„Pläne für den Notfall“

Investor für Asylunterkunft kauft Gemeinde benötigtes Gelände ab

Münster - Der Investor, der für 120 Asylbewerber auf ein Gelände der Gemeinde an der Goebelstraße eine Unterkunft in Modulbauweise setzen wollte, hat das knapp 1500 Quadratmeter große Areal gekauft, sagte der Bürgermeister im Gemeindeparlament. Von Thomas Meier 

Wann die Bagger für die dringend benötigte Unterkunft anrücken werden, die nach Ankündigung vom Mai eigentlich schon stehen sollte, ließ er offen. Auch zur aktuellen Kostenfrage für die Asylantenherberge kam nichts. Anfangs hieß es, der Gemeinde entstünden keine weiteren Kosten. Gedacht war zunächst an eine Nutzungszeit von zehn Jahren, was danach mit dem Modulbau in Fertigbauweise passieren sollte, blieb offen: „Vertraglich geregelt werden könnte eine Rückbauverpflichtung, ein Übernahmerecht der Gemeinde oder eine anderweitige weitere Verwendung“, so damals die Mitteilungen aus dem Rathaus.

Bürgermeister Frank erklärte nun: „Wir mussten die vertraglichen Bedingungen ändern, weil der Investor mitgeteilt bekam, dass seine Bestellung nicht erfüllt werden kann.“ Jetzt erhalte man eine Unterkunft in massiver Bauweise. Dies habe dazu geführt, dass der nvestor das Grundstück nun kaufen wollte. Zudem habe man auch entschieden, dass der Bau auf dem Grundstück in Richtung Bahnschienen verschoben werde, um sich zwischen Unterkunft und angrenzendem Penny-Markt „Entwicklungschancen“ zu erhalten. „Auch der Bauantrag musste komplett neu erstellt werden“, teilte Frank mit. Mittlerweile sei der Kaufvertrag unterschrieben, der Bauantrag auf dem Landratsamt angekommen. Er werde dort nun bearbeitet: „Wir konnten das Ganze nicht beschleunigen. Aber alles ist im Gang,“ sagte Frank. Und: „Wir haben Notfallpläne gemacht.“ Münster sei in der Lage, auch ohne Flüchtlingsheim Asylbewerber sofort unterzubringen.

Langfristige Lösungen seien zwar angestrebt, aber für den Fall, dass kurzfristig Münster Flüchtlinge in großer Zahl zugeteilt würden, habe man auch „bestimmte größere Räumlichkeiten“ zurückgehalten. „Wir haben noch einigen Wohnraum parat, um kleinere Gruppen oder Familien unterzubringen. Da gibt es einmal Gemeindewohnungen, zudem haben sich auch private Wohnungseigentümer und zuletzt auch Hausbesitzer gemeldet,“ erklärte Frank, von einer „dreistellige Zahl an Plätzen“ für den Übergang zu künden: „Es gibt Handlungskonzepte.“

Er erwarte, dass die Flüchtlingswelle noch heftig sein werde. Es sei Zeit, einen professionellen Betreuer und Berater einzustellen. Nicht nur, um traumatisierte Flüchtlinge, die professionelle Hilfe brauchten, zu unterstützen, sondern auch, um die Leute aus dem Asylkreis „nicht zu verheizen“. Der Kreis biete an, eine Sozialbetreuung pro Kommune für Flüchtlinge zu finanzieren. Im Gemeindevorstand habe man beschlossen, für Münster eine solche Stelle zu schaffen: „Wir werden sie schnell ausschreiben, weil der Markt schon sehr dünn besetzt ist.“ Es fehle nur noch die Zusage des Kreises: „Reine Formsache.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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