne, nach dem Zweiten Weltkrieg verboten es die alliierten Siegermächte. Mit Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde das Verbot aufgehoben, aber es gab keine gesetzliche Festlegung einer Nationalhymne. In der DDR wurde bereits am 5. November 1949 das von Johannes R. Becher getextete und von Hanns Eisler vertonte „Auferstanden aus Ruinen“ zur Nationalhymne bestimmt. 1952 wurde das Deutschlandlied zur Nationalhymne erklärt und festgelegt, dass bei staatlichen Anlässen nur die dritte Strophe zu singen sei. Als der Kirchenchor Cäcilia eben diese anstimmte, sangen alle Anwesenden Gäste spontan mit.

Nach der bewegenden Einleitung begrüßte Kai Herd, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, die Gäste und nahm Grußworte von Bürgermeister Gerald Frank entgegen. Der Groß-Zimmerner Ehrenbürgermeister Dieter Emig überbrachte als Mitglied des Kreisausschusses Grußworte und lobte das ehrenamtliche Engagement des Vereins, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, heimisches Kulturgut zu bewahren und den Bürgern zugänglich zu machen. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Dieburg, Manfred Neßler, überreichte einen Scheck in Höhe von 5 000 Euro an den Vereinsvorsitzenden. Nach seinem Dank an die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Ausstellung“ übergab Kai Herd das Wort an Margarete Elster, die kurz erläuterte, was es zu sehen gibt.

Gezeigt wird eine Dokumentation, die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zusammengestellt und vom HGV durch zeitgenössische Fotos aus dem ehemaligen Grenzraum Thüringen/Oberfranken ergänzt wurde. Die Fotos hat Siegfried Scheidig, ehrenamtlicher Kreisheimatpfleger im Landkreis Kronach, zur Verfügung gestellt. Von Roman Grafe stammt eine zehnminütige Zusammenfassung des Films „Eingeschlossen, abgeriegelt“, die während der Öffnungszeiten der Ausstellung angesehen werden kann. Die Bücherei Münster präsentiert ausgewählte Literatur um die Themen Spaltung und Wiedervereinigung von Deutschland, weitere Veranstaltungen im Museum zum Thema sind vorgesehen.

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Mit dem Vortrag der Europa-Hymne „Freude schöner Götterfunke“ beendete der Kirchenchor den offiziellen Teil. Der Einladung zum Umtrunk folgten die zahlreichen Gäste verspätet, standen doch ausgestellte Dokumentation und Fotos im Mittelpunkt des Interesses. „Dies war mein erster Besuch in diesem Museum, besonders gut hat mir gefallen, dass auch die Hymne der DDR berücksichtigt wurde“ so eine Studentin beim Verlassen. „Ich komme wieder, und schaue mir das Ganze noch einmal in Ruhe an“. Die junge Dame ging, andere kehrten im Erdgeschoss des Museums noch ein, um sich bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen noch weiter über das Gesehene auszutauschen.

Die Ausstellung kann jeweils am ersten Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden, Führungen sind nach Vereinbarung möglich.

Quelle: op-online.de

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