Kabarettprogramm mit Susanne Pätzold

Scheitern am Frühstücksei

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Schauspielerin Susanne Pätzold bezog die rund 170 Zuschauer ihrer Show „Schöner Scheitern“ , die sie zusammen mit Axel Strohmeyer und Franco Melis in der Kulturhalle zelebrierte, mit ein.

Münster - Kabarettprogramm mit Susanne Pätzold nimmt das Publikum mit auf eine witzige und kreative Reise. Von Peter Back 

Wer steht nicht des öfteren morgens vor der Frage: Wie öffne ich mein Frühstücksei am elegantesten? Einen guten Tip hatte Schauspielerin Susanne Pätzold für die rund 170 Gäste ihrer Show „Schöner Scheitern“ im Gepäck, die sie zusammen mit Franco Melis und Axel Strohmeyer in der Kulturhalle präsentierte. Die Tatsache, dass die üblicherweise ihr Ei köpfende Pätzold immer wieder an stumpfen Messern, zu harten Eiern oder zu glatten Schalen scheitert, führte bei der Kölnerin zu einem Geistesblitz. Mit „Britta drei“ präsentierte sie die ultimative Lösung und den Kurznamen für ein technisches Gerät, dessen sachgerechte Bezeichnung „magnetisch betriebene Hühnereier-Sollbruchstellen-Verursachungsmaschine“ Erhellendes zu Tage förderte und ein Ende allen Ungemachs vor dem Verzehr des Frühstückseis versprach.

Bereits zur Eröffnung hatte Bürgermeister Gerald Frank eine Uraufführung versprochen. Und die Schauspieler hielten Wort. Denn sie lieferten kein fertiges Konzept, sondern nahmen Begriffe, Namen und Sätze aus dem Publikum auf, aus denen sie kleine Geschichten und Stücke sponnen: „Heute ist Freitag und ich mach heut’ einen drauf. Da fahr ich schnell nach Münster, dann nimmt das Schicksal seinen Lauf!“, starteten sie furios mit einem Begrüßungslied,. Um dann zu fragen: „Worum kann es gehen, wenn in einer Beziehung der Satz fällt: Schatz, wir müssen reden?“, und eine Geschichte spielten, in der sie auf Gongschlag mehrmals die Sprache wechselten.

Keine Kontrolle über die eigene Sprache

Im Selbstversuch zeigten sie, wie es sich anhört, wenn man keine Kontrolle mehr über die eigene Sprache besitzt, indem die drei eine Szene auf dem Finanzamt spielten und dabei untereinander die Sprache tauschten. Zur Einhaltung kultureller Mindestanforderungen gaben sie eine kleinen musikalischen Ratgeber an die Hand. Lieder, die die Welt nicht wollte, beispielsweise wegen eines unsäglichen Textes, folgten als Chart-Flops, darunter das Stück „Dieter Bohlen soll der Teufel holen“, der „Mayonnaisen-Tango“ sowie ein „Badelatschen-Hip-Hop“.

In die Pause entließen sie das Publikum mit der Aufgabe, Sätze zum Thema Scheitern aufzuschreiben, aus denen die drei zum Auftakt des zweiten Teils einen Sketch kreierten. Auf dem Weg zu einer „Enzyklopädie des Scheiterns“ sammelten sie daneben auf einer Tafel Begriffe von A für Abfalltrennung über D für Durchfall und H für Heulsuse bis hin zu V für Vuhspils, aus denen sie zum Finale eine Comedy-Geschichte präsentierten.

„Schön ist, dass das Publikum mit einbezogen und dadurch viel improvisiert wird“, lobte Besucherin Gaby Bohin in der Pause. Bürgermeister Frank war ebenfalls begeistert und sah die Bürgerbeteiligung als Fortsetzung eines seiner Lieblingsprojekte witzig und kreativ in der Kulturhalle umgesetzt. „Durch das Engagement unserer Sponsoren, heute Edeka Kampmann, ist die zweite Auflage der Programmreihe mit bekannten Künstlern erst möglich geworden“, freute sich Frank, der hofft, weitere Gönner langfristig binden zu können.

Der im Schwarzwald aufgewachsene Kenianer Chai Chimabejah zauberte im Foyer mit seiner „Ali Baba’s Ananas- und Mango-Show“ in Sekundenschnelle aus frischen Früchten verzehrfertige Stückchen. Nach dem erfolgreichen Auftakt scheint ein Scheitern der Veranstaltungsreihe in der Kulturhalle ausgeschlossen.

Schon am Samstag, 23. Mai, wird die Programmreihe mit dem Pfingstball zu den Klängen der Bigband des TV Münster weitergeführt, findet ihre Fortsetzung am Freitag, 19. Juni, wenn der in Pfungstadt lebende Hans-Joachim Heist beim Heinz Erhardt-Abend den Schmunzelmeister der 60er und 70er-Jahre auferstehen lässt, um mit Vorstellungen wie dem Kultursommer Südhessen, dem Aktionstag Kunst in Münster, dem überregional beliebten Tanztee, dem Stimmen-Jongleur und Radiomoderator Johannes Scherer weitere Glanzlichter zu setzen, ehe der Abend „Sünde, Sekt und Sahneschnittchen“ der Komödiantin Maria Vollmer im Dezember einen verheißungsvollen Jahresausklang verspricht.

Quelle: op-online.de

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